Mao ZedongHeute, am 1. Oktober, feiert die wirtschaftlich aufstrebende chinesische Kommunisten-Diktatur ihr 60-jähriges Bestehen. Ein Grund für viel Pomp und Militärparaden. Ein Blick in die dunklen Kapitel der Vergangenheit und der Gegenwart ist allerdings bei dem Mega-Event mit 500 Panzern, Raketenabschussrampen und anderen Militärfahrzeugen, 8.000 Soldaten und 180.000 Darstellern weder vorgesehen noch erwünscht.

In der Eigenwahrnehmung ist China das fortschrittlichste aller Länder:

In seiner Rede vom Tiananmen-Tor, wo am 1. Oktober 1949 der „große Steuermann“ Mao Tse-tung die Republik ausgerufen hatte, versicherte Präsident Hu Jintao, China werde „unerschütterlich“ an seiner Reformpolitik festhalten. „Nur der Sozialismus kann China retten und nur Reform und Öffnung können die Entwicklung Chinas, des Sozialismus und Marxismus sicherstellen.“ China sei auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts der Souveränität und territorialen Integrität sowie der „Nichteinmischung“ zur Zusammenarbeit mit anderen Ländern bereit. Vor dem Hintergrund der Unruhen in Tibet und Xinjiang forderte Hu Jintao eine stärkere Einheit der Volksgruppen.

Von Menschenrechtsproblemen, Meinungsunfreiheit und der Unterdrückung von Christen will man heute in Peking nichts wissen.

Betreffend Toleranz herrschen landesweit beträchtliche Unterschiede. In einigen Gegenden können Christen auch in nicht-staatlichen Kirchen ihre Lieder aus voller Kehle singen und sie dürfen ihre Gemeindehäuser bauen. In anderen Bundesstaaten werden die Leiter dieser Kirchen inhaftiert, geschlagen und die Versammlungen aufgelöst. So wurde auch die Sängerin Xiao Min zweimal verhaftet, mittlerweile ist sie untergetaucht.

Hin und wieder gibt es von höheren Regierungsbeamten angeordnete Razzien in unregistrierten Gruppen, gewöhnlich vor größeren Veranstaltungen auf nationaler oder internationaler Ebene. So wurden etwa vor der Olympiade 2008 in Peking verschiedentlich Pastoren vorübergehend aus der Hauptstadt geschafft. Durchschnittliche Gläubige werden normalerweise nicht inhaftiert und geschlagen, aber sie erfahren Diskriminierung und Belästigung.

Soviel zur „Grundlage des gegenseitigen Respekts“. Zwar hat der wirtschaftliche Aufschwung Chinas auch eine ideologische Öffnung mit sich gebracht, doch die Macht der Maoisten in Peking ist ungebrochen.

(Spürnase: Ben Juda)

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35 KOMMENTARE

  1. …. stimmt nicht, sieht dann wohl mehr aus wie im Gaza streifen, mit vielen Maschinenpistolen und wildem herumgeballere.

    Matamoros

  2. China ist unterwegs.

    Unterwegs zu den Völkern der Welt. Tagtäglich verändert es sich, tagtäglich lehrt und lernt es.

    Die Komplexität des Landes erfordert ein vorsichtiges Manövrieren und eine starke Hand der Pekinger Regierung.

    Die Richtung stimmt, das Ziel wird der Lohn nahezu übermenschlicher Anstrenungen sein. Aber es braucht Zeit. China braucht Zeit. Im Interesse seiner Menschen.Und im Interesse der Weltgemeinschaft.

    Das zeugt von der Seriosität der Volksrepublik China. Sie ist ein zuverlässiger Partner, der einen Stein auf den anderen legt, damit das Haus der Zukunft fest und stabil ist.

    Ich werde nicht ungeduldig. Denn ich weiß, im fernen Osten geht tatsächlich eine Sonne auf…

    http://www.youtube.com/watch?v=x3efht4-xNw

    http://www.chinabroadcast.cn/

  3. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit Moslems kann manch einer vielleicht verstehen, warum die Religionsfreiheit ein problematisches Recht ist und warum das Niveau des Schutzes dieser Freiheit, das in China schon erreicht worden ist, heute vielleicht mehr Lob als Kritik verdient.

