Wien: Lehrer von Migranten verprügelt


Er wollte mit seiner Klasse zum Eislaufen gehen, als die Kinder ohne jeden Grund, wie Lehrer Till I. (Foto) sagt, von drei Jugendlichen angegriffen wurden. Der Lehrer wollte seine Klasse beschützen und ging dazwischen. Resultat: Blaue Flecken am ganzen Körper und eine Platzwunde, die mit vier Stichen genäht werden musste, über dem linken Auge. Zwei der Jugendlichen hießen Süleyman H. (17) und Recep B. (15).

„Unsere Kinder haben die Jugendlichen, die auf der anderen Straßenseite standen, weder angepöbelt noch provoziert“, berichten die beiden Lehrer, Till I. und Thea T.

Die 24 Schüler der dritten Klasse Unterstufe der Schule Pazmanitengasse in Wien-Leopoldstadt waren gerade auf dem Weg zum Eislaufen. Doch nur wenige Meter nach der Schule, beim Volkertmarkt, begannen die Attacken. „Unsere Kinder gingen in Zweierreihe am Gehsteig, plötzlich kam ein Bursch daher und schlug einem Schüler auf den Hinterkopf. Ich stellte mich sofort dazwischen“, so Lehrerin Thea T. (54).

Dann eilte schon ihr Kollege Till I. herbei, drängte den Angreifer ab, ein Gerangel entstand. „Ich habe mich vor dem Kerl aufgebaut und versucht den Burschen von den Kindern weg zu bringen“, sagt Till I. „Dann bemerkte ich, dass zwei weitere Burschen hinzukamen und im gleichen Moment spürte ich schon die ersten Faustschläge.“

Die Situation eskaliert

„ Eines der Kinder hat bei einem der Täter einen Schlagring gesehen.“

Nicht alle Schüler schauten zu

„Ein Bub aus meiner Klasse, der aus Afghanistan stammt, ist mir zu Hilfe geeilt“, sagt Till I. „Er stürzte sich auf einen der Angreifer.“

Doch erst als dem Lehrer das Blut über das Gesicht lief, ließen die Peiniger von ihm ab.

„Die Schulklasse ist verängstigt. Und die Kleinen machten sich Dienstag sogar Vorwürfe, dass sie mehr helfen hätten müssen“, berichtet die geschockte Direktorin Eva Richlik.

Mit dieser Berichterstattung schürt oe24 ein Stück weit Vorurteile in der Gesellschaft. Die Printausgabe der KRONENZEITUNG sprach zunächst von einer „Migrantenbande“, online nimmt sie davon selbstverständlich Abstand. Auch der ORF ist volkspädagogisch zurückhaltend. Dafür erfährt der Leser aber, die Täter schon mal entschuldigend, wodurch die Prügelei ausgelöst wurde: Durch ein Missverständnis. Na dann – alles halb so schlimm!

(Spürnasen: Josef W., Robert H. und Christoph L.)