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Ursachen der Überfremdung

Überfremdung in DeutschlandVorab will ich Abbitte leisten. Ich gestehe offenherzig in meinem bisherigen Leben immer wieder durch die interkulturellen Irritationen zwischen Deutschen und Migranten negativ beeinflusst worden zu sein. Negativ? Ja, negativ. Ich empfinde es als keinen befriedigenden Zustand durch meine Heimatstadt zu gehen und gefühlte 50% der Bewohner aufgrund ihrer Kultur und Verhaltensweise ablehnen zu müssen. Es stört mich, dass ich so denke und empfinde, denn ich bin ein nach Harmonie strebender Mensch, aber im Angesicht der Situation kann ich nicht anders.

Bereits seit vielen Jahren versuche ich zu verstehen, wieso dieser bedrohlichen Entwicklung nicht Einhalt geboten wird, wie es überhaupt so weit kommen konnte, warum das Problem kaum als solches erkannt und geschweige denn benannt wird. Ich möchte daher meine Ansichten zur Diskussion stellen.

Viele Blogs und Zeitungen behandeln die Ursachen äußerst oberflächlich. Oft wird pauschal linken Gutmenschen und ihrem utopischen Multikultopia Schuld gegeben, woraufhin diese sich mit dem bekannten Argument wehren, die Migranten wären nur von Kapitalisten ausgebeutet worden und so weiter. Beides geht an der Wahrheit vorbei. Richtig ist, dass besonders in Deutschland Gastarbeiter ins Land geholt worden sind, um die Nachfrage nach billigen Arbeitskräften zu befriedigen. Richtig ist auch, dass linke Ideologen dies zum Anlass nahmen, nun endlich das deutsche Wesen, mit seinen gefährlichen Sekundärtugenden, um genau diese zu berauben. Aber sind das Ursachen? Nein, nicht wirklich.

Dem Zeitverlauf folgend ist die Frage zu beantworten, wieso die Gastarbeiter nach Ablauf ihrer Arbeitsverträge nicht wieder in ihre Heimatländer überantwortet wurden. Zum Verständnis ist ein wenig volkswirtschaftlicher Sachverstand nötig. Das Angebot und die Nachfrage nach Arbeitskraft organisieren sich in Form eines Marktes, dem hinlänglich bekannten Arbeitsmarkt. Der Preis, der dabei für die Arbeitskraft des Arbeiters vom Unternehmer gezahlt wird, richtet sich nach dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Ein großes Angebot bei geringer Nachfrage nach Arbeitskraft resultiert dabei in niedrigen Preisen, also schlechten Löhnen, was schlecht für den Arbeiter und gut für den Unternehmer ist, während bei geringem Angebot an Arbeitskraft und einer großen Nachfrage die Sache genau umgekehrt ist.

Diesen Zusammenhang, so banal er im ersten Moment erscheint, sehe ich nun als eine von zwei wichtigen Ursachen, die wenigstens in Deutschland zu der Entwicklung geführt haben. Würde man nämlich nun auf dem deutschen Arbeitsmarkt das Arbeitsangebot dadurch extrem verringern, dass man Millionen von Arbeitskräften ausschafft und somit dem Arbeitsmarkt entzieht, würde dies, dem Gesetz von Angebot und Nachfrage nach, explosionsartig steigende Löhne zur Folge haben, welche die Produktion in Deutschland verteuern und somit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im internationalen Vergleich verringert. Es kann also gar keine Regierung eine massenhafte Ausweisung von Migranten durchführen, und seien die noch so nutzlos, kriminell oder integrationsunwillig, ohne sich parallel für massive wirtschaftliche Probleme über ein Jahrzehnt verantworten zu müssen.

Eben dieser Umstand hat die Ausländerpolitik Deutschlands in der Vergangenheit dominiert. Die Gegenwart und die Zukunft wird ein anderer Zusammenhang bestimmen. Es dürfte sich rumgesprochen haben, dass die demographische Entwicklung in Deutschland geradezu katastrophal verläuft. In Deutschland bekommt jedes Ehepaar im Schnitt nur noch 1,3 Kinder. Die Sozialsysteme aber, also Rente, Hartz IV, Krankenversorgung usw. basieren aber auf der Annahme wachsender oder wenigstens gleichbleibender demographischer Verhältnisse. Da wir diese aber nicht schaffen wollen, die Gründe hierfür wären einen eigenen Artikel wert, müssen wir zur Erhaltung unseres Sozialstaats massive Einwanderung auch gegen den Willen der Bevölkerung zulassen, um die Sozialsysteme vor einschneidenden Reformen zu bewahren. Dies wird in Zukunft eher schlimmer als besser werden, womit auch der Druck für noch mehr Einwanderung in der Zukunft steigen wird.

Ich fasse zusammen: Die massenhafte Einwanderung nach Deutschland ist der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen sowie dem Gebärstreik der Selbstverwirklicher geschuldet. Die Politik reagiert darauf mit dem Ziel, den Sozialstaat zu wahren, während sie die kulturelle Einheit der Bevölkerung opfert. Als Bürger, die die Verhältnisse so wie sie heute sind nicht länger akzeptieren wollen, müssen wir uns darüber im klaren darüber sein, was die Probleme verursacht hat und auf dieser Grundlage weiterdiskutieren.

(Gastbeitrag von Evi)