Die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey (SP) hat sich wahrhaft schon so manchen Fauxpas geleistet. Einen Fehltritt der besonders üblen Sorte beging sie, als sie kürzlich in Betracht zog, einen Dialog mit Al Kaida Chef Osama bin Laden zu führen. Nach zahlreichen Protesten aus dem In- und Ausland dementierte das Außenministerium und erklärte, diese Aussage der Ministerin sei rein rhetorischer Natur gewesen, und wer etwas anderes behauptet, der wird bestraft.

Der ministeriale Osama-Fauxpas-Maulkorb gilt international. Micheline Calmy-Rey hat in Paris bereits offiziell wegen eines Journalisten der Agentur AFP interveniert, der ihre „Gedankenspiele über einen Dialog“ mit Osama bin Laden angeblich falsch verstanden habe. Eine Rede vor der internationalen Presse in Genf sagte sie deshalb ab und zieht alle Register, um die Journalisten zum Schweigen zu bringen. Nichts desto trotz lässt sich die renommierte NZZ nicht den Mund verbieten und wir selbstverständlich auch nicht.

Geht ein Schuss nach hinten los, klemmt es in der Regel vorne. Bundesrätin Micheline Calmy-Rey kümmert das offenbar nicht. Nach dem weltweiten Wirbel über einen möglichen „Dialog“ der Schweiz mit dem Kaida-Chef versucht die Außenministerin nun jenen Journalisten abzustrafen, der ihre Rede an der Botschafterkonferenz ihrer Meinung nach falsch interpretiert hat: Denis Rousseau, Leiter des Genfer Büros von Agence France-Presse (AFP), der drittgrössten Nachrichtenagentur der Welt.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) veröffentlichte bereits vor zwei Wochen eine „Richtigstellung“ zu den Medienberichten über Calmy-Reys Rede. Jetzt sahen sich die Schweizer Diplomaten veranlasst, auch noch in Paris gegen die Meldung zu protestieren. Das EDA beschwerte sich nicht nur schriftlich bei der AFP-Direktion, sondern intervenierte auch am Quai d’Orsay. Auch Außenminister Bernard Kouchner, derzeit vor allem mit der EU-Ratspräsidentschaft beschäftigt, erhielt eine Kopie der Depesche aus Bern.

Die Agentur AFP will das Schreiben nicht im vollen Wortlaut publik machen. Wie die Zeitung „Le Temps“ berichtet, spielt das EDA im Brief an die AFP-Direktion auf die Akkreditierung des Mitarbeiters an und fordert die Agentur auf, „die Konsequenzen zu ziehen“. Der gescholtene Journalist erklärt gegenüber der NZZ, dass in Bezug auf seine Akkreditierung in Genf „noch keine Entscheidung getroffen worden“ sei. Für Rousseau wäre es übrigens nicht das erste Mal, dass er ein Land wegen nicht genehmer Berichterstattung verlassen müsste: In Kuba erhielt er auf Geheiss von Fidel Castro persönlich den Laufpass. Eine Wiederholung würde vielleicht Rousseau, aber kaum seinem Gastland zur Ehre gereichen.

Die Passage, auf die sich der Leiter des Genfer Büros von Agence France-Presse bezog und die Calmy-Rey nachträglich als rein „rhetorische Frage“ verstanden haben wollte, lautete:

„Sollen wir auf diese Moralisten hören? Und wenn nicht: Sollen wir den Dialog suchen, ohne zu unterscheiden, auch wenn das bedeutet, mit Usama bin Ladin an einem Tisch zu sitzen.“

Diese offizielle Einladung einer Außenministerin in eine „rhetorische Frage“ umzubiegen, bedürfte über alle diplomatischen Bemühungen und Drohungen hinaus, meisterhafter magischer Fähigkeiten. Madame Calmy-Rey hat ihr wahres Gesicht gezeigt.

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30 KOMMENTARE

  1. Die Schweizer sind aber auch nicht zu beneiden mit Ihrer Außenministerin Micheline Calmy-Rey, die setzte sich doch auch ein Kopftuch auf als Sie bei Staatspräsident Mahm?d Ahmad?-Než?d im Iran zu Besuch war.

