Antifa zeigts: So bekämpft man Piraten

piratengegenrechts

Das hatte sich die Piratenpartei so gedacht: Ein bisschen im Kampf gegen Rechts mitmachen (Foto: In Bonn gegen Pro NRW), denn Freiheit gilt nur fürs Internet – aber auf deutschen Straßen ist Verbrecher, wer anders denkt. Pech gehabt. Denn nur wer einen makellosen Lebenslauf mit lückenloser Zugehörigkeit zu K-Gruppen mindestens wie Gesundheitsministerin Ullalala Schmidt aufweisen kann, ist unverdächtig, ein Gedankenverbrecher zu sein. Für alle anderen gilt: Nazis raus! Willkommen im Club.

AFP berichtet:

Die Berliner Zentrale der Piratenpartei ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mit Symbolen und politischen Parolen beschmiert worden. Dies sei bereits der zweite Anschlag innerhalb von zwei Wochen, teilte die Partei mit. Die Polizei bestätigte, sie ermittle wegen Sachbeschädigung durch Graffiti.

Zudem gab es den Angaben der Piratenpartei zufolge am Donnerstagvormittag einen Angriff auf das Online-Mitmachportal der Partei. Dieses sei daraufhin kurzfristig vom Server genommen worden. „Wir stehen derzeit stark im Fokus der Medien“, sagte Bundesgeschäftstellenleiterin Nicole Hornung. „Dies ruft Kritiker und Neider auf den Plan. Dass dabei Auseinandersetzungen mit fragwürdigen Mitteln geführt werden, ist schade, denn wir suchen den sachlichen Diskurs.“

Zwischenzeitlich hatten sich Straftäter aus dem linksautonomen Umfeld auf dem Verbrecherportal Indymedia zu der Tat bekannt und diese mit dem Kampf gegen Rechts legitimiert. Indymedia versuchte zwar schnell noch, seine kriminellen Kunden vor neugierigen Blicken zu schützen, war aber zu langsam für die aufmerksamen Spürnasen von PI:

spreepirat 24.09.2009 13:51
In der Nacht vom 23. zum 24.09 wurde das Büro der Piratenpartei in der Pflugstraße 9a, Nähe U Schwartzkopffstraße, besucht und in einem symbolischen Akt mit den Parolen „Gegen Parteien, Nationen und Kapital“ und Anarchie A´s verziert.
Wider die falschen Piraten !

In der Nacht vom 23. zum 24.09 wurde das Büro der Piratenpartei in der Pflugstraße 9a, Nähe U Schwartzkopffstraße, besucht und in einem symbolischen Akt mit den Parolen „Gegen Parteien, Nationen und Kapital“ und Anarchie A´s verziert.

Wer hat sie in letzter Zeit nicht gesehen – die Piratenpartei ist überall.
Seien es die zahlreichen Plakate, auf denen die „Piraten“ ihre Liebe zur Freiheit verkünden oder in populistischer Manier die Wählerschaft anhalten, ihre „Änderhaken“ zu benutzen. Ganz im Stile des guerilla-marketings ala ogo.de und Nike beweisen die fleißigen Wahlkämpfer mit gesprühten Piratenschablonen ihr jugendliches, kreativkünstlerisches Potenzial und logisch konsequent tauchen Piraten-Fahnen auf antikapitalistischen Demonstrationen auf und in den ersten Reihen des „schwarzen Blockes“ erblickt mensch überzeugte AnhängerInnen der Piratenpartei.

Dies alles im Kontext dessen, dass die Piratenpartei das links-rechts Schema als überholt sieht, sich als ideologiefrei bezeichnet und das Verständnis von Freiheit sich aufs Web 2.0 beschränkt, wobei Kriminelle gemäß der freiheitlich demokratischen Grundordnung natürlich hinter Gitter gehören.

Mit diesem symbolischen Angriff wollen wir ein deutliches „Nein“ gegen diese aufsteigende Partei formulieren, die einen nebulösen Freiheitsbegriff propagiert und sich einen alternativen Habitus verpasst. Ein Nein, dass sich nicht nur gegen die „Piraten“ an sich richtet, sondern gegen die ganze verlogene parlamentarische Demokratie.
Freiheitliches Leben in unserem Sinne, selbstverwaltet und kollektiv organisiert, ist mit diesem Parteiensystem, dass auf die Unterdrückung von Menschen durch den Menschen basiert, nicht möglich.

Solange dies der Fall ist geben wir keine Ruhe und kämpfen weiterhin mit allen Mitteln auf allen Ebenen für ein Ende der parlamentarischen Demokratie, ein Ende der kapitalistischen Verwertungslogik und für ein freies, selbstbestimmtes Leben.

Wir haben keine Wahl
Gegen Staat, Nation und Kapital

(Spürnase: Jörg S.)