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Medieval LegendsDas Buch, dass mich zu diesem Text inspiriert hat ist The Legend of the Middle Ages: Philosophical Explorations of Medieval Christianity, Judaism, and Islam von Rémi Brague, einem Professor für Französisch und Spezialisten für mittelalterliche, religiöse Philosophie. Er ist auch der Autor des schönen Buchs Eccentric Culture: A Theory of Western Civilization, über das ich zuvor ein umfangreiches, schriftliches Essay verfasst habe. Es gibt bis zu einem gewissen Grad thematische Überschneidungen dieses Textes mit einem Teil des Materials aus meinem Buch Defeating Eurabia. Ich werde es ergänzen mit einigen Zitaten aus zwei guten Online-Interviews (hier und hier) mit Brague.

(Von Fjordman)

Die Muslime des Mittelalters verhielten sich sehr zurückhaltend was das Reisen in die Länder der Ungläubigen anging. Nach einer Empfehlung islamischer Juristen, sollten Muslime nicht zu lange in den Ländern der Nicht-Muslime bleiben, wenn sie dort nicht ein richtiges muslimisches Leben führen können. Muslime hatten wenig Wissen oder Interesse an westlichen Sprachen. Nur Italienisch hatte einige Bedeutung für kommerzielle Zwecke, aber dies betraf vor allem die Juden und Christen der Ostkirche, insbesondere die Griechen und Armenier. Nur wenige Muslime beherrschten einige nicht-muslimische Sprachen, das Wissen darüber wurde als unnötig oder gar verdächtig angesehen.

In Folge dessen waren die Übersetzer des Griechischen und anderer nicht-muslimischer wissenschaftlicher Arbeiten ins Arabische nie Muslime. Sie waren Christen der drei vorherrschenden östlichen Konfessionen, sowie einige Juden und Sabäer. Die Kultursprache für diese Christen war das Syrische (Syrisch-Aramäisch oder Ost-Aramäisch) und ihre liturgische Sprache war Griechisch. Die Übersetzer kannten bereits die Sprachen, die zu übersetzen waren. Wir haben Beispiele für Übersetzer, die nach Griechenland gereist waren, um ihre Fähigkeiten zu perfektionieren, aber sie waren Christen, für die Griechisch bereits mindestens eine liturgische Sprache war. Dazu schreibt Rémi Brague in The Legend of the Middle Ages, Seite 164:

Es gab auch keine Muslime unter den Übersetzern des neunten Jahrhunderts. Fast alle waren Christen verschiedener östlicher Konfessionen: Jakobiten, Melchiten, und vor allem, Nestorianer (obwohl ich mir nicht sicher bin, warum die letzteren überwogen). Einige andere waren Sabier, eine etwas bizarre religiöse Gemeinschaft mit einer interessanten Geschichte, deren Eliten vielleicht die letzten Erben der heidnischen Philosophen der Schule von Athen waren. Kein Muslim lernte Griechisch oder noch viel weniger, Syrisch.. Kultivierte Christen waren oft zweisprachig, sogar dreisprachig: sie verwendeten Arabisch für das tägliche Leben, Syrisch für die Liturgie und Griechisch für kulturelle Zwecke. Die Übersetzer, die halfen das griechische Erbe an die Araber weiterzugeben, waren Handwerker, die für private Förderer gearbeitet haben, ohne offizielle Unterstützung. Man hört oft Erzählungen von dem „Haus der Weisheit“ (bait al-hikmah), einer Art Forschungseinrichtung, subventioniert von den Kalifen, das auf die Herstellung arabischer Übersetzungen von griechischen Werken spezialisiert war. Das ist eine reine Legende. Je weiter wir in der Zeit zurückgehen, desto weniger bringen die Chronisten die Tätigkeit des Übersetzens in Verbindung mit dem ‚Haus’. Als Institution war es vor allem ein Propagandabüro, das für die mu `tazilitische Lehre arbeitete, die von den Kalifen unterstützt wurde.

