Schon wieder Holocaustleugner rehabilitiert

ZEIT rehabilitiert Holocaust-Leugner AhmadinedschadDer Ersatzpapst für alle, denen das Original in Rom nicht unfehlbar genug ist, US-Präsident Barack Hussein Obama, rehabilitiert den Holocaustleugner Ahmadineschad. Vor wenigen Wochen hatte sein römischer Kollege  einer kleinen Gruppe von exkommunizierten Piusbrüdern die Kirchentüren wieder geöffnet. Darunter befand sich einer, der dummes Zeug geredet hat, aber, wenn man den gesunden Verstand urteilen lässt, weder den Willen noch die Möglichkeit hat, Menschen im Diesseits Schaden zuzufügen. Dennoch gab es ein Geschrei, als habe der Papst die Seligsprechung Adolf Eichmanns eingeleitet. Ganz anders sind die Reaktionen jetzt.

Nach einem Moment atemloser Stille ergeht sich die deutsche Kriecherpresse über Obamas „Charmeoffensive“ in Richtung der iranischen Frauensteiniger in stehenden Ovationen, wie man sie von deutschen Journalisten seit  Erich Honeckers letztem Auftritt beim Parteitag der SED nicht mehr vernommen hat.

Das iranische Regime reagiert, wie man es von muslimischen Verbrechern auch in unseren U-Bahnen nicht anders kennt: Statt auf das Angebot einzugehen, wird weiter gepöbelt, um zu sehen, ob man dem verachteten Feind, der Schwäche zeigt, nicht noch mehr Unterwerfung abpressen kann.

Das macht Eindruck bei deutschen Journalisten. Denn in den Cordjacken der postdemokratischen Linksjournalisten steckt noch der alte Untertanengeist aus den blauen und braunen Hemden ihrer Vorgänger. Und so steht man zitternd stramm vor den zornigen Orientalen und beleuchtet die Pöbeleien der gespenstergläubigen Analphabeten wie Edelsteine staatsmännischer Traktate.

In der ZEIT winselt Martin Gehlen um die verdiente Züchtigung mit der orientalischen Rute. Zu lang ist die Liste westlicher – nein,  noch besser: amerikanischer – Verbrechen gegen das große Kulturvolk im Osten, als dass der Iran sich mit gutem Willen allein zufrieden geben könne:

Die Dämonisierung Irans als Mitglied einer Achse des Bösen war nur das letzte Kapitel einer langen Liste politischer Fehlgriffe. Für viele Iraner ist der 1953 von den USA inszenierte „Regime Change“ noch unvergessen. Das Land wäre heute vielleicht eine funktionierende Demokratie, hätte der CIA damals nicht auf Befehl von US-Präsident Dwight Eisenhower den ersten vom Volk gewählten Regierungschef Mohammad Mossadeq gestürzt und Schah Reza Pahlevi an die Macht geputscht.

Mossadeq wollte die iranischen Ölfelder verstaatlichen, weil westliche Firmen damals praktisch den gesamten Gewinn außer Landes schafften. Im dem achtjährigen Krieg zwischen Irak und Iran unterstützten die Vereinigten Staaten Saddam Hussein mehr oder weniger offen – mit Satellitenfotos und günstigen Milliardenkrediten für seine Waffenkäufe. Über 20.000 iranische Soldaten starben durch irakisches Giftgas, ohne dass sich in Washington jemals dagegen Protest erhob. Schließlich schoss im Juli 1988 eine amerikanische Fregatte über dem persischen Golf aus Versehen einen iranischen Airbus mit 290 Menschen an Bord ab.

Kein einziges Wort fällt dem ZEIT-Experten zu möglichen Kritikpunkten auf der anderen, der iranischen Seite ein: Die Leugnung des Holocaust und Verhöhnung der Opfer durch einen Karikaturenwettbewerb, jahrelange Verstöße gegen Abkommen und Täuschungen der internationalen Atomaufsichtsbehörde, Urananreicherung zum Bau von Atomwaffen und Entwicklung und Test von Trägersystemen unter gleichzeitiger Ankündigung der Vernichtung Israels, die Ermordung tausender eigener Kinder, die – versehen mit Plastikschlüsseln für das Paradies – im Krieg gegen den Irak  in Mienenfelder getrieben wurden, Unterstützung des islamischen Terrorismus und Anzettelung von militärischen Angriffen auf Israel, die Steinigung von vergewaltigten minderjährigen Mädchen und das Aufhängen von Homosexuellen an Baukränen, öffentliche Auspeitschungen und Folterungen von Andersdenkenden und Andersgläubigen, die Verfolgung von Kurden und Bahai oder die monatelange Besetzung der amerikanischen Botschaft durch Terroristen … um nur das aufzuzählen, was jedem an der Thematik Interessierten spontan einfallen muss.

Zu den Bücklingen der deutschen Kriecherpresse sollen diese Schwerverbrecher „einen Platz als respektiertes Mitglied im Kreis der Völker“ erhalten, während sich in Israel Angst breitmacht, den tobsüchtigen Judenhassern demnächst schutzlos ausgeliefert zu werden, wie dieser Tage bei Israel heute zu lesen war.

Leider fehlt dieses Mal ein Charlie Chaplin, der die Groteske in passenden Bildern verewigt. So könnte es passieren, dass nach dem nächsten Untergang die Überlebenden der Katastrophe glauben, man habe es wieder einmal nicht wissen können.

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