Angela Merkel und Martin LohmannEs ist schon höchst bemerkenswert, wer da in den letzten Wochen alles die Kanzlerin in höchsten Tönen lobt. Von Alice Schwarzer wussten wir ja schon, dass sie die Angela Merkel mag. Aber dass der Vielflieger und -schreiber Notker Wolf, seines Zeichens Abtprimas und „oberster Benediktiner“, just jetzt öffentlich verlauten lässt, wie sehr die Kanzlerin für „christliche Werte“ stehe, kam schon überraschend.

(Von Christian Sitter, Zeitschrift Gegengift)

Umso mehr, als er lobende Worte für die „christliche“ FDP fand. Erinnern Sie sich noch an den Kalauer: „Gott ist tot“ (FDP). „FDP ist tot“ (Gott). Lang ists her! Aber damit nicht genug: kein geringerer als Heribert „Deutschland brennt“ Prantl ließ sich nunmehr nicht nehmen, in der Süddeutschen Zeitung vom 17.10.2009 „Mamma mia“ für ihre Liberalisierung gegenüber „urbanen Schichten“, den Homosexuellen und Migranten Kränze zu flechten. Sie sei „konservativ“, denn sie beherrsche die Kunst, ihre Macht zu erhalten (=lat. conservare) und habe schließlich bei Wahlen Erfolg: „Ohne die Öffnung hätte die Partei nicht mehr, sondern noch weniger Wähler.“ Als würden die bis zu vier Millionen Wähler nicht reichen, die CDU und CSU seit 1998 den Rücken gekehrt haben! So sieht also „Erfolg bei Wahlen“ aus! Sensationell! Nicht einmal daran gedacht, dass es auch andere Politiker gegeben hat, die bei Wahlen Erfolg hatten. Aber das Adenauer-Haus wird sich gefreut haben. Merkels Strategen erkennen schon seit dem „Aufstand der Anständigen“ nicht mehr die vergifteten Geschenke der Linken. Und die Vorsitzende geht lieber zur Buchmesse, als ihrem Parteinachwuchs ihre Aufwartung zu machen. Die „Junge Union“ ist mit fast 130.000 Mitgliedern größer als die Grünen und die FDP zusammen und hat gerade monatelangen Wahlkampf hinter sich. Ein Helmut Kohl hatte eigentlich immer Zeit für seinen Nachwuchs. Der kannte aber auch seine Partei. Dass Merkel ihnen anstelle des erhofften kleinen Bonbons dann unerwartet die kalte Schulter zeigte und kurzfristig absagte, brachte viele Parteijunioren in Rage: auf den resignativen Spott „Mutti kommt nicht“ setzten einige Jungpolitiker noch einen drauf und gründeten beim Internetportal Facebook die Gruppe „Aufstand gegen Mutti“. Diese verzeichnete nach wenigen Stunden über 500 Anmeldungen. Dann war die Gruppe kurzfristig dort nicht mehr erreichbar. Die CDU will damit nichts zu tun haben. Natürlich nicht. Und erst recht nicht mit einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung vom 17.10.2009, der gleich die ganze JU zu einem Haufen naseweiser Rotzlöffel degradiert. Die ist sich indes sicher, dass es sich bei dem Kommentar um eine „Auftragsarbeit“ gehandelt haben muss.

