USA: Doch Boykott von Durban II

Die neue US-Regierung wird jetzt doch nicht, wie ursprünglich geplant, an der Rassismuskonferenz Durban II in Genf teilnehmen. Das Schlussdokument, auf das die Konferenz aufbaue, sei indiskutabel, da Israel als einzelnes Land wegen der Besetzung von Palästinensergebieten kritisiert und damit auf unfaire Weise „herausgesondert“ wird.

Die USA wenden sich ferner gegen eine Passage, in der die „Diffamierung von Religionen“ untersagt wird – eine Initiative islamischer Staaten, die nach Washingtoner Auffassung eine Beschneidung des Rechts auf freie Meinungsäußerung bedeutet. Der „Washington Post“ zufolge lehnen die USA auch jegliche Formulierungen in dem Schlussdokument ab, die auf Reparationszahlungen für Sklaverei abzielen. (…) Dem Außenministerium zufolge haben sich US-Vertreter bei jüngsten Gesprächen in Genf zur Vorbereitung des Folgetreffens nicht mit ihren Änderungswünschen durchsetzen können. „Das (Schluss-)Dokument, über das verhandelt wird, hat sich von schlecht zu noch schlechter entwickelt“, sagte US-Außenamtssprecher Robert Wood. Der gegenwärtige Entwurf des Textes sei so nicht „rettenswert“, und bleibe er die Basis für die Konferenz, würden die USA ihr fernbleiben.

Man hofft, andere Staaten der freien Welt haben das Rückgrat, diesem Beispiel zu folgen. Allein – uns fehlt der Glaube.

(Spürnasen: Maybach, Rüdiger W., Die Realität)