Mehr als ein Dutzend Songs schrieb die chinesische Komponistin Xiao Min (Foto) hinter Gittern – sie darf ihre Lieder nicht publizieren. Min schrieb unzählige Songs, um die Chinesen zu ermutigen, doch ihrer Regierung ist die junge Frau ein Dorn im Auge. Deshalb ist sie jetzt im Land der Olympischen Spiele auf der Flucht, nachdem sie wegen ihrem Glauben bereits zweimal im Gefängnis war.

Gastbeitrag von Open Doors, Schweiz

Xiao Min ist ein musikalisches Naturtalent. Ihre Songs sind eingängig und werden in vielen Kirchen aller Couleur gesungen. Die Lieder der jungen Chinesin werden auch malerisch „die Hymnen Kanaan“ genannt, da „Kanaan“ Xiao Mins Künstlername ist. Unter Christen, und in China sind das 80 Millionen an der Zahl, sind ihre Lieder ausgesprochen populär.

Mins Werdegang ist famos. Die Bauerntochter hatte nach eigenen Angaben nie eine musikalische Ausbildung, auch Notenlesen habe sie nicht gelernt. Dennoch berühren ihre Lieder die Herzen unzähliger Herzen. Sie sind die Hymnen, ja der Urschrei der Unterdrückten.

Lieder im Gefängnis

Über ein Dutzend ihrer Lieder schrieb „Kanaan“ im Gefängnis. Erstmals wurde sie im September 1992 hinter Gitter gesteckt. Angst habe sie davor nicht gehabt.

„Ich kannte andere, die das Gefängnis gut überstanden haben und keine grosse Sache daraus machten.“

Diese Meinung habe sie aber geändert, und sich gesagt, dass sie beim nächsten Mal davonrennen werde. Mit Treppensteigen habe sie sich deshalb täglich fit gehalten.

Bei ihrer ersten Einkerkerung sei sie an einem Treffen mit über 100 Anwesenden gewesen. Einzig wegen ihrem christlichen Glauben wurde die Menge verhaftet.

„Wir alle wurden unter Arrest gesetzt. Meine erste Frage war, ob meine Familie, die nicht gläubig war, mich wieder aufnehmen würde, nach meiner Freilassung.“

Lieder durchbrechen Mauern

Die nächsten sieben Tage seien alle festgehalten worden. Schließlich habe die Gefängnisverwaltung die beiden Gruppen auseinander genommen, blickt Xiao Min zurück. Sie seien dann in verschiedenen Flügeln des Gefängnistrakts gewesen und die andere Gruppe habe die Lieder nicht mehr lernen können. Vorerst:

„Wir hatten täglich zwei Pausen außerhalb der Zellen. So entschieden wir, dass wir je eine Frau tauschten. Den Wachen fiel das nicht auf, weil sie einfach die Köpfe zählten. Diese Frau lehrte die neuen Lieder in der anderen Zelle und so konnten wir wieder zusammen singen.“

Songs aus dem Versteck

Um weiteren Verhaftungen zu entgehen, arbeitet Xiao Min heute im Versteckten und ist bescheiden geblieben. Sie arbeitet mit einem Aufnahmerekorder und einem Notizbuch. Daneben betreibt sie eine Website, damit Chinesen ihre Songs herunterladen können. Insgesamt hat Xiao Min über 1100 Lieder komponiert. Sie hätten Kraft, viele Menschen rund um den Globus zu erfreuen und ermutigen. Aber das Land, das die Olympiade durchführt, jagt statt fördert seine wohl schaffensfreudigste Komponistin.

» Eines ihrer Lieder hören Sie hier.

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23 KOMMENTARE

  1. Eine mutige Frau. Aber uns wird es auch bald so ergehen wie ihr. Es ist ja bekannt, daß die europäischen bolschewistischen Regierungen und die Musels keine Sympathien für Christen haben. 🙁

  2. irgendwann wird auch dieses Regime nach Walhalla befördert werden (sei es durch das eigene Volk oder durch eine ausländische Intervention)

  3. Ein schönes Lied. Mit Übersetzung wär’s noch schöner. Ich staune immer wieder über das, was Gott aus normalen Menschen machen kann, wie er von Natur aus böse, neidische, leidensscheue, feige, egoistische Wesen in opferbereite „schöne“ Menschen verwandelt.

  4. Ist es nicht toll? Nach dem schrecklichen Erdbeben in China hört man weder etwas über Menschrechtsverletzungen in China, zu unrecht verurteilte Dissidenten oder menschenrechtverletzungen in Tibet.
    R. Mugabe wunscht sich bestimmt auch so ein Erdbeben um von seinen „Wahl“-betrug abzulenken.
    Fröhliche olypische Spiele im Reich der (Mitte)Menschenrechtverletzungen.