    Gewissen Schikanen ausgesetzt sind vor allem unregistrierte „Hauskirchen“ und dies vor allem in Provinzen wie Xinjiang, wo die Gefahr besteht, dass christliche Missionierungsaktivitäten als Provokation des prekären inter-ethnischen Friedens gesehen wird.

    China wegen seines oberflächlichen Festhaltens am Kommunismus in die linksextreme Ecke zu stellen, ist langsam langweilig. Jeder weiß, dass dieses Festhalten rein pragmatischen Überlegungen geschuldet ist.

    Um 1990 gab es mal einige Artikel führender Partei-Ideologen mit Titeln wie „von der Revolutionspartei zur Regierungspartei“ die vorschlugen, Marx, Engels, Lenin etc aus dem Parteikanon zu verdrängen und stattdessen klassische konservative Denker wie Edmund Burke (der sehr wortgewaltig Revolutionen verurteilte und kontinuierlichen „Reformen zum Zwecke des Bewahrens“ das Wort redete) an ihre Stelle zu setzen. Das wiederum wurde aus den selben pragmatischen Gründen verworfen, aber es gehört nicht viel dazu, zu verstehen, welches Denken heute die Politik Chinas in Wirklichkeit bestimmt. Der von Helmut Schmidt hochgeschätzte Deng Xiaoping, der noch immer als „Gesamtarchiteckt der Reform und Öffnung“ gepriesen wird, hielt immer sehr wenig von grauer Theorie. Folgende Leitsätze stammen von ihm:

    1. Armut ist nicht Sozialismus
    2. Die Praxis ist der einzige Maßstab zur Ermittlung der (politischen) Wahrheit

    Das heutige China schafft es, Hongkong als unabhängige Region mit voller westlicher Meinungsfreiheit unter seinem Dach weiter zu betreiben. Es hat von Maos System vor allem diejenigen Teile bewahrt, die benötigt werden, um das Riesenreich, in dem manche Teile in einer Art Ausnahmezustand zu leben gezwungen sind und noch eine Weile sein werden, zusammen zu halten.

  4. Mao war einer der schlimmsten Massenmörder der Geschichte. Auch einige meiner Klassenkameraden verehrten den großen Vorsitzenden. Viele Maojünger schafften sogar richtige Karrieren. Heute ist ihnen ihre Maoverehrung nur peinlich.
    Ich denke, die heutigen Islamversteher wird man in 10 oder 20 Jahren nicht an ihre Islamophilie erinnern dürfen.

  5. Die kommunistische Machtelite in China ist nicht dumm. Sie nehmen sich aus beiden ideologischen Systemen das beste heraus. In der Wirtschaft ein ausschließlich auf Gewinn orientierter Kapitalismus, der ihren Wohlstand garantiert und ansonsten eine Bonzendiktatur, die auf Machterhalt ausgerichtet ist.
    Ich könnte mir schon vorstellen, daß die Eliten in Europa davon träumen ebenso herrschen zu können.

  6. #3 BUNDESPOPEL (01. Okt 2009 18:20)

    Das zeugt von der Seriosität der Volksrepublik China. Sie ist ein zuverlässiger Partner, der einen Stein auf den anderen legt, damit das Haus der Zukunft fest und stabil ist.

    Die Seriosität Chinas erkennt man dann, wenn wieder einmal wirksame Sanktionen gegen den Iran verhindert werden.

  7. Die gegenwärtige politische Elite in China zeigt wie flexibel Politiker sein können. Den Kapitalismus fördern und sich selbst als Kommunisten bezeichnen. Wahrscheinlich wird demnächst der große Friedrich August von Hayek zum Säulenheiligen des Marxismus-Leninismus.

  8. Achtung Würzburger!

    Einladung zum Fachtag Wege in die Gesundheitsprävention und Selbsthilfe
    für Menschen mit Migrationshintergrund.

