Christenverbrennung in Saudi-Arabien

Ein besonders grausamer „Ehrenmord“ hat sich in Saudi-Arabien zugetragen. Ein Mädchen wurde von ihrem muslimischen Vater ermordet, weil er herausgefunden hatte, dass seine Tochter unerlaubterweise vom Islam zum Christentum übergetreten war. Das Mädchen hatte in verschiedenen Internetforen über den Glaubenswechsel geschrieben. Einige Tage vor ihren Tod schilderte sie in ihrem Blog, dass ihre Familie über ihren Glaubensübertritt Verdacht geschöpft habe. Sie fürchte nun um ihr Leben.

(Gastbeitrag von Open Doors Schweiz)

Die Situation für Muslime, die Christen werden, ist in Saudi-Arabien sehr gefährlich, besonders für Frauen. Über Satellitenfernsehen oder das Internet erfahren die Einwohner vom Evangelium; einige wurden – wie das junge Mädchen – dadurch Christen. Ein öffentliches Bekenntnis ist aber lebensgefährlich.

Der Islam ist in Saudi-Arabien Staatsreligion, 99 Prozent der rund 28 Millionen Einwohner gehören ihm an. Fanatische Muslime glauben, dass ihnen der Prophet Mohammed aufgetragen hat, dass jeder getötet werden muss, der den Islam verlassen hat.

Die meisten Christen im Land sind Gastarbeiter. Ehemalige Muslime leben ihren Glauben meist im Geheimen. Selbst Gastarbeitern und Diplomaten ist es bei Strafe verboten, einen Gottesdienst zu feiern oder eine Taufe durchzuführen. Und während die Saudis im Westen den Bau von Moscheen fordern und bezahlen, ist der Bau von Kirchen und Synagogen in Saudi-Arabien selbst verboten. Wird jemand der Missionierung beschuldigt, wird bei der Strafe die Nationalität gewichtet. Westler, zum Beispiel Deutsche, Franzosen oder US-Amerikaner, werden des Landes verwiesen. Missionare etwa aus Südostasien oder Afrika werden inhaftiert, manche landen in den Folterkellern oder werden hingerichtet.

Auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex, einer Liste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden, steht Saudi-Arabien nach Nordkorea an zweiter Position.