Tritt Duisburgs Polizeiführung zurück?

Duisburger DhimmipolizeiDer Vorfall in Duisburg wird immer ungeheuerlicher, je mehr Einzelheiten ans Tageslicht kommen. Mit nur drei Hundertschaften (ca. 340 Polizisten) bei 10.000 zum Teil gewaltbereiten Milli Görüs-Anhängern hatte Duisburgs Polizeipräsident Rolf Cebin (Rainer Wendt, Chef der DPolG, der Deutschen Polizeigewerkschaft: „Der schlechteste Polizeipräsident in ganz Deutschland“) seine Beamten am vergangenen Samstag in eklatant unterbesetzter Zahl zum Einsatz geschickt. Auch der leitende Einsatzleiter, Kuno Simon (Foto) – wie Cebin überzeugter Linker – war mit der Demonstration sichtlich überfordert. Als er die antisemitischen Proteste der Moslems bemerkte, schickte er unverzüglich seine Beamten zum „Fahneneinsatz“ – allerdings erstmal in die falsche Wohnung. Nachdem die Tür in der zweiten Etage eingetreten war, gings zum Kaputtschlagen der „richtigen“ Türe eine Etage höher. Schließlich war ja „allerhöchste Gefahr“ im Verzug.

Mit dreitägiger Verspätung befasst sich heute auch Spiegel Online mit den Vorfällen in Duisburg:

Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die islamistische Organisation Milli Görüs, die – wiewohl nicht verboten – in Deutschland seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Nach kurzer Zeit passierte der Zug eine Hauptverkehrsstraße. An einem Eckhaus wurden die Demonstranten zweier israelischer Fahnen gewahr – eine hing vom Balkon, die zweite befand sich im Inneren der Wohnung, am Schlafzimmerfenster. Der 25-jährige Student Peter P.* und seine 26-jährige Freundin hatten sie angebracht.

Übrigens nicht zum ersten Mal: Anfang des Jahres etwa hisste P. die israelische Flagge aus Anlass des Holocaust-Gedenktages. Im Mai ließ er sie gleich mehrere Woche hängen, weil der Staat Israel seinen 60. Geburtstag beging. Jahrelang habe die Hamas Israel mit Raketen beschossen, ohne dass das viele Leute gekümmert habe, sagte P. SPIEGEL ONLINE zu seinen Beweggründen. Nun finde er es angemessen, „Solidarität mit der einzigen Demokratie der Region“ zu bekunden.

P. selbst hatte sich unter die Demonstranten gemischt, um ihre Hassparolen dokumentieren zu können. Fassungslos konnte er dann von der Straße aus miterleben und filmen, was sich in seiner Wohnung abspielte.

Als die ersten Demonstranten die Flaggen erkannten, stand P. mit seiner Freundin auf der Straße, in unmittelbarer Nähe. Er hatte den Zug begleitet, weil er eventuelle Hetzparolen dokumentieren wollte. Was sich angesichts der Flaggen entwickelte, nennt P. „eine Lynchstimmung“. „Tod Israel“, sei von einigen Demonstranten geschrien worden, und „Verrecke!“. Die Polizei erschien ihm überfordert.

„Plötzlich“, berichtet der Student weiter, „sah ich einen Polizisten auf dem Balkon im zweiten Stock“, der zur Wohnung unter seiner eignen gehört. Der Beamte riss die eine Israelfahne, die an P.s Balkon befestigt war, ab. Kurze Zeit später sah P., wie in seinem eigenen Wohnzimmerfenster ein Beamter die innen angebrachte Fahne abmachte.

Die Aktion der Polizei löste bei den Demonstranten Jubel aus. Das berichtet nicht nur P., das lässt sich unschwer auf Videos nachvollziehen, die auf YouTube kursieren. Noch am Samstag machten die Journalisten vom Revierblog „Die Ruhrbarone“ auf den Vorfall aufmerksam. Auch Gegenstände flogen gegen P.s Fenster, mit ziemlicher Sicherheit Eisbrocken, ein zusammengeklapptes Taschenmesser, ein Nagelknipser, möglicherweise auch Steine.

P. sagt, er sei „schockiert“ gewesen. Aus Angst, in die eigene Wohnung zu gehen, sei er zunächst mit seiner Freundin in die Innenstadt weitergezogen. Etwa zwei Stunden später kam er zurück, mit seiner Freundin und einem Bekannten – doch noch immer standen Jugendlich vor dem Haus und warfen Gegenstände.

Erst als diese fortgegangen seien, habe er seine Wohnung betreten. Unten fuhr ein Polizeiwagen vorbei, P. bat die Beamten nach oben. Er und seine Freundin, rieten die Beamten, sollten sich zunächst vom Fenster fernhalten; die Polizei würde noch ein paar Stunden unten aufpassen.

„Ich stand völlig neben mir“, berichtet P., „ich hatte Angst.“ Zwei Stunden vergingen ohne Zwischenfall. Doch dann ging P.s Bekannter zum Rauchen auf den Balkon – und wurde sofort wieder von Jugendlichen als „Scheißjude“ beschimpft.

Zwei Minuten später stand erneut die Polizei vor P.s Tür – und zum zweiten Mal an diesem Tag taten die Beamten etwas Unerwartetes: Sie erteilten P.s Freund einen Platzverweis aus dessen Wohnung.

P. hat sich mittlerweile aus verständlichen Gründen einen Anwalt genommen. Wäre er ein moslemischer Asylbewerber, Anwälte und tief betroffene Politiker würden sich zur Wahrnehmung seiner Rechte die Klinke in die Hand geben.

Wiedenroth-Karikaturen zum Thema:

» WAZ: Empörung von allen Seiten
» BILD: Polizei-Skandal um Israel-Flagge
» taz: Rotes Tuch – blauer Stern