Noch größerer Ärger droht „Mutti“ aber von der Gruppe, die die CDU lange Zeit getragen hat: der bekannte Journalist Martin Lohmann (u.a. Rheinischer Merkur, Bild) hatte am 16.06.2009 in Berlin sein neues Buch „Das Kreuz mit dem C – wie christlich ist die Union?“ vorgestellt, in dem er vor allem der Parteivorsitzenden kräftig die Leviten liest: „Die CDU ist bunt und modern, aber es fehlt ihr der Kern.“ Er fordert u.a. die Bündelung christlicher Interessen in einem Katholischen Arbeitskreis in der CDU als logisches Pendant des bereits bestehenden Evangelischen Arbeitskreises (EAK). Als Lohmann Frau Merkel anlässlich einer Diskussionsveranstaltung in Berlin das Buch überreichen will, hatte sie „leider keine Hand frei“. Dabei hat sie sicherlich daran gedacht, wie Helmut Kohl solche Diskussionen auch dann zu beenden pflegte, als seine Partei schon längst „östlicher und protestantischer“ geworden war: „Katholisch sind wir sowieso.“ Lohmann schaut auf die wenigen Blätter Papier in ihrer Hand und hat verstanden: er bringt das Buch persönlich ins Kanzleramt, das ihn erstaunlicherweise einlässt, obgleich von der Chefin weder eingeladen noch ermuntert. Das könnte damit zu tun haben, dass Lohmann zum einen in der Partei bestens bekannt ist, zum anderen sagt, was viele denken, aber derzeit nicht aussprechen wollen. Nach den verheerenden Verlusten der CDU bei den Wahlen in Thüringen und im Saarland lässt sich die Diskussion ohnehin nicht mehr ersticken. Der Vorsitzende der CDU-Landesgruppe Baden-Württemberg im Bundestag und Vorsitzende des katholischen „Kardinal-Höffner-Kreises“ der CDU/CSU-Fraktion Georg Brunnhuber, der im Unterschied zu Lohmann nicht zu den Gründern dieses Gesprächszirkels gehört, macht den Anfang, fordert zunächst im SWR 2 eine Grundsatzdebatte in seiner Partei über das C und findet „viele bedenkenswerte Gedanken“ in Lohmanns Buch. Die „Rheinische Post“ zitiert CDU-Fraktionäre hinter vorgehaltener Hand, dass „eine Debatte über unser C seit langem überfällig“ sei. Der das sagt, gehöre zu den „bekanntesten Politikern der Republik“, wolle aber damit auf keinen Fall zitiert werden. „Ein anderer“ aus der Fraktionsführung sage, was viele denken: „Lohmann hat einfach Recht.“ Ob er damit zitiert werden möchte? „Natürlich nicht.“ Und dann schiebt er hinterher: „Noch nicht.“ Und ein Dritter klagt: „Das geht so nicht weiter mit der Dame, wir wissen doch gar nicht mehr, was wir den Treuesten unserer Treuen sagen sollen, wofür wir denn noch stehen.“ Bei ihm kommt der Nachsatz: „Rufen Sie mich noch mal an. Nach den Wahlen.“

„Die Dame“ bekommt wohl endgültig zu viel, als Lohmann in der Titelstory des „Spiegel“ vom 21.09.09 über Merkel das Bonmot loswerden darf, sie agiere in einem „Überzeugungs-Nirwana“. Sie sei „der perfektere Schröder“, agiere aber „sehr situationsecht“. Das saß! Damit aber nicht genug: Tags drauf porträtiert das „Heute Journal“ des ZDF die Kanzlerin. Wieder kommt deren „rotes Tuch“ (RP) Martin Lohmann zu Wort: „Sie hat aus der CDU eine Partei gemacht, die modern ist und bunt, aber der der Kern fehlt. Sie hat die Seele dieser Partei vernachlässigt.“

Frau Merkel, damit offenbar konfrontiert, ist ärgerlicherweise zu einer direkten Antwort gezwungen: „Das glaube ich nicht.“ Ihr Nachsatz, warum nicht, kommt dann sehr verschwurbelt und ohne echte Aussage. „Situationsecht“ eben! Unmittelbar nach der Sendung „distanziert“ sich MdB Brunnhuber von Lohmann „und seinen Behauptungen“. Lohmann sei in Fraktion und Partei in weiten Teilen unbekannt. Ein bemerkenswertes Argument! Wer hat ihn dann ins Kanzleramt hineingelassen, dass schärfer bewacht wird als Ford Knox? Dass Lohmann etwas Falsches geschrieben habe, behauptete auch Brunnhuber nicht. Das stand wohl so auch nicht in der SMS der Kanzlerin.

