Edathy gegen die „völkische“ Union

Alles rechts von der SPD ist des Patriotismus verdächtig, sogar die CDU, dies findet zumindest der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses Sebastian Edathy. Er meint, die CDU vertrete eine „völkische Ideologie“, die selbstverständlich verboten gehört – diesen unerlaubten Deutschismus will Edathy darum mit vielen Doppelbürgern austreiben. Edathy spricht aus Familienerfahrung – sein Vater musste sich entscheiden, ob er Inder bleiben oder deutscher Beamter werden wollte.

Als mein Vater in Deutschland als evangelischer Gemeindepastor verbeamtet wurde, musste er seinen indischen Pass abgeben, er wurde vor seinen Augen zerrissen. Das war ein kränkendes Erlebnis. Aber entscheidender für meine Position ist etwas anderes: Bei einer Expertenanhörung zum Thema Staatsangehörigkeitsrecht im Bundestag haben die Sachverständigen unisono davon abgeraten, am Optionsmodell festzuhalten.

Dass nicht mehr gültige Pässe entwertet werden, ist ein übliches Vorgehen, das normalerweise nicht als Kränkung aufgefasst wird. Immerhin wurde Edathys Vater auch nicht in die Sklaverei geschickt – lediglich in die EKD.

Edathys Vision wäre offenbar, dass deutsche Staatsbeamte zukünftig nicht mehr bloß Deutsche wären, sonder lieber eine andere, weniger kränkende Staatsangehörigkeit zumindest ergänzend besäßen. Deutscher sein sollte demnach, wer in Deutschland geboren ist.

Diese Bürger sind hier geboren und aufgewachsen, ihre Lebensperspektive liegt in Deutschland. Wenn sie der Optionspflicht nicht nachkommen, würden sie im Extremfall zwangsweise ausgebürgert. Ich bezweifle sehr, dass dies für die Demokratie sinnvoll ist. Vor allem aber wachsen in den kommenden Jahren Zehntausende in die Optionspflicht hinein.

„Völkisch“ und „biologistisch“ gedacht sei, wenn Deutsche einfach bloß Kinder deutscher Eltern wären.

Das ist im Kern Biologismus und völkische Ideologie. Damit würden wir zurück ins 19. Jahrhundert fallen.

Jeder der also denkt, ein Deutscher stamme von deutschen Eltern ab, wird damit zum Vertreter einer völkischen Ideologie, um nicht zu sagen, zu einem Nazi.

(Allen Spürnasen herzlichen Dank)