20 Jahre Haft für islamkritischen Journalisten

Vielleicht muss auch hierzulande bald mit solchen Maßnahmen rechnen, wer es wagt, vom Medien-Mainstream abzuweichen und die Wahrheit unzensiert ans Tageslicht zu bringen. In Afghanistan ist jetzt bereits ein Journalismus-Student (Foto) zu 20 Jahren hinter Gittern verurteilt worden, weil er sich kritisch mit Frauenrechten im Islam auseinandergesetzt hatte.

Eigentlich wäre der 24-jährige Sayed Parwez Kaambakhsh sogar zur Todesstrafe verurteilt gewesen, wenn nicht das Berufungsgericht in einem Anflug von „Milde“ das Urteil in eine Gefängnisstrafe umgewandelt hätte.

Der Grund für die Verurteilung: Ihm wird die Verbreitung eines Textes zur Last gelegt, in dem Mohammed – völlig zurecht – die Missachtung von Frauenrechten vorgeworfen wurde.

Den aus dem Iran stammenden Text hatte er aus dem Internet geladen und an Freunde verteilt. In dem Artikel wurde etwa die Frage aufgeworfen, warum Männer vier Ehefrauen haben können – aber Frauen nicht vier Ehemänner.

Die drei Richter trafen ihre Entscheidung am Dienstag nach einem eintägigen Prozess. Dabei wurden die Verteidiger des 24-jährigen Studenten und Zeugen der Anklage gehört

Ende Januar hatte ein Gericht in Masar-i-Sharif Kaambakhsh zum Tode verurteilt. Hätte es daraufhin keine Proteste gegeben, wäre das Urteil vollstreckt worden. Jetzt muss er „nur“ ins Gefängnis – ein halbes Leben lang. So lange, wie hierzulande Mörder einsitzen. Nur dass diese es hier wohl etwas bequemer haben und bei „guter Führung“ vorzeitig entlassen werden.

(Spürnase: Behrens)