Auch der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU (EAK) reagiert nun, aber ein wenig anders als erwartet. Statt dem entschlossen für christliche Anliegen kämpfenden Martin Lohmann, zwischenzeitlich zum Bundesvorsitzenden des Bundesverbandes Lebensrecht gewählt, zur Hilfe zu kommen, findet sich in der in der Woche nach der Wahl erschienen Hauspostille „Evangelische Verantwortung“ (sic!) ein polemischer Verriss des Lohmann-Buches über die CDU, den der Geschäftsführer des EAK, Herr Pastor Meißner, gleich selber übernimmt. Meißner nennt Lohmanns Buch, augenscheinlich ohne es gelesen zu haben, ein „Pamphlet“. Er wirft Lohmann allen Ernstes ein „schöngefärbtes und heiles Weltbild“ vor. Er sei von „schier unglaublicher Einfachheit“, sei „unfähig“ zur Differenzierung und habe wegen „Befangenheit“ einen „irregeleiteten Zugang zur Gesamtproblematik“. Die Frage, weshalb bei der letzten Bundestagswahl wiederum viele Menschen der CDU adé gesagt haben, stellt sich dem Botschafter des Johannesevangeliums nicht. Und der „Rheinische Merkur“, dem Lohmann jahrelang als stv. Chefredakteur eine unverwechselbare Stimme gegeben hatte, übrigens ein Organ im Eigentum diverser Bistümer, hält über Monate hinweg gleich mehrere Rezensionen, u.a. diejenige ihres Herausgebers Paul Kirchhof, des „bösen“ Buches zurück, weil diese wohl zu positiv ausfallen. Dass der lange Arm des Kanzleramtes so weit reichen würde, davon konnte man ungefähr ausgehen. Aber gleich bis in die Chefetage einer linken Zeitung, die die Christenunion jahrzehntelang für alles Unbill in der Welt verantwortlich machte? Und in den ältesten Orden der westlichen Welt? Notker Wolf vergaß in seiner eingangs angeführten Mitteilung über die vorbildlich christliche Frau Merkel nämlich nicht zu erwähnen, die Kirche müsse „ihr Ghetto“ verlassen. Wen der fromme Mönch wohl damit im Auge hatte? Derselbe Notker Wolf hatte übrigens der Süddeutschen Zeitung (SZ) in einem Interview vom 26.12.2006 auf die Frage „Brauchen wir mehr Querdenker in Deutschland?“ geantwortet: „Es ist unglaublich, wie wir uns einpassen, wenn wir in einer bestimmten Position sind. Glauben Sie, dem Vorstandsvorsitzenden sagt einer die Meinung? Die meisten verfallen doch in die Bücklings-Haltung.“

Ex-CSU-Generalsekretär und Kulturminister Thomas Goppel war der erste prominente Politiker, der die Idee eines Katholischen Arbeitskreises unterstützte. Er legt offenbar keinen weiteren Wert darauf, im SMS-Verteiler der CDU-Vorsitzenden zu stehen. Ob die Politiker, die in der Rheinischen Post treuherzig versichert haben, sich „nach der Wahl“ zu melden, sich mittlerweile zum entschiedenen Schaumermal durchringen konnten, ist noch nicht bekannt. Die FAZ erinnerte den JU-Chef Missfelder am 19.10.2009 im Porträt auch schon einmal prophylaktisch daran, es nicht zu weit zu treiben, wenn er sich weiter der Gnade seines Fraktionsvorsitzenden Kauder gewiss sein will.

(Foto oben: Angela Merkel und Martin Lohmann)

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34 KOMMENTARE

  1. „Jeder denkt auf seine Weise, der eine laut, der andre leise.“

    Ich kann die Gedanken des Notker aus der Bier-Hochburg nicht nachvollziehen.

    Seit der nicht gerade erfreulichen Papstschelte durch Angela Merkel bleibt dieselbe bei mir „unten durch.“

    Gläubigen Katholiken kann ich die Dame nicht empfehlen.

  2. Man sollte niemals die DDR-Staatserziehung unterschätzen:
    niemand konnte dort studieren, der GEGEN Sozialismus war !!!!!

    Die CDU ist verdammt weit nach links gerutscht …. sie ist die neue SPD

  3. Erika äh Angela Ferk.. äh Merkel, ist nicht mein Fall. Da kenn ich doch Physiker, die aus anderem Holz geschnitzt sind.

