Der P*ff und der Perser

KulturbereichererZur Zeit wohne ich in einem Dorf in Südhessen und meine Begegnungen mit der Kulturbereicherung aus dem Nahen Osten und Nord-Afrika beschränken sich (noch) auf 1-2 mal die Woche Kopftuchschau bei Aldi oder Lidl. Zwar verspüre ich eine tiefsitzende Abneigung gegen den Islam, aber ich muss ehrlichkeitshalber dazu sagen, dass ich noch nie in irgendeiner Form von Mohammedanern „bereichert“ worden bin.

(Gastbeitrag von Nixlinx zur PI-Serie “So erlebe ich die Kulturbereicherer!”)

Es gab jedoch zwei Ereignisse, die zwar schon etwas länger zurückliegen, aber an die ich mich noch glasklar und in allen Einzelheiten erinnern kann. Beide Erlebnisse sind eher von Humor als von Angst oder Aggression geprägt, aber sie passen zu dem Bild, was ich in späteren Jahren vom Islam und seinen Anhängern gewonnen habe.

1. Der P*ff und der Perser

Es war in 1984. Ich arbeitete als junger Exportsachbearbeiter bei der Tochterfirma einer großen deutschen Chemiefirma in Frankfurt und war u.a. auch für den Iran zuständig. Unsere Büros waren direkt neben einem größeren Hotel in der Nähe des Börsengeländes. Wir kannten die Hotelangestellten und die Angestellten kannten uns.

Eines Tages kam mein Chef von einer Dienstreise aus Teheran zurück, rief mich zu sich und bat mich Lieferzeit und Frachtkosten für einen ungewöhnlich großen Auftrag zu ermitteln. „Und übernächste Woche werden wir Besuch bekommen. Raten Sie mal von wem?“ Ich zuckte die Schultern „Ayatollah Khomeini vielleicht?“ Mein Chef lachte: „Nein“, sagte er, „schlimmer noch, von Herrn Hashemi himself und zwei Begleitern“ .

Herr Hashemi war der Leiter einer iranischen Einkaufsorganisation mit Namen C.P.D.C. (Chemical Procurement and Distribution Center). Dieser Verein war eher eine Behörde als eine kommerzielle Organisation, denn zu den Aufgaben des CPDC gehörte u.a. die Preiskontrolle auf allen Importen von Chemieprodukten in den Iran. Ohne Segen und Stempel der CPDC kam kein chemisches Produkt durch den iranischen Zoll. Eingeweihte werden den Begriff „Überfakturierung“ kennen. Der Importeur bezahlt einen höheren Preis als vereinbart und lässt sich die Differenz auf sein privates Konto in Deutschland oder sonstwo überweisen. Das war nur eine Methode, um ungeliebte Rials oder Toman in heißgeliebte Devisen umzuwandeln. Wie gesagt, das CPDC war dafür da, um genau diese Praktiken zu unterbinden.

Herr Hashemi kam, sah und siegte. Seine zwei Begleiter – so versicherte er uns – „will come later“. Bei den Preisverhandlungen war ich nicht dabei, aber mein Chef bestätigte mir später, dass das Bakhshish (der Überpreis) nicht zu gering ausgefallen war. Zum Abendessen in einem der besten Nobelrestaurants von Frankfurt durfte ich aber dabei sein. Herr Hashemi ließ es sich gut gehen, bestellte Hummer, trank einen Rotwein, der mehr als 200 Mark pro Flasche kostete und auch einem 60 Jahre alten Cognac nach dem Dessert war er nicht abgeneigt. Nach dem Essen gab er zu erkennen, dass er gerne etwas „Entertainment“ hätte. Es hat bestimmt eine halbe Stunde gedauert, bis Herr H. kapierte, dass wir ihm gerne bei einem respektabelen Freudenhaus absetzen würden, aber dass wir a) nicht mit rein gehen und b) schon gar nicht für seine nächtlichen Vergnügungen zahlen würden. Ich wurde abkommandiert, unseren persischen Gast zum Sudfass zu fahren. Deutlich verstimmt stieg Herr H. aus, sagte knapp „goodbye“ und verschwand ins Freudenhaus. Keiner von uns hatte Lust, ein paar tausend Mark aus seinem Privatvermögen für einen persischen Puffbesuch zu stiften, denn als „Bewirtungskosten“ konnte man so was in unserer Firma NICHT deklarieren, ohne fristlos gefeuert zu werden.

Mit und ohne Freudenhaus, wir bekamen den dicken Auftrag (Menge wurde sogar noch erhöht) und bald war alles „back to normal“. Ein paar Tage später rief mein Chef mich wieder zu sich rein und erzählte mir, was er nebenan von der Hotelrezeption gehört hatte. „Erst hat er gesagt, dass er Besuch aus Teheran erwarte und wir sollen ihn anrufen, wenn der da wäre. Zehn Minuten später rief er wieder an und verlangte, dass wir die Minibar aus seinem Zimmer entfernen, denn in der Nähe von Alkohol würde er sich unwohl fühlen.“

Dieser Vorfall gab mir die ersten tieferen Einblicke in die mohammedanische Welt. Die Nacht zuvor hat es sich Herr H. bei Wein und Weib gut gehen lassen, aber im Beisein seiner Begleiter musste er wieder den strenggläubigen Mohammedaner raushängen lassen. Also, die Minibar musste weg. Und ich begriff an diesem Tag, dass der Islam eine überwiegend „äußerliche“ Angelegenheit war.

