1

Mittweida-„Opfer“ gibt Zivilcouragepreis zurück

Die Geschichte von Rebecca K. (Foto), die angeblich im November 2007 auf offener Straße von Neonazis angegriffen wurde und dabei ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt bekam, weil sie einem Aussiedlermädchen helfen wollte, hat sich mittlerweile endgültig als modernes Nazi-Grusel-Märchen entpuppt. Nach ihrer Verurteilung vor Gericht hat Rebecca K. jetzt auch den ihr verliehenen Preis für Zivilcourage zurückgegeben.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz hat diesen Umstand wochenlang geheim gehalten. Die Preisverleiher wollten am so wunderbar in den Kampf gegen Rechts™ passenden Neonazi-Märchen unbedingt festhalten. Viele Rebecca K. bisher wohlmeinend gegenüberstehende Gutmenschen sind jetzt aufrichtig enttäuscht. Die grüne Bundestagsabgeordnete Monika Lazar, die im Beirat der Organisation sitzt, die für die Verleihung der Ehrenurkunde verantwortlich war, ist „düpiert“. Mittweidas Bürgermeister Matthias Damm (CDU) erklärt aus seiner Sicht:

„Als der Preis allen Zweifeln zum Trotz verliehen wurde, hat das Bündnis nicht nur signalisiert, Rebecca, wir glauben dir. Das hieß auch: Ihr Mittweidaer habt tatenlos zugesehen.“ Die Stadt sei stigmatisiert worden, wie Jahre zuvor Sebnitz. Dort sollten Neonazis einen Jungen ertränkt haben – vor den Augen Dutzender Freibadbesucher. Aber den Vorfall hat es nie gegeben.

Rebecca K. beteuert trotz allem weiterhin, das „Opfer“ von Neonazis geworden zu sein.

PI-Artikel zum Thema:
» Zweifel in Mittweida
» “Heldin von Mittweida” auf der Anklagebank
» So oder so: Rechtsradikale Straftat
» “Heldin von Mittweida” gestrauchelt

(Spürnase: J. Sa.)