    Dienstag, 17. November 2009
    10:00 bis 16:00 Uhr

    Felix-Fechenbach-Haus
    Stadtteilzentrum Grombühl
    Gutenbergstraße 11
    97080 Würzburg

    PARITÄTISCHER WOHLFAHRTSVERBAND
    LANDESVERBAND BAYERN e.V.
    Bezirksverband Unterfranken
    Münzstraße 1
    97070 Würzburg
    Telefon 0931 | 35401-0
    Telefax 0931 | 35401-11
    unterfranken@paritaet-bayern.de

    http://www.unterfranken.paritaet-bayern.de

    Menschen mit Migrationshintergrund finden
    bislang nur selten Zugang zur Selbsthilfe.
    Angebote der Gesundheitsprävention werden
    von ihnen kaum wahrgenommen.
    Andererseits machen sich viele elbsthilfe-
    gruppen Gedanken, wie sie neue itglieder
    gewinnen können.

    Gruß von osna-pi@online.de

  9. Wer an Marx festhält – sei es auch nur der Form halber -, der kann nicht ganz dicht sein. Marx ist objektiv betrachtet ein Asozialer der übelsten Sorte gewesen. „Gelehrte“ Sprüche vom Stapel lassen und dabei das eigene Kind fahrlässig vom Leben in den Tod befördern. Obendrein wurde neben der Ehefrau das Dienstmädchen geschwängert, das ist Lumpentum ohne Wenn und Aber!

  10. Betr. Iran
    Kann es sein, dass China andere Interessen am Iran hat als hiesige Dhimmis? (- nicht umsonst hat Kalashnikov 22 Mill. Dollar Schulden- wegen der Kopien des AK 47.Ist damit insolvent.) So macht man sich Kunden. Von einem darf man ausgehen:
    Im Gegensatz zu Obambi werden Chinesen niemals vor „Achmach ihn doch platt“ kriechen!!
    Alles Gute, China!!
    Gruss
    PS: Wo bleibt der erste, in Somalia gekaperte
    chinesische Kistendampfer???? Sollte man es wagen: Arme Neger!!!

  11. Nach Rummel und Heinsohns Opferzahlen-Angaben entfallen auf:

    -Machtfestigung und Enteignungen 1949-1953: 8.427.000 Todesopfer
    -„Großer Sprung nach vorn“ und Enteignungen 1954-1958: 20 bis 40 Mio. Opfer
    -Vernichtung durch Arbeit (Arbeitslager) sowie Hunger als Folge der Enteignungen 1959-1963: 10.729.000
    -Kulturrevolution 1964-1975 : 7.731.000 Tote.

    Mit einem Staat der auf solchen Verbrechen fußt und dessen verantwortlicher Leithammel immer noch so verehrt wird, macht man munter Geschäfte. Bis zum heutigen Tag ist es ein enormer Unrechtsstaat. Im Spiegel stand mal was von 20.000 Hinrichtungen Jährlich.
    Ich schätze die chinesische Kultur ganz besonders und es ist unglaublich was in der Kulturrevolution alles zerstört wurde!
    Ich möchte nach China fahren und Maodenkmäler schänden!

  12. Übrigens lassen die roten immer schön die Hose runter wenns um die Tibetfrage geht! Da ist china dann immer der revolutionäre Volksbefreier, der das tibetische Bauernvolk von der bösen Lamadiktatur/monachrchie befreit hat.
    Das es nur ein Herrenwechsel war ist dann immer böse Medienpropaganda. Nur erschließt sich mir nicht wieso die wirtschaftshörigen Medien China schlecht machen sollten!

  13. Logiker, die Medien machen China schlecht, weil es ein Konkurrent an diversen Futtertrögen ist. Die EU-Eliten schüren Unmut gegenüber China, weil der EU-Zusammenschluss sich am besten durch die Konkurrenz zu anderen große Staaten rechtfertigen lässt. Das gemeine Volk ist gegen China, weil unsere Arbeitsplätze dort hin exportiert werden und dort eine Art Fabrik der Welt entsteht.

    Zu Maos Zeiten wurde Chinas Regime verehrt, weil es kein Konkurrent war. Heute wird Maos Leiche ausgepeitscht, weil China ein Konkurrent ist.

