Minarette sind Machtsymbole kein Menschenrecht

Hisham Maizar, Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz, wird öfters in christlichen Publikationen zitiert. So auch in einem am 12. Oktober in der Zeitung der Sonntag veröffentlichten Interview, in dem sich Herr Maizar gegen die Minarett-Initiative in der Schweiz auslässt. Er sieht das Volksbegeheren als Angriff auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Schweiz. Wir veröffentlichen hier eine PI zur Verfügung gestellte Stellungnahme des Initiativ-Komitees dazu.

Den von Herrn Hisham Maizar in verschiedenen Schweizer Zeitungen gemachten Äußerungen in einem Interview vom Sonntag, 12. Oktober 2008, betreffend Minarett-Initiative (siehe pdf), halten wir folgende Stellungnahme entgegen:

Wenn Herr Maizar behauptet, die Minarett-Initiative richte sich gegen die Muslime in der Schweiz, ist das eine Unterstellung. Die Initiative richtet sich gegen die Ausbreitung sichtbarer Machtsymbole eines Politislam, der mit unseren Menschenrechten und unserem gültigen Rechtssystem nicht vereinbar ist.

Wir sind davon ausgegangen, dass diese Tatsache auch zu Herrn Maizar, dem Präsidenten der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz durchgedrungen ist, müssen aber eingestehen, dass wir uns getäuscht haben. Vielmehr scheint Herr Maizar die sich ihm anbietende Medienplattform dazu zu nutzen, Falschaussagen und damit willkürliche Propaganda gegen die wahren Absichten der Initiative zu nutzen. Ebenso scheint Herrn Maizar zu entgehen, dass längst nicht alle Muslime in der Schweiz Minarettbauten hier im Land befürworten.

Wenigstens gibt Herr Maizar zu, dass in islamischen Ländern Menschenrechtsverstöße vorkommen. Inzwischen ist es nicht nur Menschenrechtsexperten sondern auch einer breiten Öffentlichkeit in der Schweiz bewusst, dass Verfolgung in islamischen Staaten zur Tagesordnung gehört und dass tagtäglich tausende von Andersgläubigen unter dem Symbol des Halbmondes, der zu jedem Minarett gehört, umgebracht werden. Leider vergisst Herr Maizar in seinem Interview darauf hinzuweisen, dass heute alle drei Minuten ein Christ um seines Glaubens willen ermordet wird. Das Zentrum der Christenverfolgung ist die islamische Welt. (Gemäß Jahrbuch der Märtyrer 2007)

Die Aussage, die Initiative sei ein Verstoß gegen die Menschenrechte, entbehrt jeder Grundlage. Ein auf demokratischen Grundsätzen verankertes Initiativ-Recht hat mit Menschenrechtsverletzungen nichts zu tun hat. Man kann diese Unkenntnis über unsere Gesetzmäßigkeit vielleicht damit entschuldigen, dass es in islamischen Ländern kein Gesetz gibt, welches ein Initiativrecht erlaubt. Somit sucht man den Ausdruck Demokratie und Initiativrecht im islamischen Wörterbuch leider vergebens.

Im Interview wird bemängelt, dass den Islamorganisationen der Schweiz die Mittel fehlen, um über den „wahren“ Islam zu informieren. Leider wird mit keinem Wort darauf hingewiesen, wo denn dieser „wahre“ Islam zu finden sei. Meint Herr Maizar mit „wahrem Islam“ die tausenden in der Schweiz nachweislich zwangsverheirateten Frauen muslimischer Herkunft? Die in deutschen Städten zu unlösbaren Problemen gewachsenen Parallelkulturen? Die im Moment stattfindende Christenverfolgung im Nord-Irak? Die Legitimation von Ehrenmorden – notabene auch in Europa? Die Fatwa (islamisch-religiöses Rechtsgutachten), welche die Ermordung von Islam-Abtrünnigen fordert? Die Verfolgung von Menschen, die dem Islam den Rücken kehren?

Herr Maizar ist Vertreter des sunnitischen Islam. In diesem Islam zählt man nicht nur den Koran, sondern auch die sechs Bücher Hadith zu den göttlich inspirierten Schriften. In den Büchern Hadith, welche die Lebensgewohnheiten Mohammeds wiedergeben, werden die grausamen Verfolgungen Andersgläubiger durch den Religionsgründer beschrieben. Diese Tatsache und der Hinweis, dass die islamische Ideologie, welche Legitimation und freie Entfaltung unter bei uns geltenden Menschenrechten fordert, in sich selber keine Religionsfreiheit kennt, darf nicht verschwiegen werden.

In der Schweiz kann jeder glauben, was er will. Und genau das soll auch in Zukunft so bleiben. Darum braucht man in der Schweiz keine für unsere christlich-jüdische Tradition einschneidenden Symbolbauten einer Ideologie, die in sich selber keine Religionsfreiheit kennt und per Definition aus dem Koran keine andere Religion neben sich dulden darf.

Momentan – im Status einer Minderheitsreligion – stellt der Islam keine Gefahr für die christliche Kultur und Religion dar. Was ist, wenn in einigen Jahren die islamische Minderheit in unserem Land größeren Einfluss erhält? Erfahrungen in Deutschland, Frankreich und England zeigen, dass der Islam – einmal einflussreich geworden – gegenüber anderen Religionen alles andere als tolerant ist.

Wir erwarten vom Präsidenten und Vertreter der sunnitischen Muslime mehr Sachlichkeit in der Minarett- und Initiativdiskussion und keine unqualifizierten, pauschalisierenden und polemischen Rundumschläge.

» Kontakt zum Initiativ-Komitee „Gegen den Bau von Minaretten“: info@minarette.ch