VIETNAM_-_TamToa_2Vietnam ist eher als aufstrebendes Reiseland in den Schlagzeilen. Wer schon mal dort war, kann von der Freundlichkeit der Menschen, dem alltäglichen Chaos auf den Strassen und den Schönheiten der Natur und den jahrtausendealten Kulturen in diesem Land berichten. Weniger bekannt ist die Unterdrückung der Kirchen, speziell der Katholiken in Vietnam.

Auf Open Doors fanden wir folgende Zusammenfassung:

Vietnam ist eines der letzten von Kommunisten regierten Ländern der Welt. Obwohl Religionsfreiheit in der Verfassung verankert ist, versucht die Regierung religiöses Leben mit einem System obligatorischer Registrierung unter Kontrolle zu halten. Viele Christen entgehen diesem System, indem sie sich nicht registrieren lassen. Religiöse Würdenträger müssen sich staatlich registrieren lassen und dürfen ihr Amt nur im Rahmen ihrer Gemeinde ausüben. Den Staat oder die Gesellschaft gefährdende religiöse Aktivitäten können -teils willkürlich- verboten werden.

Schlimme Verfolgungen erleben die Christen aus den ethnischen Minderheiten auf dem Land bzw. dem zentralen Bergland (so genannte Montagnards). Von Zeit zu Zeit – besonders vor großen christlichen Feiertagen – führt die vietnamesische Regierung Kampagnen im Hochland durch, durchsucht Häuser, verhört Gemeindemitglieder, stellt Christen unter Hausarrest, schließt Kirchen und brennt die Häuser von Gemeindemitarbeitern nieder. Die Regierung versucht, die ethnischen Minderheiten vom Rest des Volkes abzuschirmen.

Im November 2004 traten in Vietnam neue Vorschriften zur Religionsausübung in Kraft getreten, die leichte Verbesserungen für Christen brachte. Staatlich anerkannte Gemeinden durften Kirchengebäude errichten oder renovieren und Schulungen abhalten. Für römisch-katholische Christen verbesserte sich die Lage stark. Ihnen wurde gestattet, eine neue Diözese einzurichten und Priester zu weihen.

Im Jahr 2006 nahm das US-Außenministerium Vietnam von seiner Liste der „besonders Besorgnis erregenden Staaten“ bezüglich der Religionsfreiheit. Wenngleich sich die Situation für Christen staatlich registrierter Gemeinden in größeren Städten verbessert hat, gibt es für Christen aus den ethnischen Minderheiten kaum Verbesserungen. Willkürliche Verhaftungen, Drangsalierung und Geldstrafen sind weiterhin an der Tagesordnung. Schätzungsweise nur ein Drittel der protestantischen Christen in Vietnam besitzen eine Bibel. Die sozialistische Regierung erlaubt nur solche mit dem Stempel der staatlichen Druckerei, alle anderen sind verboten

Der katholische Informationsdienst kath.net beschreibt Zwischenfälle aus der jüngeren Zeit, im speziellen die Bemühungen der kommunistischen Regierung, eine bisher als Kirche genutzte Kirchruine (siehe Foto) in eine Heldengedenkstätte umzuwandeln.

Um die Kirchenruine Tam Toa in der Stadt Dong Hoi (Provinz Quang Binh) gibt es seit langem Streit zwischen Regierung und Kirche. Die Regierung will die Kirche im Zentrum der Stadt, die im bis 1975 dauernden Vietnamkrieg bis auf den Kirchenturm zerbombt wurde, zu einer Kriegsgedenkstätte machen. Die Katholiken dagegen möchten auf dem dazugehörenden Kirchengelände weiterhin ihre Messen halten. Außerdem argumentieren sie, sei ihnen kein geeigneter Ersatzplatz in ihrer Nähe angeboten worden.

Von staatlicher Seite werden alle Register der Macht gezogen. Priester und Gemeindemitglieder werden verprügelt, verhaftet und verschwinden.

Bitte hier weiterlesen.

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13 KOMMENTARE

  1. Man kann es nicht oft genug wiederholen:

    Wir leben in der grössten Christen- und Judenverfolgung aller Zeiten.

  2. Im Vergleich zu den Zeiten, als der Kommunismus ideologisch virulent war, sind das wohl auch in Vietnam, ähnlich wie in China, ein paar Spätausläufer und kleinere Reibungen, nichts was man etwa mit der in Nordkorea und einigen islamischen Ländern praktizierten Christenverfolgung vergleichen könnte.

  3. Wir brauchen doch nur in unser eigenes Land zu sehen, wo die Stalinisten ebenfalls den christlichen Glauben abschaffen. Nur sind die hinterhältiger: Sie machen sich nicht selbst die Finger schmutzig, dazu haben sie die Museln.

  4. So ein Quatsch. ich bin selber häufig in Vietnam, kenne mich mit Kultur und menschen gut aus und widerspreche dem Artikel vehement.