    Aus der islamkritischen Perspektive ist China allerdings, genau so wie Russland, Japan und ganz Nord-Eurasien, eher ein Verbündeter. Der Angstgegner müsste eher in jenem von Nomaden bevölkerten wüsten- und ölreichen Gebiet von Algerien bis Kasachstan liegen, (wobei Kasachstan selbst im Moment noch eher dank Nasarbajew und russischem Erbe) im nordeurasischen Lager liegt.

  14. Beim „deutsch-chinesischen Menschenrechtsdialog“ beherrschen Politiker die Debatte, die in der ganzen Welt gegen die Todesstrafe missionieren. Die Vertreter Pekings haben dann leichtes Spiel. Sie sagen in etwa: wenn wir Eure Menschenrechtsvorstellungen 1:1 umsetzen würden, würde uns unser Volk zum Teufel jagen. Und damit haben sie recht. Ähnlich sieht es dann bei Debatten über Selbstbestimmungsrechte und dergleichen aus. Inzwischen hat sich in sehr weiten Kreisen in China der Eindruck fest gesetzt, dass der Westen solches vor allem deshalb predigt, weil er China destabilisieren und damit einen lästigen Konkurrenten loswerden will.

  15. Militärparaden gehören zu den zuverlässigsten Kennzeichen totalitärer Staaten.

    Frankreich fällt mir da gerade als einer der Staaten ein, die regelmäßig Militärparaden abhalten, und zwar weil solche Ereignisse als Kennzeichen souveräner Staaten gelten. Wie zuverlässig dieser Eindruck im Fall Frankreichs im EU-Zeitalter noch ist, könnte man bezweifeln.

    Wer staatliche Souveränität gut findet, kann auch leicht verstehen, warum China bei diversen Bemühungen, Sanktionen gegen einzelne Staaten zu ergreifen, ungern mitmacht. Die meisten dieser Staaten waren vor noch nicht langer Zeit Kolonien der Ländergruppe, die heute gerne zu Sanktionen greift. China hatte seine Souveränität auch weitgehend an diese Staaten verloren. Die eigentliche Legitimität der KPCh und ihres Vorsitzenden Mao liegt darin, nach 100 Jahren des halbkolonialen Status China erstmals als geeinigten souveränen Staat wiederhergestellt zu haben. Genau aus diesem Grund ist das 60jährige Jubiläum dieser Staatsgründung auch in den Augen der meisten Chinesen eine Feier wert. In gewissem Maße erkennen das sogar die chinesischen Patrioten der heute in Taiwan demokratisch gewählten Regierungspartei Kuomintang an. Die KMT war auf eine prekäre Machtbalance feudaler Gruppen gebaut und hatte nie Kraft für diesen Einigungsakt. Für den eigentlichen Neugründungsakt musste eine Bauernrevolution dienen. Und deren schlechte Seiten wurden nach Maos Tod weitgehend entsorgt, so dass jetzt das Festland und Taiwan wieder konvergieren.

  16. Mein Dank an

    #3 BUNDESPOPEL (01. Okt 2009 18:20)

    und

    #21 cattivista (01. Okt 2009 20:58)

    Man braucht sich nur ansehen, woher China kommt, welchen (auch steinigen und oft genug kritikwürdigen) Weg China gegangen ist, und wo China heute steht, um zu verstehen, dass die Chinesen heute besonders stolz sind auf ihr Land. Und warum sie für ein paar westliche „Free Tibet“-Spinner nur Hohn empfinden können.

  17. #16 cattivista
    #22 Heiner und sonst keiner

    Ich bin einwenig erschrocken, was sich da bei euch auf tut. Mir scheint euer Bedürfniss für ein starkes, wehrhaftes Land gegen den Islamismus werden ihr die Mittel geheiligt.
    China kann auf seinen Weg und Geschichte der letzten 60 Jahre ganz bestimmt nicht stolz sein. Die Arm und Reich Schere klafft dort genauso weit auseinder wie in Indien. Der kleine Bruchteil wird als Fortschritt und Wohlstand verkauft. Die Umwelt ist zugrunde grichtet, es gibt noch weniger Meinungsfreiheit als hier und über Internetzenzur darf gar nicht erst diskutiert werden. Und die ganze Scheiße hat auch noch 70 Mio das Leben gekostet, 80% des Kulturerbes wurde Zerstört und ihr bejubelt das auch noch.
    Ihr würdet euch freiwillig in eine „bessere“ Diktatur werfen um dem Islam zu entkommen. Mit euch könnte man das gute alte „good bad cop“ Spiel spielen.Das ist auch genau das was der „Patriot Act“ verkörpert.

