Am 9. April 2009 wählt das algerische Parlament den Staatspräsidenten. Abd al-Asis Bouteflika (Foto) strebt nach einer dritten Amtszeit. Seine Regierung wirkte sich bisher auf die christliche Minderheit im Land verheerend aus. Unter seiner Regentschaft wurde ein neues Religionsgesetz eingeführt. In diesem wurden alle nicht islamischen Gottesdienste verboten, versprochene Registrierungen für Zusammenkünfte anderer Religionen wurden in der Regel nicht erteilt. Ein Gesetz, das geltendem Menschenrecht widerspricht.

So wurde ein römisch-katholischer Priester verhaftet, weil er mit Flüchtlingen einen Gottesdienst feierte, Hugh Johnson, der frühere Präsident der algerischen Protestanten wurde aus dem Land gewiesen und Religionsminister Bu’Abdallah Ghoulamullah setzte in der Zeitung L’Expression Evangelisation mit Terror gleich. Der Religionsminister bezeichnete die christliche Minderheit (12.000 Personen) als eine Gefahr für Algerien (33 Millionen Moslems) – obschon von Christen keine Anschläge verübt werden, keine Drohungen ausgesprochen werden und sie sich politisch gesehen neutral verhalten. 26 von rund 50 protestantischen Kirchen wurden geschlossen.

Heute sind 22 der 26 Kirchen wieder offen. Probleme seitens der Behörden werden keine gemacht, auch wenn keine Bewilligungen für Gottesdienste vorliegen – solche wurden bisher grundsätzlich keine erteilt, denn den Lokalbehörden fehlen entweder die Formulare, oder dann werden die Gesuchsteller mit der Begründung abgewiesen, dass man nicht wisse, wie eine solche Genehmigung zu erteilen sei.

Zudem sind noch rund zehn Prozesse oder Rekurse offen, gegen Christen, die angeklagt wurden, weil sie mehrere Bibeln besaßen, in privaten Räumen einen Gottesdienst feierten oder weil ihnen vorgeworfen wurde, missioniert zu haben. Marc Frei, Algerienspezialist von Open Doors:

„Die Christen sprechen von einem Abwarten vor den Wahlen. Und sie rechnen mit einer Verschlechterung nach dem 9. April, sobald das Interesse der internationalen Gemeinschaft an Algerien wieder abgeklungen ist.“

So schilderte ein einheimischer Journalist, dass die junge Habiba Quider noch immer auf ihren Prozess wartet. Sie könne nicht bestraft werden, weil ihr Vergehen noch gar nicht im Gesetz steht, nämlich das „Ausleben eines nicht islamischen Gottesdienstes“ – das Durchführen und Organisieren stehen ja bereits unter Strafe.

Möglich, dass Bouteflika – sollte die Wiederwahl gelingen – weitere religiöse Tatsachen schaffen will. Beim Umsetzen zeigte sich seine Regierung bisher erst dann zimperlich, als verschiedene internationale Werke und Menschenrechtsorganisationen aus dem Ausland protestierten.

(Gastbeitrag von Open Doors Schweiz)

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15 KOMMENTARE

  1. Hach ja! Der Friedliche und Tolerante Islam wie er leibt und lebt!
    Eigentlich eine Frechheit, wenn man bedenkt, das Hierzulande eine Mosche nach der anderen erbaut wird und in den Ach so Tolleranten Islamischen Staaten keine Kathedralen und Kirchen erbaut werden dürfen!
    Jezt ist es an der Zeit beim Bau der Ehrenfelder Großmosche einach mal mit
    „C3H5(ONO2)3“ Nachzuhelfen!

  2. Ja so sind sie unsere moslemischen Freunde der Toleranz: im Ausland berufen sie sich wegen jeder lächerlichen Kleinigkeit auf die Religionsfreiheit – und bekommen die Wünsche in der Regel auch erfüllt. Im eigenen Land dagegen gibt es eine Religionsfreiheit bestenfalls auf dem Papier.

  3. #1 sjangelo

    Ja, das mit Glyceroltrinitrat (für Laien bekannt unter einem etwas anderen Namen) ist eine gute Idee. Sei aber vorsichtig mit dem Transport und dem Hantieren (das wurde in dem filmischen Meisterwerk „Lohn der Angst“ übrigens eindrucksvoll gezeigt).

  4. Nachtrag: vielleicht reicht es ja auch, wenn man eine neue U-Bahnstrecke unter der Moschee hindurchführt 😉

  5. Durch das bewußte schweigen unserer Medien
    über die zustände in Algerien,wissen eigentlich
    nur Leser dieser Seiten von den Katastrophalen
    der Christen in den Musel Staaten

  6. Ich hoffe, die Franzosen reiben diese Zustände den in Strassburg draussen betenden und sich wegen Diskriminierung beklagenden Arabern so richtig unter die Nase, damit dieses Geschrei der algerischstämmigen Moslems nach einer neuen Moschee auf Staatskosten endlich aufhört.

  7. Vier Stunden und nur neun Kommentare. Übrigens die normale Zeit die ich moderiert werde.
    Glaubt Ihr wirklich das die zwar nur 50.000 das Ergebnis der Kolonialgeschichte sei. Die europäischen Siedler und die sehr wenigen Konvertiten sind Anfeng der sechziger so gut wie alle nach Frankreich geflohen. Diese wenigen 50.000 sind Nachkommen von oder selber Konvertiten.
    Der Islam hat Angst vor Freiheit. Ohne Repressionen wären es 500.000 bis 5.000.0000 Christen neben einem ähnlichen grossem Anteil an Atheisten. Dieser Artikel zeigt doch nur eines. Islam verträgt sich nicht mit Freiheit!
    Warum nur neun Kommentare. Hic Rhodos hic Salta! Ob Christentum ob Atheismus ob sonstiger religiöser Weltanschauung; der Islam ist die andere Seite. Also schreibt für eure peröhnliche Freiheit! Irgendwann könnte es zu spät werden.

  8. „we should invade their countries, kill their leaders and convert them to Christianity.“
    Ann Coulter

  9. Wie tief müssen Angst und Minderwertigkeitskomplexe bei algerischen Muslimen sitzen, um sich vor 12.000 Christen zu fürchten. Dabei haben „Rechtsgläubige“ doch nichts zu befürchten.

  10. Worüber soll man sich da aufregen? Das Wesen des Mohammedanismus ist doch seit Jahrhunderten genau so bekannt wie die kindliche, orientalische Denkweise.
    Man selbst ist von Natur aus gut und wenn die bö
    sen Juden, Christen oder Kuffar nicht wären, herrschte auf der ganzen Welt Friede.
    Man ist für nichts verantwortlich, sondern hat für alles seine Sündenböcke.

    Eine Führungsperson abzuschießen, hat genauso viel Erfolg wie in Gaza ein paar Hundert Terroristen aus dem Verkehr zu ziehen: keinen.
    Die sind völlig austauschbar und wachsen ständig in großer Zahl nach.

    Uns ist doch vor dem goßen Knall wichtiger, schnell noch ein paar Würstle halal nach Mekka zu verhökern und hier schnell noch ein paar Giganto-Moscheen zu finanzieren als selbst klare Grenzen zu ziehen und für die europäischen Werte der Aufklärung und Humanität einzustehen.

  11. 12000 Christen eine Gefahr für die 33 Millonen algerischen Moslems? Was sind denn dann 3,5 Millionen Moslems in Deutschland für Deutsche? Ach ja, eine Bereicherung. Und die Medien in der BRD schweigen. Auf den Islam läßt man nichts kommen. Die EU will ihn ja auch noch vergrößern. 🙁

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