Düsseldorf entscheidet Pro-Kopftuch

Die Düsseldorfer Anne-Frank-Schule hatte sich wirklich etwas Haarsträubendes erlaubt, einfach mal in einem Anflug religiöser Intoleranz den Schülerinnen das Kopftuchtragen zu verbieten. Ein klarer Fall für die Gutmenschen-Polizei zur Bewahrung interkultureller Vielfalt und multikultureller Übertoleranz, die auch sofort eingegriffen hat. Mit Erfolg, wie zu erwarten war.

Ein Verbot sei nicht vereinbar mit dem Schulgesetz, stellte jetzt das Schulministerium klar.

Schulleiter Bernd Hinke hatte Eltern auf Änderungen der Hausordnung aufmerksam gemacht. Danach dürften Kopfbedeckungen auch aus religiösen Gründen während des Unterrichts nicht getragen werden. Er begründete dies damit, dass das Leben in Deutschland „an christlichen und demokratischen Werten orientiert“ sei. Das Kopftuch werde als Symbol der Unterdrückung der Frau und fehlender Gleichberechtigung verstanden. Damit widerspreche es dem Grundgesetz und „den Werten, die wir unseren Schülerinnen und Schülern vermitteln wollen“.

Das sieht das Schulministerium anders: Ein Kopftuchverbot gebe es im Schulgesetz nicht; es sei auch nicht vereinbar mit den Prinzipien der Verfassung. Man habe die Bezirksregierung beauftragt, die Schulleitung darauf hinzuweisen, sagte ein Sprecher des Ministeriums gegenüber idea. Die Bezirksregierung will im Gespräch mit Hinke die Angelegenheit abschließend klären. Während Kopftuchverbote für Schüler ausgeschlossen sind, gilt ein solches Verbot aber für muslimische Lehrerinnen. Mehrere Gerichte hätten bestätigt, dass das Kopftuchverbot für Lehrer keinen Eingriff in die Religionsfreiheit darstelle, so das Ministerium.

Jedenfalls gilt das Kopftuchverbot für Lehrerinnen noch. Wie lange sich dieses Verbot halten kann, wird sich zeigen. Wenn Schülerinnen ein Kopftuch tragen dürfen, ist es dann statthaft, den Lehrerinnen die Verschleierung in diskriminierender Weise zu untersagen? Das werden sich die Toleranz-Tugendwächter fragen. Fortsetzung folgt…

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(Spürnase: Marianne A.)