  4. Der Grund dafür, dass merkel ihren Besuch beim Deutschlandtag der Jungen Union abgesagt hat, könnte in der Verabschiedung der „Münsteraner Erklärung“ liegen. Beispiel:

    Abschaffung der Gender-Mainstreaming-Politik in der Bundesregierung. (Seite 11)

  5. „Mutti kommt nicht“

    ,

    Das triff es doch genau! Merkelmutti. Mein Gott, welches unterdurchschnittliche Mittelmass sich für elitär hält. Nun, sie passt zur zeh-deh-uh.

  6. Hier kommt ein sehr interessanter Kommentar von Martin Lohmann (Nachlese zum Merkel-Steinmeier hammerharten Phantom-Duell)

    Die Macht des Nichts
    TV-Duell: Das System Merkel im Hohlraum des Seins – oder warum jetzt alle Fragen beantwortet sind – Ein kath.net-Kommentar von Martin Lohmann

    Das große TV-Duell Merkel-Steinmeier war für viele Beobachter ein großer Offenbarungseid. Jedenfalls von der Frau, die da als CDU-Vorsitzende stand und sich mit fast schon faszinierender Konsequenz jedem Versuch einer inhaltlichen Profilierung widersetzte. Nicht ein einziges Mal rutschten ihr Begriffe wie „christlich“ oder auch nur „christdemokratisch“ raus. „Werte“, „Familie“, „Ethik“ „Menschenwürde“ und „Lebensschutz“ – nicht aus dem Mund dieser Frau. Nichts, aber auch gar nichts kam ihr im Blick auf die Stammwähler der Union über ihre Lippen. Wenn sie das durchhält, wenn sie diese Konsequenz der Abstinenz vom C bis zum Wahlabend konserviert, dann könnte die Abstinenz der ehemaligen Stammwähler eines Tages zu einem richtigen Problem für sie werden. Mehr aber noch für die Partei, der sie vorsteht.

    Die Stammwähler interessieren sie nicht wirklich. Sie meint, die habe sie sowieso, und ein eventueller Wählerverlust werde an anderer Stelle ohnehin mehr als ausgeglichen.

    Angela Merkel ist für viele der beste Grund, CDU zu wählen. Mag sein. Tatsächlich sind für viele heute Merkel und Union Austauschbegriffe. Viele wählen die Union, weil es Merkel gibt. Aber umgekehrt gilt das auch: Viele wählen nicht mehr Union, weil es Merkel gibt. Mehr noch: Weil das „System Merkel“ das Profil dieser „ihrer“ Partei regelrecht verspeist, auffrisst.

    Fragen melden sich: Kommen der CDU-Chefin, die vor allem gerne Kanzlerin ist, die mit dem C verbundenen Begriffe nicht mehr über die Lippen, weil sie sie nicht in Herz oder Seele hat? Nach dem Schmuseduell einer angelernten Christdemokratin mit Hang zur inhaltlichen Profilphobie ist die Frage fast schon beantwortet: Wofür steht Angela Merkel? Was verbindet sie mit dem C der CDU? Mehr als ein Nichts?

    Merkel kann man als „gelernte“ Christdemokratin bezeichnen. Dabei weiß sie zwar um die tradierten Werte dieser Partei, doch es fehlen ihr die inneren Bezüge. Auch deshalb hat die mächtigste Frau der Welt in ihrer Partei keine eigene Hausmacht.

    Sie ersetzt diesen Mangel durch Misstrauen und knallharte Taktik. Große Visionen werden ihr nicht nachgesagt. Große Durchsetzungskraft hingegen schon. Innerhalb der Partei herrscht bis hinunter in die Ortsverbände eine Atmosphäre des Duckens und auch der Ängstlichkeit. Selbst gestandene Volksvertreter im Deutschen Bundestag sagen mit fast schon trotziger Bewunderung geradezu selbstenthauptend: „Mutti kritisiert man nicht.“ Das System Merkel ist – solange sie wie in diesen Monaten in Umfragewerten oben ist und weiter Kanzlerin bleiben kann – stabil.
    Doch die zumeist konservativen Stammwähler verabschieden sich leise. Das mag man unterschätzen – weil man es halt leicht überhören kann. Übersehen sollte man es dennoch nicht. Das Problem, das die teflonbeschichtete Bundesmanagerin als Vorsitzende der Partei Adenauers eben dieser ins Nest legt, ist größer als zunächst erkannt. Spätestens am Tag Eins nach Merkel wird man sich fragen, worin denn der Mehrwert dieser Partei noch liegen könnte, wenn das kantenfrei abgeschmirgelte Austauschprofil dieser Partei mit dem Ende des Systems Merkel sich als strategisches Nullsummenspiel erweisen sollte. Und irgendwann wird es diesen Tag Eins geben.

