Meldet WELT Leser-IPs dem Verfassungsschutz?


Eine neue Qualität in der Volkserziehung hat man offenbar bei WELT-online beschritten. Wie ein Leser uns schrieb, soll gestern obiger Kommentar in der WELT unter diesem Artikel erschienen sein, vermutlich um den eigenen volkspädagogischen Erziehungsbemühungen den nötigen Nachdruck zu verleihen. Inzwischen ist er wie von Geisterhand verschwunden, nicht jedoch alle Kommentare, die Bezug darauf nehmen.

Na dann hat aber der Verfassungschutz viel zu tun

höhnt sesselfurzer und Andreas Burka meint:

Guten Abend,
ich würde mich sehr über eine Stellungnahme Ihrer Redaktion zu der Aussage Ihrer Moderatorin zur Weitergabe der Daten an den Verfassungsschutz freuen.
Vielen Dank!

worauf er natürlich keine Antwort bekam. Offizieller Mitarbeiter empfiehlt:

Sollte sich ihr Blättchen nicht lieber auf Jounalismus konzentrieren, statt IP-Listen an den Verfassungsschutz zu melden?

Ansonsten hätte man sich nicht nur die Kommentarfunktion, sondern eigentlich auch den ganzen Artikel schenken können.

Der Widerspenstige, der sich nicht zähmen lassen will, wird gnadenlos gelöscht:

Ne, doch nicht, wurde wieder gelöscht… dann finde ich das schon krass. Haben die nichts besseres zu tun?

bemerkt stationsarzt und nodulus fragt nach dem Datenschutzbeauftragten:

Würden sie bitte die Anschrift Ihres Datenschutzbeauftragten mitteilen, am besten hier im Forum

Uwe Frost sagt:

Wie bitte?

Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einer Möglichkeit, eine kritische Bemerkung bezüglich Eurer Kompetenz bezüglich aktuellen Kinofilmen loszuwerden. In der ca. sechsten Unterebene Eurer Site stieß ich auf die im Betreff genannte, lächerlicherliche „Drohung“. Ich, (Zertifikate: MCSE NT4, MCSE 2000, MCSE 2003, Black Hat), habe als allein verantwortlicher Netzwerkadministrator für (nur?) ca. 40 feste und etwa 15 monatlich wechselnde Accounts erstmal sämtliche Zugriffe auf Eure Site gesperrt. Ihr seit nicht neutral und ich bin generell nicht bereit, meine Kollegen Euren vorgefilterten „Informationen“=Zensuren innerhalb meines Einflussbereichs auszusetzen. Selbstverständlich habe ich meine Kollegen über meine Vorgehensweise informiert, – insofern werdet Ihr von keinerlei Anfragen von der 217.91.130.45 mehr belästigt werden.

mfg
uf

ps: Ich werde dafür sorgen, das dass unter meinen „Gleichgesinnten“, will sagen: Gleichausgebildeten, die Runde macht!

Rumpel sagt:

Lol! Verfassungsschutz! HAHAH! Hauptschulabschluss nicht geschafft? Oder warum die Ahnungslosigkeit bei der Zuständigkeit von Behörden lieber Moderator?
Ich muss mal den Verfassungschutz anrufen hab mich beim Lachen am Kaffee verschluckt!

Die ganze Sache wäre wirklich lachhaft, hätte sie nicht so einen ernsten Kern. Nicht genehme Meinungen zu verbieten, ist ein Bestreben, dass unsere Politiker in zunehmendem Maße fasziniert. Und die Medien, statt mit Klauen und Zähnen die Meinungsfreiheit zu verteidigen, machen nicht nur freudestrahlend mit, sondern überbieten in vorauseilendem Gehorsam sogar noch die Forderungen aus der Politik und die WELT suggeriert, dass „falsche“ Ansichten verfassungswidrig seien. Eine gefährliche Entwicklung!Geschaffen werden soll der stromlinienförmige Einheitsmensch mit der Einheitsmeinung, der keine lästigen Fragen stellt und keine „falschen“ Ansichten vertritt. Diesen Wunsch in der Politik kann man ja noch nachvollziehen, aber bei den Medien?

Aber trotz aller Anstrengung: Die Wahrheit lässt sich nicht ewig unterdrücken und das Volk nicht ungestraft knebeln. Wie sagt schon das alte Volkslied:

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten,
sie fliegen vorbei, wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie w issen, kein Jäger erschießen.
Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!

(Spürnase: DESRSL)