Demo für Israel vor dem UN-Gebäude in Genf

Zum sechzigsten Geburtstag der UNO-Resolution 273 und somit der Gründung des modernen Staates Israel trafen sich gestern über 2000 Israelis und Freunde Israels unter der Federführung von UN Watch zu einer gemeinsamen Kundgebung verschiedenster pro-israelischer Organisationen, um direkt vor dem Ort des Geschehens der Durban II-Konferenz auf dem Place des Nations zu zeigen: Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten, Israel wünscht sich Frieden, Zionismus ist kein Rassismus, sondern die Antwort darauf.

Nachmittags sprachen verschiedene Gäste und geladene Experten im Theater am Quai du Mont-Blanc über die Bedrohungslage für Israel, das Problem, ein Vielvölkerstaat zu sein und die humanitären Errungenschaften Israels. Dazu als Beispiel der Bericht (Video) von Jamal Alkirnawi, einem israelischen Beduinen, der erklärt unter welch guten Bedingungen sein Volk in Israel lebt. Alkirnawi arbeitet als akademischer Berater für arabische Studenten an der Ben Gurion Universität.

Gesprochen wurde insbesondere auch über die heuchlerische „Menschenfreundekonferenz“ der UNO (dazu ein sehr interessantes ARTE-Video hier) und darüber, für wen sich eine solche Konferenz wirklich einsetzen müsste: Für die Opfer, nicht für die Bauchpinselung der Täter.

Bei der Kundgebung auf dem Place des Nations direkt vor dem Gebäude der Vereinten Nationen begrüsste David Harris, der Geschäftsführer des American Jewish Commitee, die zur Demonstration angereisten Gäste und wies auf die Bedeutung des Standortes Genf hin. Hier wurde 1949 die UN-Resolution 273 unterschrieben, die das Entstehen des modernen Staates Israel ermöglichte. Der selbe Saal ist heute zum Schauplatz diktatorischer Regimes verkommen, die Israel und dem Westen etwas über Menschenrechte erzählen wollen.

Einer der lebenden Zeugen, der weiß, was es bedeutet, als verfolgter Jude zu leben ist Natan Sheransky, der als Jude in der Sowjetunion lebte, politischer Gefangener war und die UDSSR überlebt hat. In einem eindrücklichen Appell rief er die über 2000 versammelten Demonstrationsteilnehmer aus Israel, der Schweiz, Europa, aber auch aus den USA und Kanada dazu auf, sich für die Verfolgten einzusetzen und nannte als jüngstes Beispiel die Katastrophe von Darfur.

Einzeln genannt und geehrt wurden nach seiner Rede die Staaten, die sich von der Rassismuskonferenz abgemeldet hatten, darunter auch Deutschland (siehe Video oben).

Claude Goasguen, Mitglied der französischen Nationalversammlung und Bürgermeister des 16. Arrondissements von Paris erklärte, es dürfe keinen Frieden ohne die Freilassung von Gilad Shalit geben. Die Franzosen seien schon immer gut darin gewesen, sich hinterher zu entschuldigen. Er möchte sich im Nachhinein nicht entschuldigen müssen, sondern jetzt etwas tun. Entschuldigen möchte er sich allein bei René Cassin, der die Menschenrechtsdeklaration von 1948 verfasst hatte.

Der kanadische Parlamentarier Irwin Cotler, der frühere Justizminister Kanadas, war bereits an der Durban I-Konferenz in Südafrika anwesend und gab seinem Entsetzen über die Fortsetzung der Konferenz Ausdruck. Der Unterschied in Genf besteht jedoch darin, dass hier die Juden ihre Stimme zurückgewonnen haben. Cotler sprach deutlich aus, wer die Terroristen im Nahen Osten sind. Die Araber in Israel, die sich niemals mit einer Zweistaatenlösung zufriedengeben können, weil sie generell überhaupt keinen jüdischen Staat akzeptieren können. Es geht im Nahostkonflikt nicht um Land, sondern um Ideologie. Gil Troy, Historiker an der McGill Universität erkläre, warum man stolz darauf sein kann, ein Zionist zu sein.

Zum Abschluss der Kundgebung sangen alle Anwesenden gemeinsam die israelische Nationalhymne, Hat Tikva (die Hoffnung).

Zu Zwischenfällen ist es in Genf nicht gekommen. Vor Beginn der Kundgebung versuchten Mitarbeiter von al Jazeera die Anwesenden darüber „aufzuklären“, dass sie sich mit dem „Bösen“ selbst in Gestalt der israelischen „Mörder und Landräuber“ eingelassen hätten und führen Interviews.

Später tauchte eine Gruppe Palästinenser auf, die versuchte, die Kundgebung zu stören. Die Palästinenser wurden kurz darauf von der Polizei hinwegbegleitet.

» Eine Sammlung von Fotos aus Genf zum gestrigen Anlass finden Sie hier.