Ein „Allahu Akbar“ für Rotterdam

Ahmet Aboutaleb (Foto), ein marokkanischer Einwanderer mit marokkanischem und holländischem Doppel-Pass, wird als erster muslimischer Bürgermeister Hollands die zweitgrößte Stadt des Landes regieren. Die christlich-liberale Zeitung „Trouw“ freut sich über diesen „enormen Fortschritt“ in der Integration der Zuwanderer.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Niederlande soll ein Einwanderer und Muslim Bürgermeister einer Großstadt werden: Ahmed Aboutaleb ist als Jugendlicher aus Marokko in die Niederlande gekommen. Jetzt übernimmt er das höchste Amt in Rotterdam, der zweitgrößten Stadt des Landes. (…) Der Beschluss, den die sozialdemokratische Mehrheit im Rotterdamer Stadtrat am Donnerstag durchsetzte, beherrscht die politische Diskussion in den Niederlanden. Die Berufung eines bekennenden Muslims an die Spitze einer Großstadt sei ein „enormer Fortschritt in der nationalen Debatte über die Integration von Einwanderern“, kommentierte die christlich-liberale Zeitung „Trouw“.

Aboutaleb sei „der Prototyp des modernen Sozialdemokraten“, würdigte PvdA-Chef Wouter Bos, Finanzminister in der Regierung von Jan Peter Balkenende, seinen prominenten Parteifreund. Das habe er ab 2004 auch als Stadtrat für Soziales, Bildung und Integration in der Hauptstadt Amsterdam gezeigt. Damals war der Sohn eines islamischen Geistlichen mit beharrlicher, auf Ausgleich bedachten Politik ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit getreten. In einer durch den politischen Mord an dem Islamkritiker Theo van Gogh geprägten Zeit hatte er sich durch eine Politik des Ausgleichs rasch einen Namen gemacht.

Wie gleicht man aus in einem Mordfall?

Auf Kritik stieß die Entscheidung bei der rechtsliberalen Partei für Freiheit und Demokratie (VVD). Die Wahl eines Muslims mit zwei Pässen sei ein falsches Signal.

Klar, wer dagegen ist, muss irgendwas mit „rechts“ sein.

(Spürnasen: Herakleitos, Nuke da Cube, Thierry, Ludwig St., Geheimrat, fnord, unrein, Dr. Alfred Sch., Frank, MilitesChristi, BerndG und Friedrich A.)