    China wird nicht in den Medien angegriffen um seine Wirtschaft zu schwächen. SO ein blödsinn. Warum machen die dann fröhlich weiter mit den Geschäften und selbst die Olympiade wurde durchgezogen. Zu Maos Zeiten waren sie deshalb nett zu ihm weil sie ihn nicht zusammen mit Russland gegen sich haben wollten!

    China brauchen wir auch nicht als Verbündeteten gegen den Islam. Was nützen uns die wenn hier keiner das Maul aufmachen kann ohne wegen Volksverhetzung dran zu kommen und kein Plotiker mit Rang das Problem beim Namen nennt, solange er noch im Amt ist, wenn überhaupt.

  18. Logiker, nicht Logik sondern die Praxis ist, frei nach Deng Xiaoping, der einzige Maßstab zur Ermittlung der Wahrheit. Und eine solche Diskussion ist zwangsläufig vielschichtig und schwierig. Sich auf dieses Glatteis zu begeben, statt seine Welterklärung von ein paar Schemata wie „Demokratie vs Diktatur“ logisch ableiten zu wollen, ist aber das, was einen konservativen von einem idealistischen, mithin einen rechten von einem linken politischen Denker unterscheidet.

  19. Auf Youtube findet man die Filme zur heutigen/gestrigen Militärparade.

    Nett anzusehen sind die jungen weiblichen Volksmilizen und die Flugstaffeln. In letztem Film werden auch Atom-U-Boote vorgeführt. Es ist wie eine Oktoberfest-Parade aller Armee-Teile.

    Leider kann man hier nicht die Gesamtübersicht anzeigen, da der PI-Webserver nicht Unicode unterstützt (und somit keine chinesischen, arabischen oder hebräischen Zitate erlaubt).

  20. Ups, der Verweis auf die weiblichen Volksmilizen stimmte nicht, hier stimmt er. Hier wird die rote Farbe aus einem Gedicht von Mao zitiert, wonach „die Töchter Chinas dem Lippenstift die Waffen vorziehen“. Auch die Flugstaffel am Ende des anderen Films wird von Frauen geflogen und trägt den Namen der von Disney her bekannten altchinesischen Heldin Hua Mulan.

  21. Logiker, beim Anschauen der Filme zur Militärparade kann man auch erkennen, dass der Himmel über der Hauptstadt Chinas klar und frei von Smog ist. Das war vor ein paar Jahren noch nicht so und ist auch in vielen anderen Landesteilen nicht so. Es zeigt aber, dass es durchaus mehr als nur militärische Stärke nordkoreanischen Stils zu feiern gibt. Dieser Hinweis sollte sich aber sowieso erübrigen, wenn man bedenkt, dass China trotz Weltwirtschaftskrise dieses Jahr noch einzigartige nahezu 8% Wirtschaftswachstum aufweist und von überall her bang-hoffnungsvoll als Lokomotive der Weltwirtschaft betrachtet wird.

  22. Was in China gut ist; dass die Musulmanen dort nichts zu sagen haben. Dort kann man keine Moschee bauen. Maos Freund, Enver Hoxa in Albanien, hat den Islam abgeschaft und alle geistlichen Gehängt.

  23. Was in China gut ist; dass die Musulmanen dort nichts zu sagen haben. Dort kann man keine Moschee bauen. Maos Freund, Enver Hoxa in Albanien, hat den Islam abgeschaft und alle geistlichen Gehängt.

