Linksfaschisten stören Pro Köln-Infostand

Linksfaschisten stören Pro Köln-VeranstaltungSeit einigen Jahren findet jedes Jahr im Herbst im Kölner Rathaus ein sog. „Tag der Jugend“ statt. Es wird dann zunächst im Ratssaal eine fiktive Ratssitzung veranstaltet, bei der einige Schulklassen die Ratsmitglieder darstellen, und Oberbürgermeister Schramma führt dabei den Vorsitz, wie bei jeder richtigen Ratssitzung auch. Dazu werden auch die Ratsmitglieder eingeladen, die dann jedoch, sofern sie dieser Einladung Folge leisten, auf der Besuchertribüne Platz nehmen.

(Gastbeitrag von Regina Wilden, Ratsmitglied von Pro Köln)

Im Lichthof des Spanischen Baus – also dem Gebäude, in dem die Ratssitzungen stattfinden – haben an diesem Tag die einzelnen Parteien im Rathaus einen Infostand aufgebaut, mit Plakatwänden und Prospektmaterial, wo interessierte Jugendliche sich informieren oder das Gespräch mit den Parteien suchen können.

LinksfaschistenSelbstverständlich hatte auch pro Köln als eine der Rathaus vertretenen Fraktionen einen Infostand aufgebaut und Infoschriften ausgelegt. Auch ich war an diesem Infostand. Zu Beginn gesellten sich ein paar jüngere Leute hinzu und fingen mit uns zu reden an. Meine beiden Kollegen der Standbesetzung warnten mich und sagten, sie würden diese Leute kennen, aber da sie sich normal verhielten und im Grunde genommen nichts gegen sie einzuwenden war, sprach ich mit ihnen. Warum soll ich nicht mit jemandem reden, der mir friedlich und einigermaßen höflich entgegenkommt, auch wenn es mein politischer Gegner ist.

Später dann kamen ein paar weitere Leute dazu, unter anderem zogen dann ein paar von denen einige große blaue Müll-Plastiksäcke heraus und taten ihr Infomaterial, das sie vorher von unserem Stand genommen hatten, da hinein (siehe Foto ganz oben). Sie forderten auch andere auf, Prospekte von unserem Stand zu nehmen und dann in die Müllsäcke zu tun, was auch geschah. Auch selbst griffen sie immer wieder zu und nahmen sich Material und steckten es dann in die Säcke.

Ich selbst fotografierte unseren Stand, die anderen Stände und das Geschehen. Selbstverständlich fotografierten auch andere Leute, unter anderem auch Presse und Fernsehen, aber nicht mit sehr großem Aufgebot, aber es wurde fotografiert, wie immer bei solchen Anlässen.

Da kam ein Mann mit einer Art Beethoven-Frisur zu mir, der mich aufforderte, das Fotografieren zu unterlassen. Auf mein Befragen sagte er, er sei von der Verwaltung, habe diese Veranstaltung ausgerichtet und habe folglich etwas zu sagen und ich dürfe keine Personen fotografieren.

Beethoven-MannIch fotografierte selbstverständlich weiter, wies ihn darauf hin, dass dies bei solchen Veranstaltungen üblich ist und dass andere das auch tun. Ich konnte nicht sehen, dass er andere dazu aufforderte, nicht zu fotografieren, während er bei mir das mehrmals tat.

Später dann gestaltete sich das Geschehen um unseren Stand herum unerfreulich. Es kam auch ein Pulk von türkischen Schülern mit den üblichen Fragen: „Warum sind Sie gegen Ausländer? Warum wollen Sie keine Moschee? In der Türkei gibt es doch auch Kirchen. Die Türken wurden doch aus der Türkei geholt“ und so weiter. Natürlich erklärten wir ihnen, dass wir nichts „gegen Ausländer“ haben, und meine Frage, ob denn nun die Hagia Sophia wieder eine Kirche sei, konnte ein junger türkischer Schüler nicht beantworten.

