Kölner CDU-Politiker zu Gast bei Grauen Wölfen

Hollstein HieronimiPolitiker der Kölner CDU sind massiv in die Kritik geraten, weil sie an einer Veranstaltung der als rechtsextrem eingestuften türkischen Organisation Graue Wölfe teilgenommen haben. Der Kölner CDU-Vorsitzende Jürgen Hollstein und die CDU-Europa-Abgeordnete Ruth Hieronymi (Foto: beim Durchschneiden eines roten Bandes) waren, wie die türkische Zeitung „Zaman“ berichtet, als Ehrengäste bei einem Festakt, mit dem die Grauen Wölfe ihr Kulturzentrum in Köln-Mülheim einweihten.

Ali Ertan Toprak, der Generalsekretär der Alevitischen Gemeinde in Deutschland, sagte, er sei „schockiert“ darüber, dass Unionspolitiker „Faschisten hofiert“ hätten. Der NRW-Verfassungsschutz beobachtet die Grauen Wölfe. Musa Ataman, der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde Rhein-Sieg forderte den Rücktritt des CDU-Vorsitzenden Hollstein. Der Unions-Politiker räumte ein, er sei „wohl zu blauäugig“ gewesen. „Mir war nicht klar, dass es sich um eine Einladung der Grauen Wölfe handelte.“

Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt:

Hollsteins Beteuerung, mit „Grauen Wölfen“ nichts zu tun zu haben, wirkt angesichts anderer Namen auf der Gästeliste zum Mülheimer Empfang nicht überzeugend. Es gibt Mitglieder der umstrittenen Moschee-Gemeinde mit Funktionen in der Kölner CDU. Die türkische Zeitung „Zaman“ schreibt, dass Hollstein die Aktivitäten des Mülheimer Vereins gelobt haben soll.

Während Hollstein im Nachhinein auf Distanz geht, verteidigt Hieronymi ihre Teilnahme an dem Festakt. „Wer Integration ernst nimmt, muss sich dem kritischen Dialog mit allen stellen.“ Eine Ausnahme seien extremistische Organisationen, zu denen der Mülheimer Verein ihrer Einschätzung nach aber nicht zu zählen sei. Die Gemeinde gehöre nicht zu den „Grauen Wölfen“. Das gehe „ausweislich“ auch aus Unterlagen des städtischen „Interkulturellen Referats“ hervor.

Die Aussage dürfte in der Stadtverwaltung für Verwunderung sorgen, ordnet doch die maßgebliche Publikation der Behörde über „Islamische Einrichtungen in Köln“ die Mülheimer Yunus-Emre-Moschee eindeutig den „Grauen Wölfen“ zu.

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(Spürnase: Leserin)