Schramma warnt: „Lesen Sie nicht den Koran!“

Schramma warnt: 'Lesen Sie nicht den Koran!'Der nach Skandalen aller Art zurückgetretene Kölner OB Fritz Schramma betätigt sich als Religionspädagoge. Die auf Plakaten verbreitete Aufforderung der BPE, den Koran zu lesen, bezeichnet der gelernte Lateinlehrer als Verdummung. Wir schließen daraus, dass es der Bildung zuträglich und für die Teilnahme am Diskurs in Köln sogar zwingend ist, den Koran nicht gelesen zu haben – so wie Schramma und seine grüne Sozialdezernentin Marlies Bredehorst, die einst zugab: „Ich kenne nicht so viel vom Islam„.

Noch toller treibt es Hofberichterstatter Helmut Frangenberg vom Kölner Stadtanzeiger. Der Altlinke bezeichnet den Koran und seine Suren, das nach mohammedanischer Vorstellung ewige und unabänderliche Wort Allahs, das durch den letzten Propheten Mohammed geoffenbart wurde, gar als „Anti-Islam-Propaganda“:

„Pax Europa“ will mit Koranzitaten die mutmaßliche Gefährlichkeit des Islam belegen. Der Verein hat damit begonnen in Köln Anti-Islam-Plakate kleben zu lassen. Aus Sicht von Oberbürgermeister Fritz Schramma ein Versuch die Menschen für dumm zu verkaufen.

Der Verein „Pax Europa“ hat damit begonnen, auch in Köln Anti-Islam-Plakate kleben zu lassen. Der umstrittene Verein, der zuletzt in Berlin gegen den „Tag der Offenen Moschee“ mobil gemacht hatte, will mit Koranzitaten die mutmaßliche Gefährlichkeit des Islam belegen. Oberbürgermeister Fritz Schramma übte scharfe Kritik an den selbst ernannten Kämpfern gegen die „Islamisierung ganz Europas“. „Die Urheber der Plakate, die das Wort Pax im Namen führen, sind darauf aus, Unfrieden zu säen“, so der OB. „Wer meint, mit aus dem Zusammenhang gerissenen Passagen aus der Bekehrungsgeschichte einer Religion eine generelle Aggressivität belegen zu können, versucht die Menschen für dumm zu verkaufen.“

Damit stelle man sich auf die gleiche Stufe wie religiöse Fundamentalisten, die man in Köln ablehne. „Und da wissen wir die ganz große Mehrheit der hier lebenden Muslime auf unserer Seite. Statt eines Allgemeingültigkeitsanspruchs, wie er übrigens in der Bekehrungsgeschichte vieler Religionen zu finden ist, herrschen hier gegenseitiger Respekt und Anerkennung.“

Mit seinem Versuch, eine größere Zahl von Plakatflächen zu mieten, ist der Verein gescheitert. Marktführer Ströer, zu dem auch die „Kölner Außenwerbung“ gehört, hat „Pax Europa“ eine Absage erteilt, als der Verein die Plakatierung beauftragen wollte. Man könne die Plakate als „Verstoß gegen die guten Sitten“ interpretieren, sagte Unternehmenssprecher Jörg Lammers.

„Pax Europa“ bezeichnet sich selbst als „islam-kritisch“, propagiert aber tatsächlich ein Pauschalurteil über die gesamte Religionsgemeinschaft. Der Vereinsvorsitzende verglich in einem Interview Mohammed mit Hitler. Der umstrittene Vereinsgründer Udo Ulfkotte sprach zuletzt selbst von einer „Unterwanderung durch Rechtsextremisten“.

Es mag ja sein, dass man einzelne Sätze nicht aus dem Zusammenhang reißen sollte. Ein bekanntes Beispiel ist der Satz: „Es gibt keinen Zwang im Glauben“ (Sure 2, 256), der schon im nächsten Abschnitt durch drastische Strafvorschriften für Abweichler relativiert wird. Aber den ganzen Koran auf eine Plakatwand zu drucken, das geht nun einmal nicht. Daher ja die Aufforderung, sich selbst ein Bild zu machen, und den Koran zu lesen. Im Zusammenhang. Ist das Volksverdummung, oder Schrammas Aufforderung, den Koran nicht zu lesen? Ist der Koran „Anti-Islam-Propaganda“, wie Frangenberg meint? Irgendwo schon. Es gibt zumindest einige prominente Beispiele, wo die Lektüre des Korans bei Multikulturalisten einen gewaltigen Gesinnungswechsel ausgelöst hat. Günter Wallraff erhielt einen von der Kölner DITIB geschenkt, las das Buch – damals hatte Schramma seine Warnung ja noch nicht ausgesprochen – und befand, es sei ein Buch, „bei dessen Lektüre einem Angst und Bange werden muss„. Total verdummt, der Wallraff.

Noch eine, die in Unkenntnis von Schrammas Warnung glaubte, im Koran etwas über den Islam lernen zu können ist Dr. Gudrun Eussner. Sie nimmt den Artikel zum Anlass für einen Brief an ihren Journalistenkollegen Helmut Frangenberg:

Sehr geehrter Herr Frangenberg,

es gibt da nur ein kleines Problem: Der Islam ist nicht mutmaßlich gefährlich, sondern tatsächlich. 1400 Jahre Geschichte und die die Gegenwart beweisen dies, da nutzt Ihnen auch nicht das Wort des Herrn Schramma; denn der scheint vom Islam und von den Unbilden der Welt gar keine Ahnung zu haben – oder es leiten ihn andere Interessen. Was die Islamisierung ganz Europas angeht, so ist die Aufforderung an die Muslime von Mohammed, verkündet durch ihre Imame in der Freitagsmoschee herrschende Lehre, lesen Sie denn gar kein Internet, sondern immer nur Ihr Blatt und die Süddeutsche Zeitung?

Damit Sie nicht gleich überfordert sind, rate ich Ihnen, hiermit anzufangen: Das „Projekt“ der Muslimbruderschaft, vom 1. Dezember 1982

Worum es sich bei Ihrem Zustand handeln könnte, lesen Sie bitte hier:

„Sagen, was ist!“ Das war einmal eine linke, fortschrittliche Parole. Heute heißt es: Wahr ist, was ich sehen will. Reinhard Mohr. „Hart aber Fair“. Tortenschlacht ums Kopftuchmädchen. SpiegelOnline Kultur, 8. Oktober 2009

Liebe Grüße nach Köln!
Dr. Gudrun Eussner

Unsere Empfehlung an Frangenberg: Weiterhin nicht lesen! Davon wird man dumm. Sagt der Lateinlehrer.

Bilder der BPE-Plakataktion in Köln:

(Fotos: Daniel D.)