Die Welt: Obama nicht mehr so beliebt

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Ein sanftes Lüftchen scheint den Redakteuren der Welt heute den Kopf klar und einen bisher unerhörten Gedanken ans Tageslicht gebracht zu haben: Obama ist doch nicht so beliebt wie es der deutsche Qualitätsjournalist gern hätte.

Ein halbes Jahr nach seinem von viel Euphorie begleiteten Amtsantritt als US-Präsident wird Barack Obama vom harten politischen Alltag eingeholt. Eine Mehrheit der Amerikaner ist laut einer am Dienstag veröffentlichten AP-GfK-Umfrage wieder der Ansicht, dass sich die USA auf einem falschen Kurs befinden. 54 Prozent der Befragten vertreten diese Meinung, gegenüber 46 Prozent vor einem Monat. Auch die allgemeine Zufriedenheit mit dem Präsidenten hat in den vergangenen Monaten abgenommen.

Zwar sind immer noch 55 Prozent der Befragten mit der Leistung Obamas zufrieden, aber die Zweifel an der Umsetzung seiner wichtigsten politischen Ziele wachsen. Der Wert von 55 Prozent liegt über dem von Bill Clinton nach dessen ersten sechs Monaten im Amt und etwa gleichauf mit dem von Obamas direktem Vorgänger George W. Bush zur gleichen Zeit. Die Skepsis der Amerikaner ist vor allem hinsichtlich Obamas Wirtschaftspolitik und der Gesundheitspolitik gewachsen.

In etwa gleichauf mit dem bösen GW Bush? Oder gar etwas drunter? Bush hatte nach sechs Monaten noch 66 % Zustimmung (unter 12 Präsidenten wäre Obamas Zustimmungsrate die zehntschlechteste). Das wäre doch mal eine Schlagzeile:

Obama weniger beliebt als Bush

Kommt noch, leider. Und so wie es aussieht, schon bald. Da können selbst die Realitätsverweigerer in den Redaktionsstuben nichts machen. Dafür ist the One™ ganz alleine verantwortlich. Und natürlich der amerikanische Wähler.

UPDATE: Nun ist es soweit. Auf Welt Online steht folgende Schlagzeile: Obama nach sechs Monaten unbeliebter als Bush. Na da haben sich die Welt Online-Redakteure wohl bei PI inspirieren lassen…