    In China werden durchaus Moscheen gebaut. Allerdings werden die, ähnlich wie die christlichen Kirchen, von registrierten und überwachten Gemeinden im Einklang mit der Nationalitätenpolitik betrieben, die ein politisches Machtstreben im Namen der Religion zu unterbinden versucht. Es gibt viele angesehene religiöse Führer alle Richtungen, die mit dieser Politik gut zurecht kommen, aber für Moslems und Lamaisten ist es wohl schwieriger als für Christen.

  24. #24 cattivista

    Was ist das denn für eine blöde Rethorik!
    Eine vernüftige Praxis hat Logik. Du unterstellst mir s/w Malerei (“Demokratie vs Diktatur” ) was ich mit nichten betrieben habe, machst das dann aber gleich slebst in dem du links/rechts konservativ/ideologisch versuchst zu charakterisieren. Übrigens sind sich in Sachen China Linke und Konservative erstaunlich Nahe, wider deiner These.
    Irgendwie hat das was erschrekend relativerendes was du da schreibst und du bestätigst eher deinen Eindruck auf mich.

    #27 cattivista

    Ich weiß nicht welcher Wind da gerade die Smogglocke weggeblasen hat aber Smog ist wohl das kleinste Umweltproblem von China.
    Und die 8% blenden mich auch überhaupt nicht, weil mir klar ist was für eine enorme Unmenschlichkeit, und Rücksichtslosigkeit hinter diesem „Gewinn“ steht!

  25. Logiker, du hast nicht begriffen, aus welchem Elend sich China (und auch andere Länder) hocharbeiten und wie schwierig das ist. Bis vor 20 Jahren sah es noch so aus, als hätten Länder wie China keinerlei Hoffnung, aus der Abwärtsspirale aus Unfreiheit, Morallosigkeit, Inkompetenz, Umweltverschmutzung, Kinderreichtum etc zu entkommen. Das größte Verbrechen, das eine Regierung oder Elite begehen kann, besteht darin, das eigene Land zu schwächen und in Richtung dieser Spirale zu stoßen. Ein solches Verbrechen kann man heutzutage eher unserer Elite als der Chinas vorwerfen. Das war vor 20 Jahren nicht abzusehen.

    Ich sage fast wertungsfrei, dass es eine linke Denkweise ist, andere Länder nach der Einhaltung irgendwelcher verabsolutierter Grundsätze zu beurteilen und eine rechte, den fühlbaren Erfolg der Politik dieser Länder an die erste Stelle zu setzen und dann vorsichtig weiter zu sehen.

    Es gab mal eine Kampagne von Mao gegen Deng, bei der Maos Freunde, von den Schalthebeln der Macht aus, die Parole ausgaben „Besser sozialistische Samen als kapitalistisches Unkraut“, wohingegen Deng später konterte „Armut ist nicht Sozialismus“ und „was interessiert mich ob die Katze schwarz oder weiß ist, solange sie Mäuse fängt“. Die damalige Klarsicht von Deng war die heutige von Sarrazin. Und bei uns hat man damals China voller Bewunderung beurteilt, wohin man heute, eben wegen des Erfolges, auf allerlei Prinzipien herumreitet, deren Verletzung man mutmaßt. Denn wenn jemand besser arbeitet als wir, dann kann das ja nur daran liegen, dass er irgendwelche Prinzipien verletzt, nicht etwa dass er wirklich besser ist. Nicht wahr?

  26. Ah wieder große Party in der Hölle, Mao, Stalin, Hitler und Mohammed haben mal wieder einen Grund zum Feiern…

    Der Herr Jesus wird jedoch auch die heutigen Sympathisanten der oben genannten größten Massenmörder aller Zeiten mit einem One-Way Ticket in die Hölle schicken.

    IN GOD WE TRUST!

