Eine kleine Stadt in Deutschland

MecktownKennen Sie diesen berühmten Roman von John LeCarre? Nun, mit unserer kleinen Stadt ist nicht Bonn gemeint, in der dieser Roman hauptsächlich spielt. Allerdings eine Stadt, die nur 20 km von der ehemaligen Bundeshauptstadt entfernt liegt. Eine Stadt, in der zwei Bundespräsidenten (Karl Carstens und Horst Köhler) gewohnt haben, in der bekannte Unternehmen wie Rungis Express oder die Grafschafter Krautfabrik (Zuckerrübensirup) ihren Sitz haben. Und ein großer Teil des Bundeskriminalamts arbeitet.

Diese Stadt heißt Mecktown. Kennen Sie nicht? Kein Wunder, denn ihr offizieller Name lautet Meckenheim. Eine 25.000 Einwohner Stadt, die in den 60er und 70er Jahren rasant angewachsen ist, nachdem Beamte sowie Angestellte von Lobbyisten und Verbänden aus Bonn rausgezogen sind.

Was hat es mit Mecktown auf sich? Meckenheim hat einen Stadtteil namens Ruhrfeld, dem eigentlichen Mecktown. Ruhrfeld besteht hauptsächlich aus Wohnblöcken mit Sozialwohnungen. Dort leben 2.000 Menschen, davon rund 600 mit ausländischer Herkunft. 40 Prozent davon sind unter 18 Jahre alt.

Um diese 40 Prozent Kinder und Jugendlichen geht es. Der Bonner General-Anzeiger zitiert die Sprüche der Gangs im Internet „Kölnkreuzmafia“ und „Allgemeine Kaputtschläger“:

Hier regiert die Kölnkreuzmafia
Mecktown is eine der härtesten städte mit frankfurt und berlin! die ganzen kurden und türken hier sind kickboxer oder junkies mit richtigen waffen. hut ab vor denen die im kölnkreuz überleben.

Eine typische No-Go-Area, wie auch die Moderatorin der Bonner Lokalzeit vom WDR, Evelyn Seibert (bekannt vom SWR 3 Radio), zugeben musste. Die Situation ist so eskaliert, dass laut General-Anzeiger mittlerweile die Linienbusse nachts nicht mehr die in diesem Viertel befindliche Haltestelle „Am Kölnkreuz“ anfahren, weil die Busse in dem Viertel mehrfach mit Steinen beworfen wurden, mit einem Luftgewehr auf die Busse geschossen wurde und auch schon Busfahrer bedroht worden sind.

Die Behörden reagieren hilflos. So hat die Stadt das rund um die Haltestelle wachsende Grün stark zurückgeschnitten und es wurden mit Polizeiunterstützung eine Fahrkartenkontrolle in den Bussen am frühen Morgen durchgeführt, wenn der hoffnungsvolle Nachwuchs, erschöpft von den nächtlichen Streifzügen, im Bett schlummert. Durch SMS gewarnt, wurde bei dieser personalintensiven Aktion auch nur verhältnismäßig wenige Schwarzfahrer festgestellt, so der General Anzeiger.

Mecktown ist überall. Es sind nicht nur die Großstädte wie Berlin, Duisburg oder Frankfurt, in denen sich die No-Go-Areas ausbreiten. Nein, die Kulturbereicherung hat auch schon längst die Provinz erreicht! Im Köln-Bonner Raum haben in den letzten Monaten Vorfälle zugenommen, bei denen immer wieder Scheiben von Bussen, S-Bahnen und Nahverkehrszügen mit Steinen beworfen oder beschossen werden und das besonders auf freier Strecke außerhalb der Städte. Ernsthafte Verletzungen von Fahrgästen hat es bis jetzt glücklicherweise noch nicht gegeben, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Ebenso wie in Berlin werden mittlerweile die Busfahrer bedroht, wie der Express meldet. Auch hier reagiert der Busbetreiber, die Stadtwerke Bonn (SWB), hilflos: es wird Deeskalationstraining mit den Fahrern betrieben und:

Um genügend Fahrer für diese unbeliebte Schicht zu gewinnen, sollen demnächst kostenlose Fresspakete ausgegeben werden.

Weiter meldet die SWB:

Nicht nur Gewalt ist ein Problem. Auch Zerstörungen und Diebstähle nehmen dramatisch zu. 2007 wurden 2.000 Sitzpolster aufgeschlitzt. Dazu kamen 800 geklaute Nothämmer. In diesem Jahr tobten sich die Vandalen schon in 146 Wartehäuschen aus. Schadenssumme 2008: eine Dreiviertelmillion Euro. Tendenz rasant steigend.

Da sehnt man sich direkt nach der Welt zurück, die John LeCarre in seinem Roman beschrieben hat…

(Gastbeitrag von Aufgewachter)