US-Muslimin: Blindenpferd statt Blindenhund

Im US-Bundesstaat Michigan hat sich eine strenggläubige blinde Muslimin statt eines Hundes, der im Islam bekanntlich als unrein gilt, ein Zwergpferd als ständige Begleiterin zugelegt. Doch nicht überall stößt das Pferdchen auf Gegenliebe. Nachbarn der aus Jordanien stammenden Frau ließen bei der Stadtverwaltung den Bau eines Stalls verbieten.

20min.ch berichtet:

Mona Ramouni ist seit ihrer Geburt blind. Die aus Jordanien stammende junge Frau, die in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan lebt, ist auf eine Sehhilfe angewiesen. Doch als Muslimin kam bis jetzt die Hilfe eines trainierten Hundes nicht in Frage: Im islamischen Kulturkreis gelten Hunde traditionell als unrein. Die 29-Jährige suchte sich eine Alternative – und landete bei einem Pferd.

Cali sorgt für Ärger

Im vergangenen Oktober kaufte Ramouni die vierjährige Cali. Das Zwergpferd ist so klein, dass sie es mühelos in Busse, Bahnen und Wohnungen mit sich nehmen kann. Sieben Monate lang bereitete die Tiertrainerin Dolores Artse das Pferd auf die neue Aufgabe vor: Cali warnt nun durch Hufklappern vor Hindernissen, steigt in öffentliche Verkehrsmittel ein und räumt gelegentlich sogar Gegenstände aus Ramounis Weg. «Ich fühle mich jetzt viel mehr als Teil der Welt», sagt Ramouni. «Und ich bin sichtbarer für die Welt geworden.»

Doch nicht alle finden das Pferd eine tolle Idee. In ihrer Nachbarschaft wollte man das Tier nicht gedulden und bei der Stadtverwaltung habe ein Nachbar sogar den Bau des kleinen Stalls für Cali verbieten lassen. Die Familie habe ausserdem Hass-Mails bekommen.

Ramouni will aber ihr neues Glück nicht so schnell aufgeben: Ohne Cali würde sie sich nicht ins Freie trauen, sagt sie, zu dieser Zeit wolle sie nicht zurück. «Meine ganze Welt hat sich geändert, ich habe jetzt viel mehr Chancen», erklärt sie der Nachrichtenagentur AFP. «Was ich will, ist ganz einfach ein normales Leben.»

Würden die Behörden sowas bei einem Ungläubigen wohl auch durchgehen lassen?

(Spürnase: Daniel G.)