    Die ist sich scheinbar für nichts zu schade, auch wenn Sie sich anbietern muß.

  2. Calmy-Rey will unbedingt mit einer „außergewöhnlichen Heldentat“ groß herauskommen. Aber es offenbart sich ein Kleingeist. Eben jener, der unbedingt „groß herauskommen“ will. Aus der Schweiz versteht sich, nicht aus dem Kleingeist.

  3. Wenn die Alte einen Weg gefunden hat, mit den Toten zu kommunizieren, dann HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!
    Der Typ ist eine Leiche und fertig.

    Und mit unserem Blutgeld zahlendem Außenminister sind wir auch nicht besser dran. Der sucht heute noch nach den moderaten Taliban, stellt Ferndiagnosen und rappt sich einen.

    Jeder hat sein Päckchen zu tragen…

  4. Liebe Schweizer,

    dieses Jahr habe ich 2 Wochen Urlaub bei euch verbracht. (Thuner See) Ihr seid ein gesegnetes Land, Natur wunderschön, saubere Städte (zumindest Thun), gute Strassen, pünktliche SBB, liebe Menschen, nicht in der EG.
    Warum tut ihr euch diese Außenministerin an?

  5. #4 Rucki

    Wir Schweizer leisten uns nicht nur die bescheurtste Aussenministerin, wir leisten uns auch eine Volkswirtschaftsministerin, die unverhohlen dem „Gender mainstream“ nacheifert): Krippen können Kinder genausogut betreuen, wie eine Mutter), einen Wehrminister, der lügt wie gedruckt, eine Justizministerin, die intrigiert, lügt und bescheisst, dass sogar der Teufel rot würde, einen Bundespräsidenten, der Andersdenkende mit Nazi-Vokabular überzieht und sich danach (ob demenz- oder alkoholbedingt) an nichts mehr richtig erinnern kann und einen Energieminister, den man höchtens zur einer Gottschalk-Laudatio als Pausenclown detachieren kann.

    Ja, uns Schweizern geht’s halt immer noch zu gut, wenn wir es uns immer noch leisten können, solche Totalversager als unsere „Regierung“ durchzufüttern.

    Das Niderschmetternde daran: Besserung ist nicht in Sicht !

  6. #5 Cornet
    Als Deutscher muss ich bei Calmy-Rey auch leider konstatieren: So sieht’s also aus, wenn gutmenschliche Dummheit zur Gefahr des Gemeinwesens wird.
    Allerdings sitzen wir diesbezüglich auch im Glashaus…

  7. #6 Pro D

    Aber immerhin habt Ihr in D eine Steigerung bezüglich des Aussenministerpostens zu verzeichnen (von Josef Fischer zu Steinmeier), wenn auch auf tiefem Niveau (was ich mir anmasse, festzustellen).

  8. Man müsste schon den Kontext dieses Zitats kennen, um zu beurteilen, was die Ministerin wirklich gemeint hat. So ist das nicht zu beurteilen.

    In dem obigen Zitat sind zwei Fragesätze enthalten, im zweiten Satz fehlt lediglich das Fragezeichen.

  9. Wär doch eine gute Idee, die gute kriegt nen Minisender verpasst der durch Sat oder sonstwas genau geortet werden kann und dann, wenn sie sich im freundlichsten Dialüg mit OBL befindet, schmeissen die Amis ne Bombe drauf. Dann wären gleich 2 Probleme auf einmal beseitigt. Vielleicht kann sie noch unseren zuständigen Minister dazu animieren mitzugehen, dann wärens gleich 3.

  10. Ich kann nur erneut beteuern, wie sehr ich mich für diese Frau schäme. Sie schadet mit jedem Schritt den sie tut dem Ansehen meiner Heimat. Eine Schsnde, dass sowas auch noch legitimiert ist schweizer Interessen im Ausland zu vertreten. Da wird einem übel!!

    Zuerst das Kuschelfoto mit Ahmadinejad im Kopftuch und jetzt dieser fauxpas. Ich hoffe, dass die anderen Nationalratsparteien sich jetzt endlich was überlegen und diese Iran & Islamministerin in den Wind schießen.