2. Das erzwungene Gebet

Etwa ein Jahr später rief mein Chef mich wieder mal zu sich rein und fragte mich, ob ich Lust hätte, nach Algerien zu fliegen. Er hätte im Moment keine Zeit. Zwar spreche ich nicht fließend Französisch, aber ich kann mich in dieser Sprache einigermaßen verständlich machen, Grund warum mein Boss mich hinschickte. Telefon/Telexverkehr mit Algerien war damals noch problematisch und es hatte sich eingebürgert, dass alle Jahre oder so einer von uns hinflog, um Details, Neuigkeiten, Probleme usw. persönlich vor Ort zu besprechen. Etwa ein Monat später saß ich im Flieger nach Algiers.

Gleich am Flughafen ging es schon los. Vereinbart waren X Dinar bis zum Hotel, aber der Taxifahrer wollte plötzlich X+ Dinar. Ich zahlte also den am Flughafen vereinbarten Preis, sans pourboire, stieg aus dem R21 und tat so als ob das algerische Invektiv mich nicht beeindruckte. Am nächsten Morgen besuchte ich meinen Kunden, besprach was zu besprechen war und fand mich am frühen Nachmittag auf der Straße wieder. Zum Essen war ich nicht eingeladen worden, was mich schon irritiert hat. Man sagte mir aber später, das wäre in Algerien nicht üblich. Nachmittags bin ich ein wenig durch die Stadt gelaufen. Algiers war immer noch hübsch anzusehen mit den vielen weißen Häusern und den vielen Blumen. Man konnte ahnen, wieviel hübscher die Stadt ausgesehen haben muss in der Zeit, wo die Franzosen dort regierten.

Plötzlich sah ich ein Gebäude und am Minarett konnte ich erkennen, dass es eine Moschee war. Ich wollte mir so ein Ding mal von innen ansehen, also habe ich – so wie sich das gehört – meine Schuhe ausgezogen und bin reinspaziert. Na ja, groß beeindruckt war ich nicht und ich wollte schon wieder gehen, aber plötzlich strömten von allen Seiten Algerier rein. In Sekundenschnelle standen vor mir, hinter mir, rechts und links von mir Unmengen von Algeriern und ich wäre sicher sehr unangenehm aufgefallen, wenn ich versucht hätte, gegen den Strom in Richtung Ausgang zu schwimmen. Ich wusste nicht, was ich machen sollte, also blieb ich einfach stehen. Ein Algerier stieß mich noch ein wenig zur Seite, als ob er sagen wollte „mach mal ein bisschen Platz hier.“ Langsam bekam ich es mit der Angst zu tun. Nachdem die Moschee voll war (echt brechend voll) erschien ein Vorbeter, der eine kurze Predigt hielt. Danach rief er mit sonorer Stimme „A l l a h…..“ und alle fielen auf die Knie, das Gesicht dem Teppich und das Gesäß dem Allmächtigen zugewandt.

Und ich….was blieb mir anderes übrig als mit auf die Knie zu fallen und auch mein Hinternteil dem Allmächtigen entgegenzustrecken? Hätte ich stehen bleiben sollen?

Alles stand wieder auf, ich auch. Kurze Pause… da kam wieder die sonore Stimme des Imams… A l l a h ….also alles wieder runter, ich auch! Das hat sich vier oder fünf mal wiederholt und danach war es gottseidank vorbei. Schweißgebadet und vor Aufregung (Angst) zitternd lief ich mit der Meute zum Ausgang. Keiner schien aber besondere Notiz von mir zu nehmen.

Meine Schuhe waren noch da. Ich zog sie an und wollte – möglichst schnell – weg, wurde aber zwei oder drei mal von Bettlern aufgehalten, die offensichtlich das gottesfürchtige Klima ausnutzten, um eine milde Gabe zu ergattern.

Zurück im Hotel habe ich mich nach einem Rückflug am gleichen Tag oder am nächsten Morgen erkundigt. Ich wollte weg aus Algerien. Und NIE mehr wiederkommen.

Alle auf PI veröffentlichten Gastbeiträge zur laufenden PI-Serie “So erlebe ich die Kulturbereicherer!”, küren wir mit dem neuen Buch von Udo Ulfkotte „Vorsicht Bürgerkrieg“. Wir bitten daher alle, deren Beitrag bei uns erschienen ist, uns ihre Anschrift mitzuteilen, damit wir ihnen ihr Buch zustellen können.

Bisher erschienene Beiträge zur PI-Serie:

» “Was!? Hast du ein Problem?”
» Meine Erlebnisse in arabischen Ländern
» “Seien Sie froh, dass nichts passiert ist”
» Umar an der “Tafel”-Theke
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