„Soziale Realität lässt sich nicht wegempören“

Wiedenroth-Karikatur zum Fall Sarrazin

Während sich die Spitzen der Politik, von Kanzlerin bis Bundespräsident, weiter in feiges Schweigen hüllen, erfährt Thilo Sarrazin inzwischen auch Unterstützung von seinem Parteigenossen, dem Berliner Bezirksbürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD) und der türkischstämmigen Islamkritikerin Necla Kelek.

Beide sind wegen ihrer klaren Worte unbeliebt, Kelek, weil sie die Probleme islamischer „Communities“ ehrlich benennt, und Buschkowsky, weil er sich der Implosion der SPD durch die zahlreichen Edathys und Ypsilantis nicht durch freiwilligen Parteiaustritt entzieht. Kelek sagt:

Die sich davon ertappt, neudeutsch „diskriminiert“ gefühlt haben, waren nicht die, die die Misere zu verantworten haben, sondern reflexhaft die Türkenvereine und ihre Verbündeten, die Teil der Misere sind (…)

„Opferanwalt“ ist eine Paraderolle der Sprecher der türkischen und muslimischen Lobby, die ihre Stellung mithilfe der Politik und dem Integrationsplan zu einem subventionierten Mandat machen konnten. Jetzt sind sie unterwegs, die Ehre der Migranten zu retten.

Nebenbei beschützen sie durch dieses Ablenkungsmanöver ihre Geldgeber im Senat und Opposition vor der Blamage, die der ehemalige Finanzsenator seinen Kollegen bereitet hat.

Und natürlich liegt die Ursache für die Misere der Migrantenjugend, der schlechten Ausbildung, der parallelen Strukturen nach dieser Auffassung nicht auch in der Verantwortung der Migranten und kultureller Bestimmtheit, sondern ausschließlich in der verfehlten deutschen Sozial- und Bildungspolitik.

Die Vertreter dieser Richtung sind froh, nicht über die Fakten reden zu müssen, sondern Solidarität mit den diskriminierten Eltern der „Kopftuchmädchen“ üben zu können.

Und darüber zu philosophieren, ob ein Währungshüter denn spitz oder nur rund wie eine Euro-Münze formulieren darf (…)

Die deutsche Politik scheint der Probleme überdrüssig und überlässt das Feld in diesem Fall der kulturellen Konkurrenz von Türken und Islamfunktionären, die sich als Opfer darstellen und Themen tabuisieren wollen (…)

Und wenn dann jemand doch die Sache beim Namen nennt, meldet sich das schlechte Gewissen. Man regt sich über den Ton und nicht über die Fakten auf. Aber die soziale Realität lässt sich nicht ­wegempören und mit einem „Aber bitte nicht in diesem Ton“ beschwichtigen.

Der Lack der Schönrednerei blättert schneller ab, als gestrichen werden kann. Wer die klaren Worte Sarrazins für Hetze hält, muss sich fragen lassen, ob er die Fakten kennt oder nicht längst aufgegeben hat.

Die ebenfalls türkischstämmige Lehrerin Betül Durmaz hat ein Buch über ihre Erfahrungen mit der multikulturellen Gesellschaft geschrieben, und die Berliner Jugendrichterin Heisig hat dem WDR ein sehr interessantes Interview gegeben, über dem ebenfalls drohend nur für das Aussprechen von Fakten, die Rassistenkeule hängt. Wahrscheinlich haben alle keine Ahnung, sind Rassisten und sollten mal Ströbele und Edathy befragen.

(Karikatur: Wiedenroth / Allen Spürnasen herzlichen Dank)