Der kleine Patriot

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Der kleine Patriot

Der kleine Patriot
© 2009 by Daniel Haw

Daniel HawDaniel Haw ist Dramatiker, Maler, Komponist, Regisseur und Leiter des jüdischen Theaters Schachars in Hamburg. Nach einer graphischen und künstlerischen Ausbildung studierte der 49-Jährige in Kalifornien Schauspiel und Regie. Haw, Vater der jüdischen Comicfigur Moishe Hundesohn, veröffentlicht seine Cartoons jeden Freitag exklusiv auf PI.

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22 KOMMENTARE

  1. Churchill sagte einmal: die Deutschen sind seltsame Menschen, entweder sie liegen uns zu Füssen oder sie hängen uns an der Kehle. Ein gesundes und vernünftiges Mittelmass geht scheinbar vielen von uns ab.

  2. Wahnsinn, der Comic trifft den Nagel auf den Kopf. Ich habe Moishe und Ruthi richtig lieb gewonnen und freu´ mich immer auf den Freitag bei PI.

    S A N T I A G O

  3. Der „spinnerte Judenhund“ ist so goldig – und hat so recht ! Sagen wirs offen heraus: der Deutschenhaß der (deutschen) Intellektuellen findet überhaupt kein Gegengewicht. Die scheinbare Deutschlandliebe der Extremrechten und Neonazis besteht doch auch eher aus Haß und geliebt wird ein unwirkliches Ideal. Als ob es je ein einheitliches „deutsches Blut“ gegeben hätte. Das Gegenteil ist der Fall. Deutschland war schon IMMER dezentral organisiert. Ich liebe mein Land für diesen Reichtum der gerade aus dem kleinteiligen, dezentralen, innigen und ehrlichen Ländern und Menschen kommt bzw kam. Ich liebe die deutsche Sprache, unsere Klassiker in Musik und allen anderen Künsten. Wie Moishe Hundesohn ist man aber GANZ allein, wenn man sich klarmacht, woher dieser GROSSE SEGEN über Deutschland stammt: aus der tiefen Gläubigkeit unserer Vorfahren !

  4. Das ist der bisher beste Cartoon. Ja, es gab Geschichte vor Hitler, Deutsche Geschichte. Sehr treffend finde ich auch die Anspielung auf die Mogelpackung Gesamtschule, die auch nichts anderes ist als eine Sammelstelle für Rütli-Boratisten.

  5. Wieder ein Meisterwerk von Daniel Haw,so feinfühlig und mit Liebe zu diesem Land.
    Shabath Shalom, Daniel!

  6. Es gibt wirklich keine größeren Selbsthasser als die Deutschen. Vor allem ist dieser Hass kombiniert mit einer Staatsgläubigkeit, die auf der ganzen Welt unvergleichbar ist. Dies zusammengenommen mit dem missionarischem Eifer der Selbsthasser erzeugt ein Klima des andauernden Zwangs zur Rechtfertigung. Im grunde genommen sind die meisten Deutschen heute immer noch kollektivistisch eingestellt. Nur eben mit extrem negativer Selbstsicht. Die ganzen irren Fragen in den Zeitungen und Talkshows: „Darf man heutzutage XY sagen/tun?“ Ich bin der Meinung, daß wir uns definieren müssen und zwar nicht nach den vermeintlichen „Deutschen Interessen“ [was soll das überhaupt sein?], sondern nach den Interessen unserer Gemeinde/Versammlung sowie unseren persönlichen Interessen. Die sollten wir dann offensiv und rücksichtslos vertreten. Das bedeutet natürlich nicht, daß man anderen unser Wertesystem oder den Glauben aufzwingt, aber es bedeutet daß wir uns mit allen Mitteln das Recht sichern sollten unsere Kinder selber zu erziehen ohne den Einfluß des bolschewististischen Staates, das wir unsere Religionsfreiheit erhalten, daß wir unsere persönliche Freiheit bewahren und selbstverständlich auf eine strikte Strafverfolgung drängen, denn Kriminalität bedeutet immer eine Einbuße an persönlicher Freiheit. Weiterhin sollten wir darauf drängen den Sozialstaat komplett abzuschaffen, denn es kann nicht in unserem natürlichem Interesse liegen für Fremde, die nicht unsere Brüder im Glauben sind zu zahlen.
    Ich denke, daß es das Beste ist, diesen ganzen Wahnsinn, uns von anderen definieren zu lassen und sich diese Zuschreibungen noch zu eigen zu machen, mit striktem Nihilismus zu begegnen und einfach stur unsere eigene Agenda zu verfolgen. Aber auch ich mag die deutsche Sprache, die deutschen Gerichte, die Norddeutsche Zurückhaltung, die deutschen Landschaften, viele deutsche Musiker, die Architektur, viele deutsche Autoren usw. Aber eine gesunde natürliche und unerschütterliche Identität geht immer von unten nämlich mir, der Familie und der Gemeinde/Versammlung aus und nicht von oben.

