Dreieinhalb Jahre für Rabbiner-Messerstecher

Feixend wird er von seinen Freunden empfangen: Der Haftbefehl gegen Said A. ist ausgesetzt, bis das Urteil rechtskräftig ist. Wiederholungsgefahr scheint von dem jungen Mann, der in der Vergangenheit mehrfach bewiesen hat, dass ihm – wie Gudrun Eussner treffend schreibt – nicht nur Affen, sondern auch Schweine zuwider sind, nicht auszugehen. Wenn er denn zum Haftantritt erscheinen sollte, erwarten ihn offiziell dreieinhalb Jahre.

Die FAZ berichtet:

Wegen der Messerattacke auf den Rabbiner Zalman Gurevitch hat die 21. Große Strafkammer des Frankfurter Landgerichts dreieinhalb Jahre Freiheitsstrafe gegen den 23 Jahre alten Sajed A. verhängt. Der Angeklagte, der am Abend des 7. September vergangenen Jahres in Frankfurt den Rabbiner der orthodoxen Chabad-Lubavitch-Gemeinde durch einen Stich in den Bauch erheblich verletzt hatte, wurde der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen. (…) Laut Urteil sagte er etwas zu dem an seiner Kleidung und Haartracht als strenggläubigen Juden erkennbaren Rabbiner, das dieser als Provokation auffassen konnte. Ob es der eher harmlose arabische Gruß „Salem Aleikum“ war, wie der Angeklagte aussagte, oder ein nicht verständlicher, auf jeden Fall aber aggressiver, hasserfüllter Satz, an den sich der Geistliche als Nebenkläger erinnerte, konnte nicht mehr geklärt werden. Die Wahrheit wird, wie Staatsanwältin Nadja Niesen in ihrem Plädoyer schon ausgeführt hatte, irgendwo in der Mitte liegen.

Wie muss man sich das vorstellen, „irgendwo in der Mitte“ zwischen einer hasserfüllten Beschimpfung und einem freundlichen Gruß?

Der Rabbiner reagierte nach den Feststellungen des Gerichts auf die Provokation gereizt und packte den Angeklagten am Kragen. Unwiderlegt bekam dieser es nun mit der Angst zu tun vor dem viel größeren, stärkeren und wütend erscheinenden Mann, zog sein Messer und stach zu. Er traf in den Bauch, der Rabbiner verspürte zunächst nur den Stoß, sah dann aber das Messer und rief nach der Polizei. Der Messerstecher rannte weg, wurde aber einige Tage später ermittelt und in Untersuchungshaft genommen. Der Rabbiner erlitt eine erhebliche Bauchverletzung, musste notoperiert werden und lag längere Zeit im Krankenhaus.

Aber dann kam ja der Rücktritt von der Tötungsabsicht.

Rabbi Zalman Gurevitch äußerte den Verdacht, das Gericht habe das Thema Antisemitismus vorsätzlich heruntergespielt.

Antisemitismus gibt’s grundsätzlich nur bei Deutschen. Und der Afghane hat seinen Anti-Antisemitismus in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis gestellt.

„Denn der geständige Messerstecher wütet nicht nur gegen Juden, sondern auch gegen andere Ungläubige, die seinen Weg kreuzen.“

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