Eingebürgerte – die neue deutsche Bildungselite?

Voller Stolz verkündet SpOn gestützt auf einen Bericht von Armin Laschet (Foto), das „Klischee vom chancenlosen Migranten in Deutschland“ sei endlich überwunden, weil „eingebürgerte Ausländer sogar häufiger Abitur machen als Jugendliche aus alten deutschen Familien – und auch sonst auffällig gut abschneiden.“ Über das Absinken des Bildungsniveaus in Deutschland und die Bevorzugung von Schülern mit Migrationshintergrund verliert selbstverständlich im Zusammenhang mit dieser frohen Botschaft niemand ein Wort.

Armin Laschet verkauft mit seiner Studie die Migrationswellen nach Deutschland als Erfolgsstory vom „Gastarbeiter“-Dasein zur „Bildungselite“:

In den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik hießen sie Gastarbeiter – weil die meisten von ihnen nur zum Malochen gekommen waren. Als klar wurde, dass nicht alle wieder gehen würden, wurden diese im Sprachgebrauch zu Ausländern oder ausländischen Mitbürgern. Oder später zu Einwanderern oder Migranten.

Doch nicht alle diese Menschen sind gleich – weshalb der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) für seinen ersten Integrationsbericht jetzt nicht einfach nur Ausländer und Deutsche vergleichen ließ. Sondern zum Beispiel auch eingebürgerte Ausländer. Oder Deutsche ohne jede Zuwanderungsgeschichte.

Das bemerkenswerte Ergebnis: Laschets Bericht, der an diesem Mittwoch vorgelegt wird, erlaubt erstmals Aufschlüsse darüber, was aus den rund 550.000 eingebürgerten Ausländern in Nordrhein-Westfalen geworden ist – und welche Erfolgsgeschichten diese oft schreiben.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie oft man findet, was man zu suchen gehofft hat. Wie schön präsentiert sich dieses Bild: Die Menschen, die einst als „Gastarbeiter“ (heute ein politisch inkorrekter Ausdruck) nach Deutschland kamen, haben die Einheimischen überrundet. Sie sind erfolgreicher als die gebürtigen Deutschen und darum jetzt erwiesenermaßen eine Bereicherung für die Gesellschaft.

Das mag in Einzelfällen tatsächlich so sein. Bevor die rosa Sichtweise die triste Realität jedoch zu sehr umschönwölkt, wäre zu bedenken, dass das Bildungsniveau in Deutschland in den letzten Jahren stark gesunken ist.

So etwas wirkt sich aus im internationalen Vergleich, beim Übertritt an die Universitäten, der immer mehr Probleme bietet und schließlich in der gesamten Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, für die es lebenswichtig ist, dass sie von gut-ausgebildeten Eliten geführt wird.

Ebenfalls nicht erwähnt wird, dass Schüler mit Migrationshintergrund oft einen Bonus im Schulsystem genießen, den ihre Mitschüler missen und der sich auch in der Notengebung auswirkt. Leistung kann daher nicht mehr eins zu eins in Schulnoten abgebildet werden.

Die Laschet-Studie legt zudem großes Gewicht darauf, zu betonen, dass die Eingebürgerten besonders erfolgreich sind, während Migranten ohne deutschen Pass mehr Mühe hätten. Die Milchmädchenrechnung, die damit vermittelt werden soll, ist ziemlich eindeutig: Würden alle eingebürgert, wären alle Probleme behoben.

Zuwanderer, die nicht eingebürgert wurden, schneiden dagegen in allen Bereichen schlechter ab als die Alt- und Neudeutschen. Nur knapp 15 Prozent von ihnen haben die Hochschulreife. 22 Prozent sind als arbeitslos registriert und knapp 15 Prozent brechen die Schule ab – beide Werte sind fast dreimal so hoch wie bei Deutschen.

Wer jetzt denkt, alle Migrationsprobleme durch Masseneinbürgerungen lösen zu können, dürfte noch ein böses Erwachen erleben. Denn auch bei den „Neu-Deutschen“ ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Außerdem ist nicht unerheblich, aus welchen Kulturkreisen die Neu-Deutschen stammen.

Ein Eingebürgerter ist beispielsweise auch jemand aus Europa, der neu einen deutschen Pass besitzt. Dass Holländer, Italiener, Österreicher, Franzosen, Schweizer etc. vielleicht nicht so große Mühe haben, sich in Deutschland zurecht zu finden, ist durchaus vorstellbar. Das sind aber meistens auch nicht die Länder, aus denen die gewalttätigsten, anpassungsunwilligsten Kinder stammen.

Es sind bestimmte Gruppen, die Probleme bereiten, die in den Schule besonders Mühe machen und die durch ihre Gewaltbereitschaft auch nicht so leicht eingebürgert werden wie andere.

Die Hauptschwierigkeit daran ist, dass diese Probleme nicht wirklich in Angriff genommen werden, weil es nicht nur politisch inkorrekt, sondern auch gleich rassismusverdächtig ist, auszusprechen, um wen es sich bei diesen Gruppen handelt.

Statt die Probleme bei der Wurzel anzupacken, präsentiert man zur Volksberuhigung lieber ein paar schön-frisierte Statistiken und Berichte aus dem Hause Laschet.

(Spürnase: Wolfram)