Terrorfest im Fußballstadion

Kurdendemo vor dem Kölner Dom.

Opfer und Angehörige fürchten um das Leben der von PKK-Terroristen verschleppten Deutschen. In Deutschland, in einem Stadion in Köln, feiert die Jugend der Verbrecherorganisation derweil eine nur oberflächlich als Sportfest getarnte Propagandashow.

Der Spiegel berichtet:

Sie spielen Fußball, Tischtennis und laufen 100 Meter um die Wette – doch die Tausenden Jugendlichen treibt nicht der Sportgeist zum jährlichen Mazlum-Dogan-Festival ins Kölner Südstadion. Die jungen Kurden schwenken gelbe Fahnen mit dem Bild von Abdullah Öcalan, dem Anführer der PKK und Kurdistan-Fahnen, eine gelbe Sonne auf den grün-gelb-roten Farben ihres Volkes. Das Rahmenprogramm ist Sport – der Anlass Politik.

Umso mehr seit drei deutsche Bergsteiger am Berg Ararat im äußersten Osten der Türkei von der PKK verschleppt wurden. Ob es richtig war, die Touristen zu entführen? „Teils, teils“, sagt die blondierte Kölnerin Mizgin auf dem Sportfest, „denen wird ganz sicher nichts getan“. Davon sind alle auf dem Kurdenfestival überzeugt. „Wir töten die nicht“, sagt etwa der Gymnasialschüler Erdem. „Das ist nur ein politisches Zeichen, damit alle bemerken, dass es uns gibt.“

Wenn es so ist, ein gefährliches Signal mit Vorwarnung. SPIEGEL-Informationen zufolge haben PKK-Kader die Bundesregierung schon Ende Juni und damit gut eine Woche vor der Entführung der drei deutschen Alpinisten vor „negativen Konsequenzen“ ihrer Kurdenpolitik gewarnt. Der Exekutivrat der „Vereinigten Gemeinschaften Kurdistans“, nach dem in der Türkei inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan so etwas wie die zweithöchste Instanz im Kampf der Kurden, hatte die „Merkel-Regierung“ in der Botschaft aufgefordert, ihre „feindlichen Politik gegen das Kurdische Volk und seine Befreiungsbewegung“ aufzugeben. Die deutsche Regierung trage sonst „alle entstehenden negativen Konsequenzen“.

Kurz darauf hatte zudem die türkische Polizei an das Bundeskriminalamt (BKA) gemeldet, in kurdischen Kreisen innerhalb der Türkei herrsche Unruhe. Möglicherweise könne es zu Anschlägen und Entführungen kommen. Das BKA schickte am 2. Juli Fernschreiben an die Innenministerien der Länder: Man habe Informationen erhalten, dass Anschläge und Entführungen in der Türkei künftig nicht ausgeschlossen werden könnten.

Auch Innenstaatssekretär August Hanning bestätigt, dass es schon vorher Hinweise aus der Türkei gegeben habe: „Wir müssen uns möglicherweise auch im Inland auf eine neue Gefahrenlage einstellen.“

Anlass für die befürchtete Terrorwelle der Kurden gegen das Gastland ist das – rein formale – Verbot eines kurdischen Hass-Senders durch den deutschen Innenminister. Empfangen können die Kurden ihn aber weiterhin.

Für die kurdische Jugend gibt es jedes Jahr das „Jugend-, Kultur- und Sportfestival“ im Gedenken an ihren Märtyrer Mazlum Dogan, das laut Verfassungsschutz von Vereinen der PKK-Jugend Komalen Ciwan organisiert wird. Das nordrhein-westfälische Innenministerium weiß um die Bedeutung der Veranstaltung, zu der 6000 Kurden erwartet wurden. Der Sprecher des Mitorganisators „Verband der Studierenden aus Kurdistan“ Sores Yüksel wiegt ab, „das Fest ist überhaupt nicht besonders politisch“.

Die Aussage widerspricht dem Eindruck, den man auf der Veranstaltung bekommt: Laut trommelnde Teilnehmer auf der Tribüne rufen „Biji serak Apo“ – „es lebe der Führer Abdullah Öcalan“, im kurdischen Volksmund Apo genannt. Er sitzt seit Jahren in einem türkischen Gefängnis.

„Wir sind hier, weil unser Märtyrer vor 40 Jahren für uns gestorben ist“, ruft der 16-jährige Schüler Veysi Arisli aufgebracht. Seine Freunde korrigieren ihn: „Nein, das war vor 26 Jahren“, sagt Azad, 18, aus München. Das türkische Militär habe ihn verhaftet und gefoltert – „und seinen Kopf rasiert“, fügt ein Umherstehender ein. Flugblätter mit seinem Foto werden verteilt, darauf steht „Widerstand heißt Leben“.

Kein Verständnis haben die jungen Extremisten dafür, dass sie als Terroristen angesehen werden. Schließlich verteidigen sie lediglich ihre Interessen. Natürlich mit Gewalt. Anders haben sie es nicht gelernt, auch nicht im Asylland Deutschland, das es stets vermieden hat, seine Werte als verbindlichen Handlungsmaßstab aller hier Lebenden durch zu setzen.

(Spürnase: Rüdiger, Dante)