„Kritische Islamkonferenz“ lädt Rolf Stolz aus

ZdEDie Islamkritikerszene kommt nicht zur Ruhe. Im Vorfeld der „Kritischen Islamkonferenz“ am kommenden Wochenende in Köln wurde der Publizist Rolf Stolz, in den 1980er-Jahren Mitbegründer der Grünen, von der Vorbereitungsgruppe der Konferenz wieder ausgeladen. In der Begründung heißt es: „Aufgrund Ihrer publizitischen Arbeit für die Junge Freiheit haben wir gewisse Bedenken, daß sie diese Zielsetzung teilen und würden deshalb gerne auf Ihre Diskussionsbeiträge verzichten.“

In einer E-Mail vom 24.5.2008 schreibt verlag@alibri.de:

Sehr geehrter Rolf Stolz,
Ihre Anmeldung zur Kritischen Islamkonferenz ist bei uns eingegangen. Anliegen der Veranstaltung ist es, den Islam als politische Herausforderung zu begreifen und eine Kritik zu entwickeln, die in ein gesellschaftliches Projekt mit emanzipatorischer Zielsetzung mündet. Aufgrund Ihrer publizitischen Arbeit für die Junge Freiheit haben wir gewisse Bedenken, daß sie diese Zielsetzung teilen und würden deshalb gerne auf Ihre Diskussionsbeiträge verzichten. Sicherlich finden Sie an anderer Stelle ausreichend Gelegenheit, ihre Vorstellungen von Islamkritik zu erörtern. Für Ihr Verständnis danken wir Ihnen.

mit freundlichen Grüßen
die Vorbereitungsgruppe

Die Antwort von Rolf Stolz (per E-Mail am 25. 5. 2008, 14:24 Uhr, an verlag@alibri.de):

Eher weniger geehrte Vorbereitungsgruppe,

nach langem tiefem Nachdenken über meine Teilnahme an der „Kritischen Islamkonferenz“ (meine Anmeldung datiert vom 12.3.2008, Ihre Antwort vom 24. 5. 2008) sind Sie zu dem Ergebnis gelangt, mir einen Kurzbrief zu schreiben, der den Schmus geschwindelter Höflichkeitsfloskeln (von „sehr geehrt“ über „gewisse Bedenken“ und „würden wir gerne verzichten“ sowie vorauseilendem Dank für „Verständnis“ bis zu den „freundlichen Grüßen“) mit einer dreisten Unterstellung und einer kaltschnäuzigen Ausladung verbindet.

Seit vierzig Jahren kämpfe ich nun (im SDS, in den GRÜNEN, in vielfältigen Initiativen) für ein „gesellschaftliches Projekt mit emanzipatorischer Zielsetzung“, für die Überwindung des Kapitalismus, für die Befreiung der Völker und reale Volksherrschaft. Seit zwanzig Jahren warne ich vor dem Islamismus und der schleichenden Islamisierung (unter anderem mit drei erfolgreichen Sachbüchern). Genau diesen Zielen dient es, daß ich als Linker und Mitglied der GRÜNEN die Möglichkeit nutze, in der „Jungen Freiheit“ einer rechtskonservativen, aber durch und durch demokratischen Zeitung – für meine Ziele einzutreten (und das ohne Opfer der in der Regierungspresse wie auf der alten Linken üblichen Zensur zu sein!).

Sie müssen meine Überzeugungen nicht teilen, ich nicht die Ihren. Aber entweder begeben Sie sich auf das Niveau der Islamisten und ihrer Bündnispartner, die auch keine Kritik und keine abweichenden Meinungen zulassen, oder Sie zeigen freiheitliches Denken, geistige Unabhängigkeit und demokratische Toleranz.

Mein Ziel ist größtmögliche Gemeinsamkeit aller Islam-Kritiker. Daher gebe ich Ihnen Gelegenheit, bis zum 26. Mai 2008 (Montag) 24 Uhr Ihre Fehlentscheidung zu korrigieren. Ich werde dann Ihren gestrigen Brief als nicht geschrieben betrachten und in keiner Weise dazu mehr Stellung nehmen. Bleiben Sie bei Ihrer Ausladung, zwingen Sie mich, die Angelegenheit öffentlich zu machen. Sie werden dann auch erleben, daß auf dem Kongreß mein Ausschluß Thema werden wird durch Menschen, die meine Positionen teilen oder doch meine Beiträge für wichtig ansehen. Es wäre besser, gemeinsam gegen den gemeinsamen Feind zu kämpfen, aber wenn Sie durch stalinistische Methoden und ultralinkes Sektierertum schon mit dem ersten Kongreß die Sache gegen die Wand fahren wollen, dann muß man das deutlich ansprechen und vor dem vorhersehbaren Bankrott warnen.

Ich erwarte mit Spannung Ihre Antwort.

Rolf Stolz
rolf.stolz@web.de

Eine Antwort blieb die Vorbereitungsgruppe Rolf Stolz bis heute schuldig.

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