PI-Soli verhindert Minarett

minarettGlaubt man den Stuttgarter Nachrichten – und wer wollte dieser Qualitätszeitung  nicht glauben? – dann hat das Engagement vieler PI-Leser entscheidend dazu beigetragen, dass der staatlich-türkische Moscheeverein DITIB bei einem Bauvorhaben in Oberstenfeld (PI berichtete) zumindest auf das über 17 Meter hohe Minarett verzichten wird.

Qualitätsjournalistin Iris Voltmann findet es „kurios:  Hier (bei PI Red.) veröffentlichen nicht nur die betroffenen Bürger ihre Meinung, sondern Leute aus ganz Deutschland.“ Sollte es tatsächlich in Deutschland eine Reporterin geben, die nicht in der Einheitsgewerkschaft organisiert ist? Sonst müsste sie doch das Zauberwort kennen. Man nennt es Solidarität, liebe Genossin, und Ihr habt´s angeblich erfunden.

Die Stuttgarter Nachrichten berichten:

Auf der Internetadresse blue-wonder.org haben offenbar vor allem die Gegner des geplanten Moscheeneubaus in Oberstenfeld ein Forum gefunden. Das Kuriose: Hier veröffentlichen nicht nur die betroffenen Bürger ihre Meinung, sondern Leute aus ganz Deutschland. Als Adressatin für ihren Protest haben sie sich unter anderem Inge Zimmermann, die Fraktionssprecherin der Freien Wähler, herausgesucht. Neben der E-Mail-Adresse des Oberstenfelder Bürgermeisters Reinhard Rosner, ist ihr Kontakt dort veröffentlicht.

Mit einer angeblichen Bitte um viele Zuschriften, die vor allem eines zum Ausdruck bringen sollen: Protest gegen die Pläne der Islamischen Gemeinde. Wie und warum ihre Daten auf diese Seite gekommen sind, weiß Zimmermann nicht. Ihr Ärger darüber ist der Gemeinderätin jedoch deutlich anzumerken. „In meinem Postfach habe ich heute wieder 48 E-Mails vorgefunden“, sagt sie. Der Inhalt sei größtenteils brutal und weit unter der Gürtellinie. Nachdenklich stimmt Inge Zimmermann auch, dass die Sprecher der übrigen Fraktionen auf der Seite nicht aufgeführt sind. „So ganz erklären kann ich mir das aber nicht.“

Auf der Website wird aber auch die CDU in Oberstenfeld zitiert: „Die Fraktion hat sich bereits gegen die Ausmaße der Großmoschee ausgesprochen“, ist dort zu lesen. Das sei nicht grundsätzlich falsch, sagt Wolfgang Streufert der Sprecher. „Wir sind dafür, dass die Leute einen angemessen großen Gebetsraum haben in dem alle Gemeindemitglieder ausreichend Platz finden.“ Er sei aber entschieden dagegen, dass sich die Moschee zu einem religiösen Zentrum mit einem Einzugsbereich von Flein bis Pleidelsheim entwickle. „Das wollen wir auf keinen Fall.“

Die Diskussionen und die Wut über die Pläne der Islamischen Gemeinde machen Mustafa Kodal sehr zur schaffen. Der Vorsitzende der gläubigen Muslime in Oberstenfeld und der näheren Umgebung ist über die heftigen Reaktionen sehr erschrocken. „Mich hat das wirklich überrascht“, sagt er. Seit den 80er Jahren haben die Muslime in Oberstenfeld eine Moschee. „In dieser Zeit gab es nie Probleme“, resümiert Kodal.

Nachdem die Wellen in den vergangenen Wochen immer höher geschlagen sind, haben sich der Vorstand und einige Mitglieder am Samstag in aller Ruhe zusammengesetzt. „Wir mussten etwas tun.“ Die Situation sei untragbar geworden, erzählt Kodal. „Wir waren rund 20 Leute am Tisch.“ An diesem Abend sei dann gemeinsam mit dem Schwäbisch Haller Architekten Wolfgang Kuhn besprochen worden, dass die Gemeinde auf das Minarett verzichten wird (wir berichteten). „Leicht ist mir persönlich dieser Schritt nicht gefallen“, sagt Kodal. Denn für ihn gehört das turmartige Bauwerk zu einer Moschee. Doch der Friede mit den Bürgern der Gemeinde Oberstenfeld ist ihm noch wichtiger. Das Bottwartal sei die Heimat vieler Muslime. „Und wir wollen hier in Frieden bleiben.“

Der sensiblen Gemeinderätin Zimmermann von der freien Wählern kann man in diesem Zusammenhang nur empfehlen, einmal zu überlegen, ob sie tatsächlich geeignet ist, ein politisches Amt in einem demokratischen Rechtsstaat auszuüben. Wer sich belästigt fühlt, zu einer Zukunftsfrage dieser Tragweite gerade einmal 48 E-Mails mit kritischen Bürgermeinungen zur Kenntnis nehmen zu müssen, scheint mit seinem Politikverständnis noch tief im vordemokratischen Denken zu stecken. Bürgermeister Reinhard Rosner (CDU), dessen E-Mail Adresse ebenfalls in unserem Beitrag veröffentlicht wurde, scheint sich jedenfalls durch die kritischen Zuschriften nicht beleidigt zu fühlen.

Leider kann man aber, auch angesichts einiger Kommentare, die auf  dieser Seite immer mal wieder abgegeben werden, nicht ganz ausschließen, dass tatsächlich in Einzelfällen Äußerungen gemacht wurden, die dem Niveau unserer Diskussion nicht angemessen sind. Sollte das der Fall sein, entschuldigen wir uns bei den Betroffenen auch im Namen der überwältigenden Mehrheit unserer Leserschaft.

Wir haben die Wahrheit und die besseren Argumente auf unserer Seite. Beschimpfungen und Angriffe unter der Gürtellinie haben Islamkritiker nicht nötig. Angriffe auf den politischen Gegner mit Pflastersteinen und Fäkalsprache überlassen wir im Dienste unseres Anliegens lieber denen, denen dieses Niveau besser zu Gesicht steht: Der Antifa und Politikern wie Fritz Schramma und seinen Spießgesellen aus dem schwerstkriminellen Milieu.