  7. Ich empfehle jedem, sich den Karlsthron mal anzuschauen, bevor der Aachener Dom Moschee und der Thron als „unislamisch“ abgeräumt wird…

  8. Buchtipp zum Thema:

    „Deutschland, jüdisch Heimatland“

    von Michael Wolffsohn/Thomas Brechenmacher

    Piper Verlag, 22,90 €

  9. @#3 Nassauer (27. Mär 2009 11:21)

    Mir kommen die Tränen (ohne Witz)…

    Kann ich gut verstehen.
    Moishe trifft den Nagel auf den Kopf, wie noch selten.
    Und das ist eigentlich ganz schön traurig.

  10. Der Karlsthron in Aachen passt sehr gut. Denn nach Werner Kellers Buch „Und wurden zerstreut unter alle Völker“ hat es in Deutschland auch einmal ganz andere Zeiten gegeben:

    „Unter Karl dem Großen und Ludwig dem Frommen war für die Juden ein goldenes Zeitalter der Toleranz angebrochen, wie sie es in Mitteleuropa weder zuvor noch später bis in die neuere Zeit erlebt haben. … Das Volk achtete und schätzte sie (die Juden) und niemand nahm Anstoß an ihnen noch an ihrem Glauben. Nicht selten besuchten Christen auch den Gottesdienst in den Synagogen, …“

    Leider war die Kirche neidisch auf die Gunst der Juden am kaiserlichen Hof und auf ihre Beliebtheit beim Volk. Teile der klerikalen Partei, v.a. der Erzbischof Agobard von Lyon, setzten alles daran, Judenfeindschaft in Predigten und Schriften zu verbreiten. „Die Scheidewand, zwischen Juden und Christen, wie sie zur Zeit der Merowinger bestanden hatte, sollte erneut aufgerichtet werden – nachdem es sich gezeigt hatte, daß die christliche Bevölkerung mit den Juden durchaus in gutem Einvernehmen lebte.“

    Agobard ordnete in seinem Amtsbezirk an, daß Christen mit Juden nicht verkehren durften, nichts von ihnen kaufen durften, nicht an ihren Mahlzeiten teilnehmen durften. Kaiser Ludwig mußte schließlich eine kaiserliche Kommission entsenden, um diese Anordung wieder rückgängig zu machen.

    Es ist leider so, daß die Kirche (Ich sage die Kirche, nicht die wahren Christen) jahrhundertelang Haß gegen die Juden gesät hat, dessen Saat schließlich aufging.

    Aber es hat, wie gesagt, in den deutschen Ländern auch einmal eine ganz andere Zeit gegeben. Die deutschen Menschen waren nicht per se judenfeindlich. Ganz im Gegenteil.

  11. Schön!
    Noch sind keine Minarette in der Aachener Silhouette zu sehen, wie in der anderen Stadt, die Moishe und Ruthi durchwandern.
    Wielange noch?

    Danke Daniel Haw, Sie sind ein wahrer Meister.

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