Berlin: Verwandtschaft will Hochzeit verhindern

Die Wahl des Ehepartners gehört bei uns zum Selbstbestimmungsrecht. Einmischungen und gut gemeinte Ratschläge sind wenig erwünscht. Anders in Kulturen, die uns als Bereicherung angepriesen werden. Dort bestimmt die Familie, mit wem Frau und Mann ihr Leben zu verbringen haben – und ist sie nicht willig, so droht ihr Gewalt. Alles nicht schlimm, findet der Tagesspiegel und berichtet im heiteren Plauderton:

Die lieben Verwandten sind nicht immer eine Hilfe, wenn es um die Ausrichtung einer Hochzeit geht – im Gegenteil. In Berlin-Kreuzberg musste ein junges, türkischstämmiges Pärchen im Keller Schutz vor den aufgebrachten Verwandten der Braut suchen. Die wollten die bevorstehende Hochzeit um jeden Preis verhindern.

Wegen eines Streits um die bevorstehende Hochzeit hat die Polizei am Montag in Berlin ein türkischstämmiges Pärchen vor den aufgebrachten Verwandten der Braut beschützen müssen. Die Familienmitglieder der jungen Frau seien gegen die Verbindung gewesen und hätten die beiden Heiratswilligen verbal bedroht, teilte die Polizei mit. Der 21 Jahre alte Mann und seine 18-jährige Partnerin seien vor der zunächst etwa zehnköpfigen Gruppe in den Keller eines Hauses in Kreuzberg geflüchtet.

Alarmierte Beamte mussten Unterstützungskräfte anfordern, um die auf ungefähr 30 Personen angewachsene Menge aufzulösen. Die junge Frau und ihr Partner blieben unverletzt.

Nein, ist das lustig, wie die beiden um ihr Leben gerannt sind und die Frau wahrscheinlich für den Rest ihres Daseins um ihr Leben fürchten muss. Eine humorvolle folkloristische Einlage! Ein Einzelfall natürlich! Und keinesfalls werden wir gestört mit der Tatsache, dass Tausende solcher Konflikte zugunsten des Clans entschieden werden, lebenslanges Leid der Beteiligten inklusive.

(Spürnasen: Jean und Frank)