    Garantiert. Wenn bis dahin aber das Karrieremodell M das Mehrwertmodell C zur Unkenntlichkeit degradiert hat, wird diese einst wichtige und einzigartige Partei in ein großes Loch fallen. Das Enttäuschungspotenzial bei denen, die ihr wegen ihrer klaren Überzeugung nicht besonders nahe am Herzen liegen, sollte auch Frau Merkel nicht leichtsinnig unterschätzen.

    Sie mag eine beeindruckende Kanzlerin sein, diese zur mächtigsten Frau ausgerufene Deutsche mit exzellentem Machtinstinkt. Aber ist sie auf Dauer auch die richtige Vorsitzende einer Partei, deren Einzigartigkeit sie inhaltlich weder repräsentiert noch offenbar selber erkannt hat? Sie, die machtvolle Defizite im Kern-Verständnis der „eigenen“ Partei offenbart, ist vor allem Kanzlerin. Dabei nützt ihr, aber letztlich auch nur ihr, eine Partei, die mittel- und langfristig mehr zu bieten haben muss als eine Bundesmoderatorin.

    Schön und gut, wenn sie jetzt, nachdem es immer wieder Kritik an ihr gab und gibt, gelegentlich Christliches beschreibt. Wenn sie jetzt – im Wahlkampf – allerdings nur vor entsprechendem Publikum das C betont, dann schleicht sich fast schon automatisch der Verdacht ein, auf den netten und schönen Worten stehe ein Verfallsdatum: 27. September 2009, 18:01 Uhr. Man sollte ihn ihr – auch und gerade wegen der Zukunft der Partei, deren Vorsitz sie innehat – wirklich von Herzen wünschen: den Mut zu einem belastbaren C-Profil!

    Seit dem TV-Duell sind einige Fragen gar nicht mehr so offen, weil ihre Beantwortung zu sehen und zu hören war. Wofür steht Angela Merkel – außer für sich selbst? Was verbindet die C-Chefin mit dem C? Welche Grundsätze hat sie wirklich? Um Missverständnisse zu vermeiden: Die Union soll und darf keine katholische Partei werden oder sein. Aber auch eine ostdeutsche protestantische Pfarrerstochter sollte wissen, dass sie eine christliche Partei war, ist und – wenn möglich – bleibt. Und dort sollte man wenigstens gelegentlich spüren, dass es in ihr Christen gibt, die sich an mehr orientieren können als an opportunistischen Relativismen und tiefgangfreien Taktiken.

    Vermutlich wird Merkel wieder Kanzlerin, was für Deutschland nicht schlecht sein muss. Wenn das so ist, werden manche dieser Fragen in den Hintergrund treten. Zunächst. Nicht auf Dauer. Denn irgendwann werden diese Fragen wieder da sein, weil es die CDU auch nach einer Angela Merkel geben wird und geben sollte. Und bis dahin hat sie, von der man gelegentlich den Eindruck haben kann, sie lebe beherrscht und konsequent in einem Überzeugungsnirwana, selbst die Chance, der inhaltlichen Entleerung entgegenzuwirken und den lange vorhandenen Mehrwert einer einzigartigen politischen Partei nicht zu verspielen.

    Diese Klugheit ist ihr zu wünschen. Sie zu zeigen, wäre übrigens noch vor der Wahl möglich. Aber dazu müsste man sie erst einmal wollen – und wissen, dass das C neben all den anderen Profilen mehr als eine Ergänzung sein kann und keine Diskussion zu fürchten braucht. Mit dem C wird und bleibt die Union eine breite Volkspartei. Ohne das C, das die Vorsitzende vielleicht – aus Gründen des Opportunismus? – ein wenig zu fürchten scheint, wird sie austauschbar und verliert ihren starken Kern. Der aber hat – um der Menschen willen – mehr Lebenszeit verdient als ein System, das ausschließlich einer bemerkenswerten politischen Figur verhaftet ist und so oder so nicht von Dauer sein kann. Denn Macht ist und kann kein Selbstzweck sein. Macht braucht Inhalt. Dann hat auch Inhalt Macht.

