… und zwar in allen Variationen von freundlichem blau/weiß: Girlanden in den Strassen, Fahnen an Autos, Gebäuden und Bäumen, mit Aufklebern, Ansteckern und ausnahmslos überall und von jedem.

Einen Tag nach seinem Gedenktag für im Einsatz verstorbene Soldaten erreichen Israels Feierlichkeiten zu seinem 60. Independence Day ihren Höhepunkt – in einer Weise, die als beispielhaft gelten kann. Ich erlebe diese Tage in Zur Yigal, einem Wohnvorort 30km NE der schon seit 20 Jahren boomenden hi-tech Metropole Tel Aviv.

Die Bewohner hier sind Israels wachsende gehobene Mittelschicht: Akademiker, Selbstständige, ltd. Angestellte, Knesset-Politiker, Armee. Viele arbeiten per Glasfasernetz von zu Hause aus mit der Welt. Es gibt Läden und eine Shopping Mall, Gemeindeeinrichtungen und natürlich Kindergarten und Schulen – denn die Familien sind jung, kinderreich und optimistisch für ihre und Israels Zukunft.

Das saubere, freundliche, sichere Familienidyll im grünen wirkt wie „Truman Show“, ist aber real und in Israel nicht selten zu finden. Gegenueber im „Palästinensischen Autonomiegebiet“ liegt Kalkilya, getrennt durch einen nicht-tödlichen Elektrozaun und eine Betonmauer, nebenan die arabisch-israelischen Städtchen Taibe und Tira: Allein die sichtbaren Unterschiede zwischen Siedlungen mit arabischer und jüdischer Bevölkerung sind atemberaubend bis schockierend und sprechen für sich, oder einfacher: Hin, Sachen erledigen, schnell wieder raus nach Israel …

In der israelischen Stadt Kefar Sawa mit etwa 75000 Einwohnern und 30 Fahrradminuten von meinem Wohnort entfernt, verfolge ich die Parade zum 60. Unabhängigkeitstag bei Sonnenschein und leichter Seebrise: Die Soldaten und Veteranen der israelischen Armee gehen zu einer offiziellen Gedenkfeier mit Ehrung der Gefallenen auf einem Friedhof, hintenan gehen Schüler zu einer Gedenkfeier mit Chorgesang und Ansprachen. Soldaten aller Teilstreitkräfte reichen Aufkleber und schwarze Kippas, die Jugendgruppe der Partei Ehud Olmerts „Working Youth“ reicht Mineralwasser und Blumensträusse an Besucher der Veranstaltung.

Alles geht ruhig, diszipliniert, und einer nationalen Gedenkfeier entsprechend stolz und andächtig zu. Und doch wirken Paradeteilnehmer und Publikum fröhlich und vollkommen unverkrampft zwischen bewaffneten Soldaten und der vielen Polizei.

Irgendwie muss ich mit meinem gelben Fahrradhelm und Kamera auffallen, und so ergeben sich häufig Gespräche mit Israelis, die meist mit einem anerkennenden Blick und freundschaftlichen Händedruck enden.

Es ist der aufrechte Gang, die Selbstachtung und Einstehen für Verfassung, Werte, Frieden und Freiheit im eigenen Land, nötigenfalls unter Einsatz aller Mittel bis hin zum Leben, was mein Deutschland heute von Israel neu lernen kann.

Und was es lernen muss, wie viele erfahrene Israelis sagten – um nicht als ehemalige Siedlung unter einer Moschee zu enden.

Gastbeitrag von LEUKOZYT

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14 KOMMENTARE

  1. …Es ist der aufrechte Gang, die Selbstachtung und Einstehen für Verfassung, Werte, Frieden und Freiheit im eigenen Land, nötigenfalls unter Einsatz aller Mittel bis hin zum Leben, was mein Deutschland heute von Israel neu lernen kann…

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  2. Es ist der aufrechte Gang, die Selbstachtung und Einstehen für Verfassung, Werte, Frieden und Freiheit im eigenen Land, nötigenfalls unter Einsatz aller Mittel bis hin zum Leben, was mein Deutschland heute von Israel neu lernen kann.

    Und was es lernen muss, wie viele erfahrene Israelis sagten – um nicht als ehemalige Siedlung unter einer Moschee zu enden.

    Wie Recht er hat. Bisher sind wir nämlich auf dem besten Weg, dass der Islam Staatsreligion in Deutschland wird, türkisch Amtssprache und – nicht zu vergessen – Kopftuchpflicht für alle Frauen.

