Körting unter Druck

KörtingBerlin erlebte die schlimmsten Mai-Krawalle seit fünf Jahren. Doch darüber herrscht kein Entsetzen in der politischen Landschaft. Köpfe sollen woanders rollen, am besten der von Innensenator Körting (SPD). Der nämlich hat gesagt: „Ist die Frau erst mal ausgezogen und vergewaltigt, dann fällt es anderen leichter auch mitzumachen.“

Die Polizei sprach von einer „neuen Qualität der Gewalt“. Im Berliner Stadtteil Kreuzberg lieferten sich rund 2500 Randalierer bis spät in die Nacht Straßenschlachten mit der Polizei, bewarfen die Beamten mit Steinen, Flaschen, Böllern und Brandsätzen. Sie errichteten Barrikaden, zündeten Autos an. Blutige Bilanz: 273 verletzte Polizisten, 289 Festnahmen.

Aber alle machen mit beim Kreuzzug gegen den Senator. Parteiübergreifend. Jeder will dabeigewesen sein.

Union und FDP sind wegen des Vergleichs empört. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla zu BamS: „Dieser Vergleich ist abstoßend und ein Skandal. Herr Körting muss sich sofort öffentlich entschuldigen.“ Auch FDP-Generalsekretär Dirk Niebel zeigte sich entsetzt: „Mit seiner Äußerung bagatellisiert Körting Sexual- und Gewaltstraftaten. Statt solcher Vergleiche sollte Körting sich darum kümmern, dass keine Steine geworfen werden und Autos nicht angezündet werden.“

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt fordert sogar den Rücktritt des Innensenators: „Körting muss sich öffentlich entschuldigen und dann seine Koffer packen und abhauen. Solche perversen und unverschämten Parolen sind eines Berliner Senators unwürdig.“

Die heuchlerische Empörung der Politiker ist es erst recht!

Merke: Nur rechte oder rechtsgefühlte Menschen darf man ungestraft als Dreck oder braune Soße beschimpfen oder mit anderen üblen Vergleichen belegen. Linke niemals!