    Der Autor ist katholischer Publizist und Journalist. Er gilt als kritischer CDU-Kenner.
    http://www.kath.net/detail.php?id=23935

  7. CDU, FDP, das deutsche Kirchensteuersystem, die deutsche Bischofskonferenz:

    Als Katholik sollte man da sein Haupt im Moment nirgendwo hinlegen. Gott-Sei-Dank gibt es die Sakramente und stille Enklaven des Widerstands – in der Kirche. Das war schon häufiger so.
    ECCLESIA MILITANS !

  8. Der Witz mit „Gott ist tot“ ist geklaut, er lautete ursprünglich:

    Gott ist tot. (Nietzsche) Nietzsche ist tot. (Gott) Tote reden nicht. (Django)

    😉

  9. Helft mit, diesem Unwesen ein Ende zu bereiten!Die CDU ist der linke Flügel der SPD!!! Die FDP ist der verlängerte Arm der Muslime!!! Die GRÜNEN sind das Rückgrat der Kommunisten und der Türkei in der BRD. Die CSU ist mit Seehofer auf verlorenem Posten und die SPD ist sowieso im Arsch. Von den LINKEN fange ich garnicht erst an. Da sag ich nur: STASI!!! Die letzte Wahl hat es wieder bewiesen. Die Mehrheit des deutschen Volkes hat immer noch nicht begriffen, wo uns diese Sippschaft(SPD,CDU,CSU,FDP,GRÜNE und DIE LINKE) hinbringt. Diese „Parteien“ sind alle gleich. Sie wollen alle den deutschen Staat in seiner ureigensten Form zerstören! Familie, Arbeit, Kultur, Zusammenhalt und nicht zuletzt Freude am Leben soll mit aller Macht vernichtet werden. Das ist das Ansinnen der letzten mindestens drei Regierungen in diesem Land.

  10. Notker Wolf ist ein ganz gefährlicher Linkskatholik, also ein Pseudokatholik und geschwätzig obendrein.

    Ob er an Gott glaubt, weiß er allein.

    Was der Heilige Benedikt von Nursia über solch einen Nachfolger denkt?

    Sicher weint er ohne Unterlaß.

  11. Ich arbeite still und ausdauernd gegen Frau Merkel. Die Egebnisse der Union bei der letzten Wahl haben mich ermutigt.
    Ich will eine konservative Partei entstehen sehen.
    Die Junge Union hat alles Recht auf der Welt aufmüpfig zu sein. Aus ihren Reihen kommen aus dem „Stahlbad Merkel“, hoffe ich, standhafte, kämpferische Charaktere, die auch mal miteinander in den „Ringkampf“ gehen. Damit sie zu ihren Prinzipien stehen können.

    Es ist ein „leichter Kulturkampf“ – ich denke da an die Kulturrevolutionen unter Mao – aus denen selbständig denkende Menschen hervorgingen, die man nicht übertölpeln kann.

  12. Welche Alternativen als Kanzler hätte es gegen Merkel wohl noch gegeben?

    Westerwelle,der bei Schwarz-Gelb sowieso nur die 2.Geige spielt?

    Muhabbat- Vize-Rapper Steinmeier?

    Multikulti-Grüne Künast?

    Oder irgendeiner von den 1% Parteien?

    Seit der Wahl von Schwarz-Gelb scheint momentan immerhin auch ein Ruck durch das Thema „Migranten aus dem Südland“ zu gehen.
    Natürlich ist das durch Sarrazin zwar auf einen Höhepunkt gebracht worden,aber solche offenen,verbreiteten Diskussionen,wie jetzt gab es bis vor kurzem noch kaum in der Form.