  5. #1 USS Stalingrad

    „irgendwann wird auch dieses Regime nach Walhalla befördert werden…“

    vieleicht hast Du recht, aber im Moment sieht es eher so aus als würde sich Europa immer mehr dieser Parteiendiktatur annähern. Offiziell kommen zwar immer mal wieder Ermahnungen wegen der Menschenrechte aber insgeheim beneidet unsere Machtelite ihre Berufskollegen in China. Hier muß man nicht mal mehr zum Schein auf die Wünsche des Volkes eingehen.

  6. Das undemokratische Riesenreich wird von uns hochgehalten. Wir verschaffen denen Olympia, wir kaufen Waren, die unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Wir dulden Industriespionage in großem Maße, trotzdem sehen deutsche Unternehmen das Reich als Allheilmittel an. Da stört nicht, wenn Umsiedlungen, Aussperrungen und Verfolgungen im Namen Olypias stattfinden. Und sicherlich werden die Anti-Doping-Agenturen nicht einen Chinesen finden, der Mittelchen nahm. Zumindest nicht während der Spiele! Die Duldung des Mörders in Afrika, ein gewisser Mugabe, durch speziell der westlichen Welt hat zu den bekannten Ergebnissen geführt, in Südafrika freitet man den gleichen Kurs, etwas langsamer aber stetig. Da haben die Leiden des Mandela nichts genutzt. Der saß im Übrigen ein, als deutsche Unternehmen im Appartheidregime beste Geschäfte machten. Nichts kann schlimm genug sein, auf Geschäfte zu verzichten!

  7. Habe durch Zufall die Sendung vor einigen Tagen auf Bibel-TV gesehen. Diese Frau hat mich mit ihrer Bescheidenheit und Demut wirklich tief beeindruckt.Gibts den Bericht vielleicht auch irgendwie im Internet, dann könnte man einen Link drauf setzen.

  8. Ich verstehe PI manchmal nicht. Einerseits setzt man sich recht zielstrebig gegen die Islamisierung Europas ein, andererseits erscheinen solche Beiträge. Ja, die Chinesen haben keine demokratische Regierung. Das wissen alle, auch und vor allem die Gutmenschen.
    Liegt es in unsere Macht, irgend etwas für Frau Xiao Min zu tun? Wenn ja, was? Brife nach Peking schreiben? Frau Merkel bitten, mal wieder über die Menschenrechte zu sprechen? Oder keine chinesischen Waren kaufen?
    Es ist schön, dass einige hier fromme Christen sind und allen Ernstes Bibel-TV schauen. Aber eigentlich sollte PI zusehen, dass wir hier nicht nur als eine Splittergruppe aus lauter Spinnern wahrgenommen werden, sondern dass sich Leute zusammenfinden gegen den Islam! Damit sollte auch den ganz besonders Frommen hier gedient sein.
    Die Chinesen bashen ihre Mohammedaner immerhin ganz ordentlich.

  9. Link gefunden

    <a href=“http://video.google.de/videoplay?docid=-654 397237270018901&q=Kanaan+Hymnen&ei=D1prSMjeB5SW2QLSwPSPDw“

  10. Eine mutige Frau! Ihr Glaube steht wie ein Fels in der Brandung. Satans Diener (Kommunisten) prallen daran ab und werden eines Tages niedergeschmettert. Selbst wenn Xiao Min sterben sollte, wird ihr Licht weiter brennen und die Chinesen aus der Dunkelheit führen.

    Für Sie, Frau Xiao Min, alles Gute und Gottes Segen!

    Wir sollten uns auch mehr auf unseren Glauben besinnen, um die Mächte der Finsternis in Gestalt des Islams niederzuwerfen.

  11. Bitte vergeßt nicht:

    Unser politischer Gegner ist nicht der Islam.

    Unser politischer Gegner sind die Kommunisten, die sich auch bei uns in unerhörter Weise breit machen. Es sind genau die gleichen Ideologen, die bei uns die Nationalstaaten und Deutschland zerschlagen wollen (u.a. durch zügellose Einwanderung), die in China Christen und alle anderen, die vom vorgeschriebenen und kontrollierten Denken abweichen, einkerkern, in Lager bringen oder ums Leben bringen. Selbst der undemokratische Islam ist ihnen hochwillkommen, wenn es um die Zerstörung von gewachsenen Strukturen bei uns geht. Der Antifaschismus ist genau das gleiche wie Faschismus.

    Auch bei uns findet Gedankenkontrolle, Christenverfolgung und die Verfolgung solcher statt, die von der vorgeschriebenen Meinung abweichen, wobei die Vernichtung zur Zeit (noch nicht?) auf die Vernichtung des Lebens dieser Personen, sondern auf Rufmord und wenn möglich Vernichtung der sozialen und wirtschaftlichen Existenz abzielt (Einschüchterung, Volksverhetzung gegen politisch nicht Korrekte; Sperrung ihrer Konten; Rechtsbeugung, wenn es um Verfahren gegen Dissidenten geht.)

    Diese Alt-68er schrieen mit ihrer roten Mao-Bibel in der Hand „Ho-ho-ho-tschi-min“ und haben bis heute ihre Meinung nicht geändert.

