Solana auf Freundschaftsbesuch bei der Hisbollah

EU-„Außenminister“ Javier Solana (Foto l.) traf sich gestern in Beirut mit Hajj Hassan (r.), einem Abgeordneten der radikal-islamischen und vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah – just am selben Tag, an dem Holocaust-Leugner und Israel-Hasser Ahmadinedschad im Iran als Präsident nach gewisser Zählweise „wiedergewählt“ wurde.

Israel ist überrascht, dass ein führender Vertreter der EU offiziell mit einem anti-israelischen Terrorfunktionär verhandelt und erwartet umgehend eine Erklärung. Ein Treffen dieser Art mit der Hisbollah, die von der EU selber eigentlich einmal als Verbrecherorganisation eingestuft wurde, hatte es bisher noch nie gegeben. Doch die EU streckt jetzt eindeutig ihre Fühler in Richtung Zusammenarbeit mit der libanesischen „Partei-Allahs“ aus. Auch Großbritannien pflegte in den letzten Monaten bereits fleißig Kontakte. Die EU-Unterstützung brächte indirekt auch dem Iran mehr Rückendeckung.

Dass sowohl dem Iran als auch der Hisbollah primär an der Vernichtung Israels gelegen ist, scheint die EU dabei nicht zu stören. Es verwundert daher nicht weiter, dass Solana auch mit den Palästinensern das Gespräch sucht. Für die Anschuldigungen Hassans gegenüber Israel, die Israelis würden den libanesischen Luftraum überwachen, hatte Solana ein offenes Ohr, auch dafür, dass die Hisbollah nicht entwaffnet werden will. Die auf israelische Städte gerichteten Raketenabschuss-Stationen würden sie nicht aufgeben wollen – sie dienten „zur Verteidigung“ gegen Israel.

(Spürnase: Moderater Taliban)