  27. Auch auf die Gefahr hin, Öl ins Feuer zu giessen:
    Wenn wir die VR China anschauen, dürfen wir nicht in Schwarz und Weiss denken.
    Selbstverständlich ist China kein „netter“ Staat.
    Meinungen werden unterdrückt, Menschen gefoltert und allgemein ist die Freiheit der Chinesen eingeschränkt.
    Auf der anderen Seite müssen wir uns aber auch vor Augen halten, woher China kommt und wo es heute steht.
    Und dann muss ich sagen, die Richtung in die es für China geht, stimmt.
    Über das Tempo kann man sich vielleicht beschweren, aber die Richtung stimmt.
    Seit Deng Xiaoping hat die VR China den Kommunismus faktisch abgeschafft die Zensur ist weniger streng als sie es mal war, der Lebensstandard höher und die Einkindpolitik soll demnächst abgeschafft (und auf zwei erhöht) werden.
    Und sehen wir uns jetzt mal zum Vergleich Europa an.
    Wir werden von (linken und moslemischen) Extremisten geradezu überrannt, um die Meinungsfreiheit ist es auch nicht grade gut bestellt und wenn der Sozialstaat erst mal futsch ist, wird es das mit unserer Lebensqualität gewesen sein.
    Dann vergleichen wir mal, wie China und Europa ihre Bürger beschützen.
    In China greifen die moslemischen Uiguren haufenweise Zivilisten an, bei uns spielen die zugewanderten Moslems verrückt.
    In China wird den Uiguren mit Militäreinsatz geantwortet, in Europa werden WIR gegenüber den kulturellen Eigenheiten der Moslems „sensibilisiert“.
    Und etwas anderes wollen wir auch nicht vergessen, die VR China ist keine Demokratie, aber das behauptet auch keiner.
    Die EU dagegen beansprucht genau das für sich.
    Und ich für meinen Teil ziehe die Diktatur, die wenigstens ehrlich ist der Diktatur, die sich selber eine Demokratie nennt, vor.
    Deswegen muss ich nicht gutheissen, wie die Chinesen mit Tibet oder mit Falun Gong verfahren, aber ein bisschen mehr Objektivität ist nur gerecht.

  28. ich glaube China ist das geringste Problem worüber wir uns hier einen Kopf machen müssen. Lasst denen doch die Parade – wenn’s denn schön macht 😉 …und wenn nicht hat’s auch keinen gestört.

    Den Tibet-Romantikern sei noch eins gesagt das dieser Staat eine feudales Mönchstum vor dem Einmarsch der Chinesen gewesen ist in der die Bauern auch nichts zu lachen hatten. Es gibt sogar schwarz-weiß Film Aufnahmen die die Zeit kurz vor dem Einmarsch zeigt in der die Tibeter von ihren eigenen Leuten mit Rohrstöcken verkloppt wurden und auch einige an einen mittelalterlichen Pranger kamen. (ja, so ein richtiger Balken in der der Kopf gesteckt wird und die Arme links und rechts auch durch kleine Öffnungen ragen)
    Ist auch ein Werk einer Religion die zu gerne in Europa als Friendensreligion gepriesen wird.

    Als jemand der des öfteren beruflich wie auch mittlerweile aus familiären Gründen in China ist (Xiamen, Peking, Shanghai und neuerdings auch Hong Kong) kann ich nur sagen das jeder Gottesdienst an dem ich mit der Familie teilgenommen habe (spez. zu Weihnachten) ein tolles Erlebnis war. In den Kirchen (die teilweise riesige Kathedralen sind, nur mal so nebenbei) hat man kaum noch einen Platz gefunden und die Leute standen bis draußen. Dort saßen Menschen jeder Klientel (auch Soldaten die sogar die Kirchenlieder mitgesungen haben und die Hostie empfingen)

    Ich gehe stark davon aus das die Kirchen beobachtet werden, zumal viele Kirchen in China freien – teilweise besonderen evangelischen – Gruppen angehören (hierzulande sagt man vielleicht Sekten?).
    Aber ich habe auch im Innland nie das Gefühl gehabt das ein Christ sich auf der Straße „umsehen“ muß.
    Wird eben alles heißer gekocht als gegessen.

    Ich habe früher auch eine ganz andere Meinung zu dem Thema gehabt bis ich eben das erste mal tatsächlich in China war (zu dem Zeitpunkt noch beruflich) und mal die Realität sehen konnte. Zuvor habe ich das gemacht was viele (auch hier bei PI) zu tun pflegen: aus der Theorie heraus „rumgequatscht“ und der Presse nachgeblubbert.

    Die einzigen die sich in China Gedanken machen müssen sind die islamischen Uguren.
    Nur das hat ja wohl seinen Grund.

