Der „böse“ Boris, die SZ und das „Monster“ Israel


Dass Boris Johnson in London die Wahl gewonnen hat, erfreut nicht jeden. Am allerwenigsten die britischen Muslime. Sie versuchen jetzt Johnson mit der dunklen Seite des Bösen in Verbindung zu bringen, indem Sie behaupten, er genieße die Sympathien der BNP (British National Party) und der „rechtsextremen“ Israelis, gegen die sich auch eine deutsche Zeitung mit einem unerfreulichen „Geburtstagsständchen“ auslässt.

Als Beweis für die Verwerflichkeit des ähm dunklen (?) Lords bringt das Muslim Public Affairs Committee (MACUK) Bilder, die Bo-Jo mit Israelis zeigen. Auf dem einen (Foto oben) sitzt Boris mit israelischen Soldatinnen auf einer Treppe – die Original muslimische Bildunterschrift dazu:

„Boris, fröhlich posierend mit israelischen Soldaten, denselben Soldaten, die die illegale Besetzung der palästinensischen Gebiete durchsetzen.“

Ein zweites Foto zeigt Bo-Jo mit Bibi (Benjamin) Netanyahu, der als „rechtsextremer“ Ex-Premierminister Israels vorgestellt wird.

Dass die Muslime so etwas behaupten, ist indessen nicht weiter verwunderlich. Zu tiefst bedenklich ist hingegen, dass die Süddeutsche Zeitung zur 60-Jahrfeier Israels anscheinend nichts besseres weiß, als genau in dasselbe antisemitische antiisraelische Horn zu blasen. Sie meint zum Geburtstagsfest Israels, der Staat sei auf den Ruinen des palästinensischen Volkes errichtet worden und gibt großzügig einem Herrn Fuad Hamdan das Wort, der behauptet:

Der Staat Israel konnte nur entstehen, indem die Palästinenser für Verbrechen bezahlten, die sie nicht begangen hatten.

Unter diesem Motte lesen wir auch Sätze wie:

Der ewige europäisch-christliche Antisemitismus war auch der Grund für die Entstehung des Zionismus, der jüdischen Nationalbewegung im Europa des 19. Jahrhunderts, der schließlich politisch und militärisch die Gründung des jüdischen Staates gegen den Willen der einheimischen arabischen Bevölkerung Palästinas erzwang.

Nein, das stammt nicht von der iranischen anti-Israel Konferenz, sondern aus der Süddeutschen Zeitung.

Im Gegensatz zu Großbritannien, Frankreich und anderen Staaten, die früher Kolonialismus in anderen Teilen der Welt betrieben, ging es den Zionisten nicht um die Ausbeutung von Bodenschätzen und anderen Ressourcen. Sondern sie sahen es auf den Grund und Boden der Einheimischen ab. Die jüdische Landnahme zielte darauf, den Boden Palästinas zu judaisieren.

Sätze wie dieser postulieren, es hätte jemals so etwas wie einen „Boden Palästinas“ gegeben, was historisch schlicht weg falsch ist. Es gab nie ein „Palästina“, sondern nur ein britisches Protektorat und zuvor Südsyrien und Südlibanon. Der Boden, auf dem Israel steht, ist der Boden der früher Israel war, die jüdische Heimat und die Wiege des Christentums. Dies vergessen zu machen, versuchen auch „Ausgrabungen“, die antike jüdische Kulturgüter gezielt verschwinden lassen und beispielsweise dann behaupten, so etwas wie einen jüdischen Tempel hätte es nie gegeben. Geschichtsfälschung und Verdrehung der Wahrheit auf Palästinensisch eben, aber mit Schützenhilfe einer deutschen Zeitung.

Die Süddeutsche geht sogar soweit, Israel als Monster darstellen zu lassen:

Heute noch glaubt eine große Mehrheit in Europa und Nordamerika, der Staat Israel sei schwach und werde von seinen arabischen Nachbarn bedroht. Die Legende vom kleinen David, Israel, das sich permanent im Kampf gegen den großen Goliath, die Araber, zu behaupten habe – diese Legende hat sich in vielen Köpfen verfestigt. Fakt ist: Dieser Staat ist mit Abstand die stärkste und zugleich aggressivste Militärmacht in der Region. Der kleine David hat sich längst zu einem atomaren Monster entwickelt.

Natürlich dürfen bei der palästinensischen Wahrheitsverleugnung auch die üblichen Apartheidsvorwürfe nicht fehlen.

Die israelische Politik gegenüber der palästinensischen Bevölkerung erinnert stark an das Apartheidsystem, das die weiße Minderheit nach dem Zweiten Weltkrieg für fast ein halbes Jahrhundert in Südafrika errichtete. Heute gibt es viele Parallelen zwischen dem jüdischen Staat und dem Apartheidregime in Südafrika. Um sich dies vor Augen zu führen, muss man einfach „Weiß“ durch „Jüdisch“ beziehungsweise Hautfarbe durch Religion ersetzen.

Nach dem Motto: Wenn man eine Lüge lange genug erzählt, werden die Leute es schon irgendwann glauben und dann wird „Wahrheit“ draus. Zum Glück gibt es auch in Europa noch Politiker, die auf diese „Wahrheit“ nicht hereinfallen. Vielleicht heißt ja einer von ihnen Boris Johnson.

(Spürnasen: Zvi_Greengold und JoWi)