  12. 10 freeblogger (02. Jul 2008 13:04)

    Eine mutige Frau! Ihr Glaube steht wie ein Fels in der Brandung. Satans Diener (Kommunisten) prallen daran ab und werden eines Tages niedergeschmettert. Selbst wenn Xiao Min sterben sollte, wird ihr Licht weiter brennen und die Chinesen aus der Dunkelheit führen.

    Für Sie, Frau Xiao Min, alles Gute und Gottes Segen!

    Wir sollten uns auch mehr auf unseren Glauben besinnen, um die Mächte der Finsternis in Gestalt des Islams niederzuwerfen.
    ———————————-

    Ich kann Ihnen nur beipflichten!
    Mir geht immer wieder die Geschichte von Ninive durch den Kopf!

  13. Rheinperle,

    ich habe den ersten Teil gesehen und stelle mit Beschämung fest, wie sehr diese Geschwister den Herrn ehren und die Lehre zieren. Überwältigend.

  14. Wenn PI sich zum China-Bashing entschließt, ist diese Seite für mich nicht mehr ernstzunehmen. Schade!
    In China ist nicht alles in Ordnung, klar – bei uns hier in Europa auch nicht, sollte auch jedem hier bekannt sein.
    Wer China als eine Art Reich der Finsternis betrachtet beweist nur peinlich, wie wenig er von diesem Land weiß.
    Übrigens, wer hier denkt er wäre politisch unkorrekt, wenn er China kritisiert irrt sich ebenfalls – er liegt damit voll auf einer Linie mit den hier sonst so gescholtenen Mainstream-Medien, deren Grundtenor China gegenüber alles andere als freundlich oder auch nur respektvoll ist, von einigen guten Dokus einmal abgesehen.

    @ Leserin – Wenn Sie tatsächlich glauben, bei den heutigen chin. Führungspersönlichkeiten, handelt es sich um Kommunisten, liegen Sie soweit daneben wie nur irgendwie möglich. Sämtliche kollektivistischen gesellschaftlichen Einrichtungen der alten chin. Kommunisten sind von eben diesen Politikern entfernt worden. Die jetzigen Politiker in China haben weniger kommunistisches Gedankengut als etliche ihrer europäischen Kollegen. Es sind politische Pragmatiker und Experimentatoren.
    Ich habe manchmal den Eindruck, als ob hier die alten 68er es China verübeln, eben nicht mehr dem Sozialismus/Kommunismus verpflichtet zu sein. So werden Sie immer wütender, je besser es den (meisten)Chinesen unter kapitalistischen Bedingungen geht und je wohlhabender und freier Sie werden. Jawoh freier, ich habe mich nicht verschrieben, die Chinesen haben in den letzten Jahren immer mehr persönliche Freiheiten bekommen, der Trend ist gegenläufig zu dem in Europa.
    Leider!

    China-Bashing ohne großes Hintergrundwissen ist furchtbar peinlich, auch dann wenn viele mitschreien!

  15. #19 hyperfokus (02. Jul 2008 16:16)

    Nett, dass wieder jemand von PK vorbeischaut. Leider liegen Sie daneben. Ihnen fehlt das Hintergrundwissen. Sie lassen sich blenden von einigen wirtschaftlichen Freiheit und vergessen dabei:

    – China ist eine Diktatur
    – China hat keine Meinungsfreiheit und Pressefreiheit
    – China hat keine Religionsfreiheit
    – China inhaftiert Menschen ohne richterliche Anordnung über große Zeiträume
    – Etc pp.

    PS: Selbst wenn es nicht mehr die Kommunisten von damals sind, sind sie immer noch die Kommunisten, wenn auch modern und der Zeit angepasst. Ihr Argument läuft ins Leere. Es herrscht immer noch eine staatliche Kontrolle über die Betriebe, auch wenn sie noch so sehr kapitalistisch herkommen.

  16. hyperfokus,

    Leserin hat doch deutlich darauf hingewiesen, daß nicht nur in China, sondern sogar in Europa Christenverfolgung stattfindet. Die mit großem Abstand am meisten verfolgte Gruppe sind Christen, weltweit.

  17. boanerges

    Darauf habe ich mich gar nicht bezogen, sondern auf eine andere Aussage von Leserin.

  18. @krivan
    > Die Chinesen bashen ihre Mohammedaner immerhin ganz ordentlich.

    Soll das jetzt ein Lob sein? Wenn hinter den Anbietern dieser Site und der Leserschaft überhaupt ein Konsens steht, dann doch hoffentlich die Menscnenrechte, die Rede- Informations- und Glaubensfreiheit, auch und gerade für Muslime. Wenn wir etwas verurteilen, dann doch das, was Menschen *tun* und womit sie in eben die obengenannten Freiheiten anderer eingreifen. Menschen zu verurteilen und zu bekämpfen, wegen dessen, was sie sind und was sie glauben, gehört in eine ganz andere Tradition, in die neben bekannteren anderen auch unsere 68-er passen, von der ich mich aber fernhalten möchte.

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