    …und jetzt wieder zurück zum Tagesgeschäft… Morgen ist Tag der offenen Moschee. Vielleicht sollte sich der eine oder andere eher darüber einen Kopf machen wie Deutschland in 20 Jahren aussieht. Die Chinesen werden, aufgrund ihrer strengen Politik, jedenfalls nicht massenhaft vom Fascho-Islam infiltriert.

    Sich eine Demokratie für China nach westlichem Vorbild zu wünschen ist legitim. Dies bei einem Volk von 1,4 Milliarden Menschen umzusetzen ist eher Utopie und würde vielen „Langnasen“ (so werden wir zuweilen von einigen dort genannt) die Tür öffnen die dort den selben wirtschaflichen Unsinn betreiben wie hier in Europa. Aber vielleicht sind einige auch einfach neidisch auf China weil die einfach „verdammt nochmal“ nicht die selben Probleme haben wie wir. Und das geht nun wirklich nicht.

    Randnotiz auf einige der Kommentare hier:
    Wenn man das China der letzten 15 Jahre beurteilt dann ist es eine Tatsache das die Chinesen zwar in einem Semi-Sozialistischen Staat leben (einige mögen Kommunismus sagen) – die Chinesen aber keine Kommunisten sind. Die ältere und mittlere Generation glaubt noch verstärkt an die Lehren Konfuzius‘ der wohl jeder roten Politik erhaben ist. Die Jüngeren glauben mehr und mehr an das was im Schaufenster liegt und für Geld zu haben ist.

    Also den Chinesen bitte Zeit lassen zumal wir Deutschen dort wirklich sehr beliebt sind (und das nicht wegen Hitler sondern wegen unserer Tugenden)
    …und die Chinesen lachen uns auch nicht aus wegen unseres politischen Systems (obwohl die wirklich Grund dazu hätten wenn die wüssten was hierzulande so abgeht bezüglich einer falsch verstandenen Toleranz anderer Religionen)

  29. @ 34 Konstantinos

    Sie sagen so viel Wahres über China, Kommentator, und sie haben recht.

    Die Propagada gegen die Volksrepublik hier im Westen ist ja leider oft nicht objektiv, ja manchmal sogar gemein.

    Ein schönes Land, ein bewundernswertes, fleißiges, an der Zukunft orientiertes Volk. Und die Chinesen mögen uns Deutsche sehr, gerade wegen dem, was hierzulande als „Sekundärtugend“ verhöhnt wird.

    Sie, Kommentator, kennen ja nun China sehr gut. Anderen aber hier im Blog und auch der „Geschäftsführung“ sei angeraten, mal in die Volksrepublik zu reisen.

    Gerade entlang des Gelben Flußes werden sie Millionenmetropolen finden, deren Namen niemand in Europa kennt, die aber mit einer Modernität bestechen, wie sie im Westen bislang städtebaulich noch nicht realisiert wurde.

    Überraschendes wird ein „Westler“ auf dem flachen Lande finden, in den Dörfern bei den einfachen Landleuten. Sie sind fest verwurzelt in der Kultur des jahrtausendealten Chinas. Oft wird man überrascht von Tanzgruppen in prächtigen Gewändern auf den Marktplätzen der Dörfer — man eifert der großen Pekingoper nach. Und wenn Sie zu einem festlichen Mahl eingeladen sind in einer ländlichen Familie, so werden Sie eine Ente kosten, so köstlich wie nie zuvor.

    Ja, und Tibet. Immer wieder tischen Medien eine Lügenstory auf. Heute unter Obhut Beijings fühlen sich Tibeter und Chinesen am Himalaya so wohl wie nie zuvor. Abermilliarden wurden und werden nach Tibet gepumpt, um den Menschen das Leben so zukunftsfähig wie möglich zu machen.

    Richtig. Zeit braucht China. Aber die Welt tut gut daran, sich schon heute der Freundschaft Chinas zu vergewissern.

    China macht immer den ersten Schritt, wenn der Partner sich vorurteilslos nähert.

    Gute Tage im Land der aufgehenden Sonne, Kommentator,
    pepe.

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