Aufgrund der unberechenbaren Situation forderte ich einen meiner Kollegen auf, vorsichtshalber die Polizei anzurufen. Dann sah ich, dass im Foyer zwei Polizisten stehen, ging zu denen hin und bat darum, dass einer von denen sich doch in unsere Nähe stellen möge. Sie riefen Kollegen an, und auf meine zweite Bitte hin, doch das Geschehen an unserem Stand im Auge zu behalten, kamen sie dieser Aufforderung nach.

Tag der JugendSpäter fingen die Antifaschisten Linksfaschisten an, bündelweise von unserem Stand Infomaterial zu rauben und in die Plastiktüten zu stecken, was wir nun zu verhindern versuchten, indem wir die Hand auf die Prospekte legten und sagten: „Hier nimmt niemand etwas weg“. Sie beklebten unseren Stand und unsere Plakatwände mit ihren linksextremen Aufklebern, in denen wir als Nazis etc. bezeichnet werden. Die beiden Polizisten waren schon längst wieder weg.

Da ging ich wieder ins Foyer, in dem inzwischen sechs Polizisten standen und sich offenbar über wichtige Dinge unterhielten. Ich bat sie, dass doch jemand zu unserem Stand kommen möge, die Situation könnte eskalieren und man würde dauernd Bündel von Drucksachen von unserem Stand entreißen und wolle sie in die Plastiktüten stecken. Da sagte eine Polizistin, wir sollten uns selbst darum kümmern, dass das nicht geschieht und ich ging wieder zu unserem Stand.

Inzwischen hatte einer der Linksfaschisten irgendein polemisches Druckwerk in der Hand und stellte sich unmittelbar neben Manfred Rouhs und las laut aus dieser Drucksache vor, die in der üblichen Weise in denunziatorischer und verleumderische Weise geschrieben war. Manfred Rouhs stand ruhig und ohne ein Wort zu sagen daneben (siehe Video):

Zweimal kamen Lehrerinnen an unserem Stand und fragten in die Runde, ob sich da Schüler aus ihren Klassen befinden, sie wollten sie von diesem Treiben entfernen, das wirklich für jeden neutralen Beobachter ekelhaft zu beobachten gewesen wäre.

Der Mann mit der Beethoven-Frisur tat nichts, außer dass er mich wieder aufforderte, nicht zu fotografieren. Irgendjemand sagte, bei unserem politischen Programm dürften wir uns doch über die Belästigungen nicht wundern.

Schließlich gab es Lärm und Tumult und ich rief laut nach Polizei, die dann auch aus dem Foyer angelaufen kamen. Irgendein Linksextremist hatte wohl einen Stapel Prospekte von unserem Tisch entreißen wollen und war dabei gehindert worden. Bei dem Tumult fiel ein Tisch um, auf dem etwas Essen angerichtet war.

Danach führte einer der Polizisten einen der Störenfriede hinaus.

Es fiel dem Mann mit der Beethoven-Frisur nicht ein, die Störer aus dem Rathaus zu entfernen, die offenbar auch nicht zu den Schülern gehörten, sondern ausschließlich in der Absicht gekommen waren, uns zu belästigen. Hier wäre einmal Zivilcourage gefragt gewesen und von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen bzw. es wäre keine Zivilcourage gewesen, sondern eine Selbstverständlichkeit und eine Sache der Vernunft, dass solches Gesindel (sic!) im Rathaus nicht geduldet wird. Die Vernunft ist allerdings in solchen Fällen bei vielen Leuten abwesend.

Nach dem Ende der Veranstaltung gingen wir von pro Köln gemeinsam zu unserer Fraktion in der Nähe des Heumarkts. Ein paar Milchbubis (Foto unten) folgten uns und lungerten dann noch eine Weile vor unserer Haustür in der Markmannsgasse herum.

Linksfaschisten stören Pro Köln-Veranstaltung

Das ist Köln … und jeder, der einen blauen Müllsack aufhielt, in den die Leute ihre Zettel von uns tun sollten und jeder der anderem Herumpöbler kam sich vor wie ein kleiner Graf Stauffenberg.