Fall Marwa: Deutschland unter Generalverdacht


Die Reaktionen deutscher Politiker auf den Mord, der unfassbarer Weise in einem Dresdener Gerichtssaal stattfinden konnte, hat Henryk Broder in gewohnt scharfsinniger Weise unter die Lupe genommen. Ein ganzes Land wird unter den Generalverdacht der Fremdenfeindlichkeit gestellt. Und die Politik verbittet sich nicht etwa die dreiste Einmischung in die inneren Angelegenheiten Deutschland, sondern beugt demütig und zustimmend das Haupt.

Beflügelt von soviel Kriechertum, schrieb der iranische Staatspräsident dreist einen Brief an den UNO-Generalsekretär und forderte die Verurteilung Deutschlands.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon aufgefordert, seinen „rechtlichen, historischen und menschlichen Pflichten nachzugehen. Ist es nicht an der Zeit, diesen brutalen Mord ausdrücklich zu verurteilen? Warum sollten manche Staatsoberhäupter angesichts ihrer unmenschlichen Taten Immunität haben?“, heißt es in dem Schreiben Ahmadinedschads an Ban.

„Wenn Sie das nicht tun, werden größere Tragödien passieren und mehr unschuldige Menschen Opfer von Ungerechtigkeit und Diskriminierung werden“, schreibt der iranische Präsident. Der Mord an der jungen Ägypterin sei ein „Anzeichen von radikalem Rassismus innerhalb Teilen der Bundesregierung und der deutschen Justiz“, heißt es weiter. „Es ist jedoch nicht verwunderlich, da ja manche der deutschen Politiker sogar ihr eigenes Volk und ihre eigene Jugend gegenüber den Zionisten (Israel) stets demütigen und sie dazu zwingen, von den Zionisten (Israelis) bis zur Ewigkeit erpresst zu werden“, schreibt Ahmadinedschad.

Und Deutschland wird sich auch das gehorsam bieten lassen, solche Unverschämtheiten von jemandem, in dessen Land Homosexuelle und Vergewaltigungsopfer an Baukränen baumeln oder gesteinigt werden und unschuldige Demonstranten auf offener Straße erschossen werden. Nicht mal den Botschafter werden sie einbestellen – denn wir sind ja schlecht. Wir habens verdient.

(Spürnasen: Candide und Ben K.)