    Wer „verfolgt“ wird, sind im wesentlichen diejenigen, die ihr Land schlecht machen, obs nun Christen oder Atheisten sind.

    Fragt erst einmal, wer in der „brd“ alles verfolgt wird, und man wird feststellen, dass die“brd“ fast noch unfreier ist als Vietnam.

    Wenn man das marginale Geschehen ,it der Christenverfolgung in den Muselländern vergleicht, kommt man in VN fast auf 0,nix.

  5. PS: Was in Vietnam wirklich nicht gerne gsehen ist, sind Moslems. Die werden scharf kontrolliert, wenn sie ins land wollen – bekommen sehr oft keinen Zutritt, vor allem wenn es sich um Araber- oder Türkenpack handelt.

    Das ist auch richtig so: Man erspart sich so auf Dauer Verhältnisse wie in der „brd“.

    Die Viets können stolz auf ihr Land sein.

  6. Christenverfolgung ist ein Unterbegriff der
    einschränkt. Es geht um Menschenverfolgung.
    In die Schublade „Christ“ kann man vieles
    stecken. Ich kann nur von mir sprechen, ich
    trage momentan ein großes Gefecht in meiner
    Seele aus. Ich habe mich mit allen möglichen
    Religionen privat beschäftigt. Das ist nötig,
    um den großen Zusammenhang zu verstehen. Und
    ich muss zugeben das ich immer wieder über
    Zitate aus der Bibel stolpere: „Mein ist die
    Rache!“, spricht der HERR. Was sagt mir das?
    Ich habe mich nicht zu versündigen, denn dem
    Herrn alleine ist die Rache? Ich wäre ihm
    sehr dankbar dafür, schön wäre es. Aber ich
    weiß, dass das Mysterium „Gott“ keine Rache
    kennt. Es ist neutral. Gut, wie auch böse
    sind seine Natur und die Menschen die
    Richter. Es ist wirklich ein Zwiespalt.
    Wie fremd muss es einen in dem heutigen
    Chaos vorkommen, Botschaften wie: „Liebt
    eure Feinde“ (Matthäus 5, 38 ff) zu lesen?
    Aus dem Ruder gerate ich, wenn ich lese:

    Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für eure Verfolger, so werdet ihr zu Söhnen eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne über Böse wie Gute aufgehen und lässt regnen über Gerechte wie Ungerechte. Wenn ihr nur liebt, die euch lieben, was für einen Lohn habt ihr dafür? Tun nicht auch die Zöllner genau das Gleiche? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Außerordentliches? Tun nicht das Gleiche auch die Heiden? Ihr aber sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. (Mt 5, 43-48)

    Dabei fühle ich mich so, als hätte ich die
    Menschen im Stich gelassen. Ein großes
    Schlachtfeld wütet auf meiner Seele.

  7. Für die Verfolgten sind die Massnahmen des vietnamesischen Staates sicher schlimm genug.

    Trotzdem kann man diese Vorgänge, wenn sie denn so stattfinden, mit den blutrünstigen Christenverfolgungen von Anhängern der „Religion des Friedens“ überhaupt nicht vergleichen.

  8. Ach so.. hat nichts mit Islam zu tun, nur mit Ex – Kommunisten, dann ist alles geregelt bei euch…..

  9. Wie auch bei China etc.: Bitte immer berücksichtigen, woher das Land kommt, wo es heute steht und dann überlegen, wohin die Reise geht.

  10. #5 Ottawa (30. Jul 2009 17:10)

    Wer “verfolgt” wird, sind im wesentlichen diejenigen, die ihr Land schlecht machen, obs nun Christen oder Atheisten sind.

    Mit „Land schlechtmachen“ meinst Du wohl „Regierung kritisieren“. Ist das etwa keine politische Verfolgung, Regimegegner einzusperren? Und seit wann gibt es in der „BRD“ politische Gefangene??

    Von Verfolgung betroffen sind in VN nicht so sehr die Katholiken, sondern vor allem kleinere evangelische Kirchen. Die Katholiken bilden in Vietnam die größte und bekannteste Kirche und sind schon deshalb etwas besser vor Verfolgung geschützt.

    Hier noch ein Blog einer kleinen deutschen Kommunistin, die in Vietnam lebt und auf jegliche Kritik am Sozialismus höchst aggressiv reagiert: cathrinka.blog.de Demnächst reist sie nach Nordkorea. Hoffentlich gefällt es ihr da so gut, dass sie dort bleibt :-)=)

  11. All jene Länder und Kulturen der Welt die sich die Christenverfolgung auf die Fahnen geschrieben haben,sollen uns nicht darüber hinwegtäuschen,das die Bundesrepublik Deutschland einer der Länder ist in dem es Christenverfolgung gibt.

  12. Na die Gutmenschen von „Amnesty International“ wird sich das nicht gefallen lassen und das bestimmt regeln…

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