    Damit meine ich,daß es zumindest den Anschein macht,daß solche Probleme einfach offener und länger behandelt werden dürfen,seit Rot aus der Regierung abtritt.
    Auch wenn Sarrazin immernoch von mehreren Seiten dafür zerfleischt wird,kommen aber auch immer mehr Befürworter offen zur Sprache,die vorher mehr aus der Öffentlichkeit bei sowas unter den Teppich gekehrt wurden.

    Was Merkel betrifft,konnte sie es sicher nicht allen gleichzeitig Recht machen,aber man sollte auch nicht vergessen,daß sie sich im Gazaa Konflikt offen hinter Israel und später gegen den EU-Beitritt der Türkei gestellt hat.
    Wäre sie als Kanzlerin direkt mit Volldampf nur in eine Richtung (zb.dem Islam) gefahren,wäre der Zug warscheinlich an der „linken“ Mauer schon lange zerprallt.

    Wenn Merkel und ihre neue Regierung ein bischen Zeit bekommen,können wir uns einen etwas besseren Eindruck darüber machen.
    Jedenfalls ist der Rot-Grüne Druck jetzt nicht mehr so stark,wie vorher.

  13. Was habt ihr denn gegen Frau Merkel, wer wäre euch denn lieber gewesen? Sie ist diplomatisch. Und das ist gut so!

  14. 1. Wenn die CDU nach links rückt sowie liberaler wird, und dabei die SPD zerquetscht kann man das auch positiv sehen, allein schon wenn die Christdemokraten das nur aus Oportunismus machen. Die Partei Überzeugungstäter geht dabei hoffentlich kaputt.

    2. Die Union ist nunmal die Partei der Karrieristen und Jener die Schlimmeres verhindern wollen. Die Macht anderer Strukturen wie der Medien sind das Problem. Und wer Opposition will, muss sie organisieren.

    3. Die CDU macht so mehr Platz für eine konservative Alternative, und aus anderen Gründen für eine ethno-nationale oder antiislamische.

    4. Das Christentum ist nunmal nicht mehr sehr stark in Deutschland verankert. Nur einer Minderheit ist christliche Ethik wichtig oder lehnen sie zum Teil oder ganz ab, mich eingeschlossen.

  15. Leute, seht das doch bitte etwas sachlicher! der Benediktiner- Abt-Primus Notker Wolf ist einer der wenigen maßgeblichen Islamkritiker innerhalb der schon fast dem Islam „unterworfenen“ katholischen Kirche.

    Das ist allen Insidern bekannt. Ich bin selber kein Christ, weiß das aber aus sicherer Quelle!

    Ob er Merkel mag oder nicht ist nicht das Thema.

  16. Ich hätte nicht gedacht, dass in Angies Hintern noch soviel Platz ist.

    Bei ca. 30 Prozent Nichtwählern von „Erfolg“ zu sprechen, ist etwas 🙄 vermessen.
    Mit ziemlicher Sicherheit sind diese 30% nicht betrunken vor der Glotze gelegen sondern haben aufgrund des „Angebots“ dankend verzichtet.

  17. Ich kann diese ganzen Maulhelden in der CDU nicht länger ertragen! Immer „begeistert“ dabei, aber wenn es ernst wird kneifen sie den Schwanz ein… Es ist eine schlimme Wahrheit: wer von Politikern die Wahrheit hören will, kann allenfalls Ex-Politiker befragen. Alen anderens ind die Fleischtöpfe wichtiger als ihre eigene Überzeugung.

    DAS, liebe Freunde, ist der Grund für Nichtwähler zu Hause zu bleiben!

  18. Doch die zumeist konservativen Stammwähler verabschieden sich leise. Das mag man unterschätzen – weil man es halt leicht überhören kann. Übersehen sollte man es dennoch nicht.
    —————————————–
    Viele ehemalige CDU-Wähler sind dann auch zur FDP gewechselt, weil der konservative Bezug in der CDU nicht mehr erkennbar ist.
    Den hat das Mädchen vollends -mit ihrer sozialistischen Prägung- gegen die Wand gefahren.
    Es bleibt abzuwarten, ob sich die CDU-Häuptlinge in Land und Bund den Verlust konservativer Positionen so ohne weiteres gefallen lassen. Denkbar wäre auch, dass die CSU aus der Union ausschert – und bundesweit antritt, bevor sich eine neue Rechte bildet, die der CDU das Schicksal bereiten wird, das die Linke der SPD bereitet hat!