    Ich danke Gott, dass Israel es bis hierhin geschafft hat und wünsche mindestens sechzig weitere Jahre für diese Nation – hoffentlich auch friedvollere als die bisherigen.
    Gott segne Israel

  3. Es muß doch gräßlich sein, wenn die umliegenden Länder nun die Israelis feiern sehen?
    Menschen, die auf genauso kargem Boden etwas schaffen, als Exportland Güter produzieren und verkaufen, eine Demokratie entwickelt haben und denen es noch besser gehen würde, wären da nicht eben diese Nachbarn!
    Zumindest gebildete Araber müßten doch sehen, daß man da was lernen kann, daß es erstrebenswert ist, etwas zu schaffen, Geld zu verdienen und sich nach seinen Möglichkeiten eine Zukunft zu schaffen!
    So schwierig kann doch das nicht sein! Angewiesen auf Spendengelder aus aller Welt, obwohl das nicht nötig wäre? Erkennen die Araber das nicht? Welchen Sinn macht es, sich gegenseit die Köpfe einzuschlagen, wie gerade wieder im Libanon und letztens noch im Gaza-Streifen?
    Wann endlich sagt das Volk der Araber, daß es die Schnauze voll hat von Hisbollah und allen anderen Organisationen, daß es Frieden will und das ohne jede Bedingung!
    Hilfen aus aller Welt würden es dann ermöglichen, daß es auch ihnen bald besser geht und sie auch mal feiern können!

  4. Und wieder bin ich auf Reisen – vielleicht bald
    wieder mal dorthin, woher PI-Leser LEUKOZYT
    uns die tollen Momentaufnahmen in das Forum
    „Politically Incorrect“ schickt: im schönen
    Israel.

    Der Höhepunkt meines gestrigen Aufenthalts in Berlin, ich habe schon berichtet, war zwei-
    felsohne die Teilnahme an den fröhlichen, aber
    auch besinnlichen Feiern am Gendarmenmarkt,
    im historischen Zentrum der Hauptstadt. Der
    Anlaß für dieses Fest des Friedens: die Aus-
    rufung des Staates Israel vor 60 Jahren !

    Vom geöffneten Hotelzimmerfenster, genau am
    Platz, habe ich anschließend noch ein wenig
    gelauscht auf die Geräusche, die vom Platz
    heraufdrangen, und auch das ein und andere
    Mal geblickt auf die Geschehnisse im Geviert
    des Gendarmenmarktes mit seinem prächtigen
    Ensemble an historischer Bausubstanz.

    Unerkannt, als willkommener Gast unter lieben
    Freunden – das war´s, was ich als unauslösch-
    liche Erinnerung mitnehme vom gestrigen Jubel-
    fest in Berlin.

    Allen Freunden Israel´s und vor allem dem
    Staat Israel rufe ich zu, mit lauter und
    fester Stimme :

    VIVAT, CRESCAT, FLOREAT !

  5. Liebe Menschen in Israel,
    ich gratuliere euch zum Anlass des Geburtstags eures Landes.
    Bleibt wie ihr seid! Auch wenn es es aus deutschem Mund komisch klingt: Bald werden wir 100 Jahre Israel feiern.
    Alles Gute,
    Didi

  6. @ LeukoZyt: Danke für den Bericht!

    1) Deine Erfahrung, wie Israelis mit Deutschen umgehen, kann ich nur bestätigen
    2) Deine Schlussworte finde ich klasse! Das hast Du sehr gut auf den Punkt gebracht!

    Gruß nach/an Israel 🙂

  7. Israel am 8. Mai 2008: Eine Nation feiert

    Allein die sichtbaren Unterschiede zwischen Siedlungen mit arabischer und jüdischer Bevölkerung sind atemberaubend bis schockierend und sprechen für sich (…)

    Es ist der Unterschied zwischen menschlicher Kultur/Zivilisation (Israel) und archaischer Barbarei (Islam).

    Aber über die Ursachen und Hintergründe dieser Unterschiede werden die Fernsehzuschauer in Deutschland entweder gar nicht oder falsch informiert.
    Heute z.B. kam auf Phoenix um 12 Uhr wieder so ein antisemitischer Hetzbeitrag mit dem Titel „Israel – Die Besatzungsmacht“.

    Ich hab mich wieder tierisch aufgeregt. Karin Storch und Gerd Helbig haben sich wieder einmal als Sprachrohr palästinensischer Propagandalügen betätigt.
    Einerseits wurde das Leid israelischer Bürger (Kassam-Raketen-Beschuß in Sderot) nur zu Alibi-Zwecken kurz dargestellt. Andererseits durften die „armen, unschuldigen Palästinenser“ wieder mit dem allergrößten Verständnis der beiden ZDF-Reporter Israel an den Pranger stellen. Einfach ekelhaft.

    Welche Wirkung solche Hetze auf Zuschauer haben kann, weiß ich noch von früher. Als das Internet noch nicht diese Bedeutung hatte und der Einfluß der MSM auf meine Meinungen und Einstellungen noch stark war, vertrat ich eine eher antiisraelische und pro-palästinensische Position. Einfach deshalb, weil die MSM -damals wie heute- die Schuld am Konflikt ausschließlich Israel in die Schuhe schoben.
    Als es dann endlich möglich wurde, über das Internet mehr Informationen über die andere Seite des Themas zu bekommen, merkte ich, wie sehr mich das Fernsehen belogen und getäuscht hatte.
    Ich hoffe, daß auch die Millionen anderer Fersehzuschauer, die in ihrer naiven Gutgläubigkeit die Lügen des Öffentlich-rechtlichen Fernsehens immer noch für die Wahrheit halten, endlich aufwachen.

    Nieder mit den Lügen-MSM!

    Solidarität mit Israel!

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