Bremer Polizei: Erfolgreich deeskaliert

Da sind wir aber erleichtert und beruhigt. Die Bremer Polizei hat doch keinen Fehler gemacht. Wir hatten das doch tatsächlich angenommen, aber nach einer Stellungnahme der Polizei ist alles klar. Alle Nicht-Maßnahmen dienten ausschließlich der Deeskalation.

Nach Gesprächen mit der geschädigten Geschäftsfrau, dem Einsatzleiter vor Ort und einer Vielzahl der eingesetzten BeamtInnen kann heute festgestellt werden, dass der polizeiliche Einsatz aus taktischer Sicht nicht zu beanstanden ist. Es standen sehr schnell eine Vielzahl von erfahrenen Einsatzkräften zur Verfügung, die erfolgreich alle Maßnahmen getroffen haben, um eine Eskalation der Ereignisse vor Ort zu verhindern und die weiteren Ermittlungen zu gewährleisten. Noch erfolgreicher hätten die Maßnahmen abgeschlossen werden können, wenn die im Nachhinein vorgetragenen Hinweise schon gegenüber den eingesetzten BeamtInnen gemacht worden wären.

Über Notruf war der Polizei mitgeteilt worden, dass vor dem Gebäude in der Baumstraße eine größere Schlägerei stattfinden würde. Tatsächlich trafen sie dann auf zwei Frauen, die sich über das von der einen Frau getragene Abendkleid stritten. Zu diesem Zeitpunkt war den Einsatzkräften der Hintergrund des gewesenen Einbruchs in das Modegeschäft nicht bekannt.

Die geschädigte Geschäftsfrau hatte am Freitag von dieser Hochzeitsfeier Kenntnis bekommen und den Hinweis erhalten, dass Teilnehmerinnen der Feier bei ihr gestohlene Kleider tragen würden. Daraufhin war sie nach dort gefahren. Als dort die Situation mit Gästen der Feier zu eskalieren drohte, wurde durch ihre Begleiterin über Notruf die Polizei informiert.

Die PolizeibeamtInnen trafen in der Baumstraße auf eine türkische Hochzeitsfeier mit ca. 150 Teilnehmern. Vor dem Lokal herrschte eine sehr gereizte Atmosphäre. Dort hielten sich ca. 50 sehr temperamentvoll und lautstark gestikulierende Gäste der Veranstaltung auf. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich auf die Beruhigung der Lage und auf die Auseinandersetzung zwischen der Geschäftsfrau und einer Frau, die nach Aussage der Geschädigten ein gestohlenes Abendkleid tragen sollte. Wie bekannt, wurden das aus dem Einbruch stammende Abendkleid sowie Modeschmuck im weiteren Verlauf identifiziert und beschlagnahmt.

Weitere Hinweise zu möglichem Diebesgut aus dem vorangegangenen Einbruch sowie ein Hinweis auf eine Körperverletzung zum Nachteil der Geschädigten gelangten den vor Ort eingesetzten BeamtInnen bedauerlicherweise nicht zur Kenntnis und konnten daher zu diesem Zeitpunkt noch nicht in die Ermittlungen aufgenommen werden. Die weiteren Ermittlungen zu dem Einbruch sind aufgenommen, werden aktiv betrieben. Dabei werden auch alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die nachträglich bekannt gewordenen Hinweise und Straftaten aufzuklären.

Insbesondere die im nachhinein erhobenen Körperverletzungsvorwürfe gegen den Begleiter der Tatverdächtigen lassen sich im Rahmen der weiteren Ermittlungen noch verfolgen, da die Personalien der Person feststehen.

Der Kritikpunkt, dass die Geschädigte bzw. ihre Begleiterin aufgefordert wurden, Fotos von ihrer Kamera zu löschen, konnte nicht abschließend geklärt werden. Die eingesetzten BeamtInnen erinnerten sich an die Situation, dass die Begleiterin der Geschädigten vor Ort Fotos machen wollte. Daraufhin wurden die Gäste wieder unruhig und beschimpften die Frau. Sie wurde von einem eingesetzten Polizisten aufgefordert, das zu unterlassen, um keine weitere Eskalation auszulösen.

(Spürnase: Maja)