  19. Es wird Zeit, dass aus der CDU und CSU nur noch DU und SU übrig bleiben. Sie sollen den Wähler nicht mehr mit angeblichen christlichen Werten täuschen. Jürgen Rumänen-freund Rüttgers fordert mehr Moscheen und das Land und die EU fördern den Bau mit Millionen. Ich wähle DU nicht mehr, dann gleich lieber das Original – Oskar und Gysi. Feuer mit Pest bekämpfen?

  20. „Sie sei „konservativ“, denn sie beherrsche die Kunst, ihre Macht zu erhalten (=lat. conservare)“

    Erinnert mich an Stalin…

  21. Da kenne ich aber Leute, die ihre Macht noch viel besser konserviert haben, z.B. hatte Gaddafi 40-jähriges Diktatoren-Jubi. Ist Gaddafi also auch konservativ?

  22. #32 Grosses_Houdini (24. Okt 2009 12:51)

    Danke für den Tipp. Habe gerade den längeren Auszug aus Lohmanns Islambuch gelesen.Ein totales Fiasko.Sozusagen ein Haufen Sch…
    Warum ist es eigentlich so schwer, als Katholik den hier lebenden Muslimen friedlich seínen Glauben zu verkünden und vorzuleben ? Nichts anderes wäre papsttreu und lehramtgemäss.
    Lohmann hat sich längst dem Dialog-Schwachsinn verschrieben, ob er nun konservativ ist oder nicht. Es geht um Allianzen. So ein verdammter Mist.

  23. Die Tochter des „Roten Kasner“ macht ihrem Vater alle Ehre!

    Mit Erika Merkül hat Deutschland endgültig fertig. Nicht, weil sie eine überzeugte Denunziantin im Unrechtssystem war -die Erziehung durch ihren stramm ausgerichteten Vater hat das wohl verursacht. Nein, weil sie sich auch weiterhin mit Leuten aus diesem Milieu umgeben hat.

    Nur mal klicken:
    http://womblog.de/2009/04/10/merkels-stasi-umfeld/

    Wir haben jetzt mit weiteren fünf jahren Merkül und der Partei der Inneren Unsicherheit (FDP)endlich einen Release Candidate für die DDR 2.0 geschaffen.

    Interessant, welche universellen Fähigkeiten die Politiker unter Merkel an den Tag legen:

    -der verwirrte Schäuble ist nun finanzkompetent

    – de Maziere (mal oben im Link lesen) ist jetzt innenkompetent

    – v. Guttenberg -war schon nicht finankompetent, ist jetzt aber offenbar verteidigungskompetent

    Leidiglich die FDP hat einige der alten Inkompetenten (z. Bsp. Frau Schnullen-Schnacker für den Bereich Justiz)wieder auf den Bürger losgelassen.

    Das zeigt uns auch der neue Koalitionsvetrag.

    Unter Integration findet sich zwar solch eine Passage:

    „Die integrationspolitischen Defizite der letzten Jahrzehnte wollen wir konsequent 3342
    beheben. In unserem Land leben viele Menschen, die auch nach jahrelangem 3343
    Aufenthalt in Deutschland gesellschaftlich nicht integriert sind und unsere Sprache 3344
    nicht beherrschen. Wir werden deshalb die Instrumente der nachholenden Integra-3345
    tion fördern. Wir wollen die Integrationsberatung optimieren.“

    Tatsächliche Maßnahmen zur Behebung des Themas sind aber explizit nicht angesprochen. Da wird „evaluiert“ und „überprüft“, dass sich die Balken biegen, aber Taten sind keine angekündigt. Es wird sich auch nichts tun.

    Die fehlgeleitet Ausländerpolitik ist eine riesiger Erwerbszweig zum Schaden des deutschen Bürgers, aber zum Nutzen des FDP-Anwaltsklientels.

    Also, Change-Mangement Deutschland fertig machen zum Absturz.

    Gruß

    Golem

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