  11. @ cornet

    Eine treffende Bestandsaufnahme unserer Politik.
    Leider sind diese Dilletanten noch bis 2011 im Amt. Man darf gespannt sein, was als nächstes an der Reihe ist? Vielleicht ein Vielleicht kommt Leuenberger mit einem Benzinpreisaufschlag von einem Franken statt 50 Rappen daher? Weil unser Klima braucht es ja so dringend.

    Oder Madame Micheline kuschelt innig mit Gadhafi? Hoppla, ist da nicht sowas geplant?

  12. #7 cornet, #13 wolaufensie

    Völlig d’accord!
    Das wäre bezüglich des lieben Joschka F. umgekehrt genauso, als wenn ein gewalttätiger Rechtextremist unser Außenminister würde…
    Verkommene ‚Republik‘!

  13. Auweia, ich schäme mich so für mein Land, eieieieiei. Im Kanton (DE: Bundesland) hinterliess die emsige Geldausgeberin und Egomanin einen Schuldenberg von mehreren XX Millionen Franken.

    Kürzlich hat sie VON SICH AUS (!!) angeboten im Georgien-Konflikt zu vermitteln. Zu diesem plumpen Anbiederungsversuch hat Herr Putin eine eindeutige Meinung: Ich empfehle jedem das Interview des Journalisten Roth mit Herrn Putin online auf ARD zu schauen (solange es noch online erhältlich ist)

    Vorschlag an unsere Departementschefin (Info: Die Schweiz hat keine Minister): Stoffkäfig und ab nach Tora Bora zum Osama Bin Laden. Pra.

  14. Bei Schweizer Bundesräte/innen zählt nicht die Leistung oder gar den Ausmass des angerichteten Schaden.
    Wichtig ist ,dass sie möglichst die Selbsbedienunglobbys des Etatismus nicht in ihrer Arbeit beeinträchtigen.
    Oder auch: unter den heutigen Umstände hätte in der schweiz Selbst ein Einzellenorganismus genügend Leistungsausweis um Bundesart zu sein.
    Vermutlich würde er das Nichtstun noch besser als die heutigen bewältigen…..

  15. Die Dame ist scheinbar äusserst beindruckt von „ganzen Kerlen“ (Susanne Osthoff).
    Wer weiss was psychologisch der Grund dafür ist. Man riecht den Unrat!

  16. ICh würde auch einen Dialog mit Osama Murder Bin Laden führen.
    Auf 300 Meter und mit meiner Argumentationshilfe in .223.

    Das Kopfgeld war die korrekte Entscheidung bezüglich des Massenmörders.

  17. Ist das die böse Hexe des Westens oder die böse Hexe des Ostens? Leider habe ich keine roten Schuhe, daher wüsste ich es gerne…

  18. Hach ja!
    Meine liebste Calmy, unsere Chef Feministin vom Dienst. Wenn nur diese dumme Brautschleier Geschichte mit dem Mahmud nicht gewesen wäre.
    Haben die beiden nun übrigens geheiratet oder konnte man sich wegen des Brautgeldes nicht einigen?
    Aber diesmal habt ihr sie wirklich schön getroffen.
    Gefällt mir wirklich gut, das Foto.

  19. Michelle ist einfach nur Naiv, verblendet und auch sehr Peinlich.
    In den CH-Mainstream-Medien wird Sie jedoch immer völlig unkritisch und selbstverständlich nur positiv dargestellt, immer dieses gleiche, aufgesetze Grinsen auf den Fotos welche immer wieder suggerieren sollen dass Sie zu den „Guten“ gehört.
    Jaja, sie ist eine ganz „starke Frau“ und kämpft für die Gerechtigkeit.
    Beim unkritischem, einseitig informiertem Durchschnitts CH-MSM-Medienkonsumenten (Mehrheit der Bevölkerung) kommt dies gut an und deshalb wird Sie gewählt.

    In der Schweiz mag es im Vergleich zu D noch nicht ganz so weit sein mit Umsetzung der multi-kulti- gendergemainstreamten Gesellschaft, aber wir sind auf dem besten Weg dazu!

    Gruss aus Bern

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