Nur ausgesuchte Reporter im Iran

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Der FOCUS-Journalistin Andrea Hoffmann wird die Einreise in den Iran verweigert, weil diese die Vorgaben des  Mullahregimes für eine  tendenzielle Berichterstattung nicht akzeptieren will. Interessanter als der Vorgang selber, der keinen Kenner islamischer Staaten verwundern kann, wird es sein, zu beobachten, welche deutschen Journalisten über die bevorstehenden Wahlen direkt aus Teheran berichten werden. Denn diese hatten offenbar kein Problem, den Vorgaben der Zensurbehörde zuzustimmen.

Dank an Frau Hoffmann, dass sie uns auf diese Weise einen Einblick in die Arbeitsweise deutscher Qualitätsjournalisten ermöglicht, der uns sonst sicherlich verwehrt geblieben wäre.

Sat und Kabel informiert:

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat gegen die Einreiseverweigerung des Iran für eine „Focus“-Journalistin protestiert. Der Verband forderte die iranische Botschaft in Berlin am Freitag in einer Presseerklärung auf, deutschen Journalisten die Berichterstattung über die Präsidentschaftswahlen im Iran am 12. Juni „ohne jegliche Behinderungen oder Schikanen zu ermöglichen“. Keinesfalls dürfe die Vergabe von Einreisevisa „von gewogener Berichterstattung abhängig gemacht werden“, betonte der DJV- Vorsitzende Michael Konken.

Die iranische Botschaft weigere sich, der Iran-Expertin des Nachrichtenmagazins „Focus“, Andrea Hoffmann, das bereits vor Monaten beantragte Visum zu erteilen. Laut „Focus“ wurde die Einreise verweigert, weil sich die Redakteurin geweigert habe, „sich inhaltliche Tendenzen vorschreiben zu lassen“. Die Redakteurin hat auch das Sachbuch „Der Iran – Die verschleierte Hochkultur“ publiziert (Diederichs-Verlag).

„Focus“-Chefredakteur Helmut Markwort forderte am Freitag öffentlich eine Einreisegenehmigung für die Redakteurin, damit das Magazin seine Leser „aus erster Hand“ über die Lage im Iran informieren könne. „Ein Staat, der sich wie der Iran durch Wahlen demokratisch zu legitimieren versucht, sollte selbst das Interesse an unabhängiger Berichterstattung aus dem Ausland haben. Zweifelhafte Erpressungsversuche helfen dabei niemandem weiter.“

(Spürnase: Lotus)