Türken fordern vordere Listenplätze


Rassismus in Reinkultur betreibt die Türkische Gemeinde in Deutschland: Ihr Vorsitzender Kenan Kolat (Foto) fordert mehr aussichtsreiche vordere Listenplätze für türkischstämmige Bundestagskandidaten. Es kommt also kein bisschen auf die Qualifikation, sondern nur auf türkisches Blut in den Adern an.

„Wir befürchten, dass in der kommenden Legislaturperiode Abgeordnete mit Migrationshintergrund deutlich unterrepräsentiert sein werden“, sagt Kenan Kolat. Er ist Vorsitzender der Türkischem Gemeinde in Deutschland (TGD) und Mitglied der SPD. Eine Quote wolle niemand, so Kolat im Gespräch mit dem SPIEGEL, „aber es geht schon darum, dass die Parteien guten Leuten eine realistische Chance geben, auch wenn diese einen türkischen Namen haben“.

Derzeit sitzen fünf türkischstämmige Abgeordnete im Bundestag. Zwar kandidieren mehr als zwei Dutzend Türkischstämmige für die Wahl, mehrheitlich jedoch auf hinteren Listenplätzen – ohne Aussicht auf ein Mandat.

„Mehr als zwei oder drei werden es nach der Wahl aber wohl nicht mehr sein“, schätzt Ahmet Külahci, Redakteur der türkischen Zeitung „Hürriyet“.

Das mag daran liegen, dass die SPD weniger Stimmen bekommt. Aber das wäre zu einfach. Lieber bejammert man sich und betreibt den Rassismus, den man beklagt, selbst.

(Spürnasen: Tomas D., Marcus E., Eisfee, Ben K. und HBS)