Problemzonen abgeholter Jugendlicher

Ein „Streetworker-Bus, der Jugendliche dort abholen soll, wo sie Halt und Perspektive suchen.“ Köstlich, wie selbst die Sprache entgleist, wenn schwitzende Qualitätsjournalisten auf dem schmalen Grad zwischen der Übermittlung von Nachrichten aus der rauhen Wirklichkeit und ihrem Erziehungsauftrag balancieren. Diesmal geht es um „Problemzonen“ die das rheinische St. Augustin „gleichwohl“ auch hat. Wenn man so sagen darf.

Der Bonner Generalanzeiger ist die Quelle der erheiternden Sprachübungen:

Dass wie in Meckenheim eine Turnhalle in Flammen aufgeht und jugendliche Intensivtäter unter Tatverdacht stehen, ist ein Ausnahmefall. Dass Jugendliche Probleme machen, ist keine Ausnahme. Nur wird das selten zum öffentlichen Thema – wie etwa vergangenes Jahr in Bonn, als Massenschlägereien zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen in Bad Godesberg für Aufsehen sorgten oder ausländische Jugendliche die Vorabi-Feier in Oberkassel gewalttätig sprengten.

Solche Extreme kenne man in Sankt Augustin „in dieser Dimension nicht“, sagt Marcus Lübken, der Sozialdezernent der Stadt. Und spricht dann von zahlreichen Einzelprojekten bis hin zum Streetworker-Bus, der Jugendliche dort abholen soll, wo sie Halt und Perspektive suchen.

Gleichwohl hat auch Sankt Augustin seine Problemzonen, in denen das Verhalten von Jugendlichen – ob Marokkaner oder Russland-Deutsche – von Anwohnern als bedrohlich empfunden wird. Weil es da um Drogengeschäfte geht, auch um Gewalt. Wo Fäuste fliegen, verfliegt das Gefühl von Sicherheit. Aufgeteilte Welten, Parallelgesellschaften.

Zurzeit, sagen Experten, seien die Brennpunkte „relativ unauffällig“. Aber auch Marcus Lübken gesteht zu, dass mitunter alle Projektarbeit nicht hilft: „Es gibt Gruppen, die möchten nicht angesprochen werden.“

Wer Berichte lieber ohne Belehrungsauftrag, dafür in unverkrampfter Sprache bevorzugt, findet hier einige der vom Generalanzeiger verschämt genannten Vorfälle in Klarsprache.