Nordkorea droht mit Krieg

koreaDie Wahl eines vermeintlichen Weicheis zum amerikanischen Präsidenten hat nicht nur die Sandalenträger im deutschen Rotweingürtel entzückt. Auch blutsaufende Diktatoren, von Kuba bis Teheran, zeigen sich erleichtert, dass sie „Cowboy“ Bush überlebt haben. Mancher versteht Obamas Bücklinge in alle Richtungen als Ermunterung, es mit der Unterdrückung des eigenen Volkes und der Bedrohung seiner Nachbarn noch toller zu treiben.

Besonders dreist: Die sozialistischen Machthaber in Nordkorea, die erfolgreich eine Hiroshimabombe gezündet und Raketen getestet haben. Jetzt drohen sie dem demokratischen Nachbarn im Süden offen mit Krieg und kündigen das Waffenstillstandsabkommen von 1953.

Der FOCUS brichtet:

Nordkorea werde mit „starken militärischen Mitteln“ reagieren, falls Südkorea nordkoreanische Schiffe durchsuchen sollte, berichtete die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur KCNA. Auch sehe sich Nordkoreas Militär nicht mehr an das seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950 bis 1953) noch gültige Waffenstillstandsabkommen gebunden.

Unterdessen hat Nordkorea offensichtlich seine umstrittene Atom-Wiederaufarbeitungsanlage neu gestartet, in der es bombentaugliches Plutonium gewinnen kann. Es gebe aufgrund der Auswertung von Satellitenbildern verschiedene Hinweise auf die Wiederinbetriebnahme der Anlage im nordkoreanischen Atomkomplex Yongbyon (Foto), berichtete die südkoreanische Zeitung „Chosun Ilbo“. Am Montag hatte Nordkorea einen zweiten Atomtest unternommen, der vom Weltsicherheitsrat einstimmig verurteilt wurde.

Das kommunistische Land hatte Ende April erklärt, es habe bereits mit der Rückgewinnung von Plutonium aus benutzten Kernbrennstäben begonnen. (…)

In den vergangenen beiden Jahren sah es zunächst noch aus, als trügen die seit sechs Jahren andauernden Bemühungen, Nordkorea auf diplomatischem Weg von seinen Ambitionen auf ein Atomwaffenprogramm abzubringen, erste Früchte. Seit April setzt Pjöngjang aber zunehmend wieder auf Konfrontation. Anfang April testete es eine Langstreckenrakete und zog sich dann nach den scharfen internationalen Reaktionen von den Sechs-Nationen-Gesprächen über seine Atompolitik zurück. Gleichzeitig kündigte es an, seinen 2007 stillgelegten Reaktor von Yonbyon und weitere Atomanlagen wieder in Betrieb zu nehmen.

Auch wenn Nordkorea sicher keine beeindruckende Militärmacht ist, die Drohung eines Diktators, der nachweislich über Atomwaffen verfügt, ist ernst zu nehmen. Jetzt muss Obama zeigen, ob er über die Erfogsrezepte Neuköllner Sozialpädagogen hinaus auch mit wirksamen außenpolitischen Mitteln zum Erhalt des Weltfriedens beitragen kann.