Die in Bagdad zentrierte Abbasiden Dynastie, die die in Damaskus beheimatete Umayyaden Dynastie nach 750 n. Chr. ersetzte, stand der vorislamischen persischen Kultur näher und wurde beeinflusst durch die sassanidisch zoroastrische Praxis der Übersetzung von Werken und der Schaffung von Bibliotheken. Sogar Dimitri Gutas gesteht dies in seinem pro-islamischen Buch Greek Thought, Arab Culture ein. Es gab noch eine große Zahl von Zoroastrikern, Christen und Juden und sie hatten einen unverhältnismäßig hohen Anteil am Know-how im medizinischen Bereich. Nach Meinung des Autors Thomas T. Allsen, war die mittelöstliche Medizin in der Mongolei, das von China regiert wurde, „fast immer“ in den Händen der nestorianischen Christen.

Ein prominenter Übersetzer war der christliche Gelehrte Hunayn ibn Ishaq (808-873), der lateinisch Johannitius hieß. Er war ein nestorianischer (assyrischer) Christ, der Griechisch in den griechischen Ländern studiert hatte, vermutlich im Byzantinischen Reich, und der sich schließlich in Bagdad niederließ.. Er, sein Sohn und sein Neffe übersetzten ins Arabische, manchmal über das Syrische, Galens medizinische Abhandlungen sowie die hippokratischen Werke und Texte von Aristoteles, Platon und andere. Seine eigenen Werke umfassen die Zehn Abhandlungen über das Auge, die eine weitgehend Galenische Theorie des Sehens übertrugen.

Thabit ibn Qurra (ca. 836-901) war ein Mitglied der sabianischen Sekte der Sternenanbeter, die vieles von der griechischen Kultur übernommen hatten. Seine Muttersprache war Syrisch aber er sprach auch sehr gut Griechisch und Arabisch. Er arbeitete jahrelang in Bagdad, wo er einflussreiche arabische Übersetzungen herstellte oder frühere Übersetzungen überarbeitete, wie den Almagest von Ptolemäus und Werke von Archimedes und Apollonius. Später entwickelten sich Arabische Versionen aus seiner Version der Elemente des Euklid. Auch er war ursprünglich ein Mathematiker, der zur Geometrie beigetragen hatte und zur Theorie der Zahlen.

Aramäisch ist eine semitische Sprache und verwandt mit dem Hebräischen und Arabischen. Es war einst die Lingua franca in einem Großteil des Nahen Ostens, nachdem die alten Perser es zur Herrschaftssprache gemacht hatten. Es wurde durch das Griechische ergänzt, nach der Eroberung dieser Region durch Alexander den Großen. Ein junger Jude, der wie Jesus von Nazareth im römischen regierten Palästina aufgewachsen war, würde wahrscheinlich einiges Hebräisch gekonnt haben, das noch immer die religiöse Sprache war, aber nicht mehr die gesprochene Sprache der Juden. Er würde wahrscheinlich das Aramäische benutzt haben für Predigten, obwohl es möglich ist, dass er auch etwas Griechisch konnte.

Das Syrische oder Syro-Aramäische wich langsam dem Arabischen nach der arabischen Eroberung dieser Region, aber als der Koran geschrieben wurde, existierte das Arabische noch nicht als Schriftsprache. Der Autor Ibn Warraq schätzt, dass bis zu 20 Prozent des Korans selbst gebildeten Arabern unverständlich sei, weil Teile davon ursprünglich in einer anderen, verwandten Sprache geschrieben waren, bevor Mohammed geboren wurde, das heißt, wenn es Mohammed, so wie er uns beschrieben wird, überhaupt je gegeben hat.

Der Autor, der das wichtigste Werk zu diesem Thema geschrieben hat, ist ein deutscher Professor für semitische Sprachen, der wegen möglicher Drohungen unter dem Pseudonym Christoph Luxenberg schreibt. Seiner Meinung nach, werden einige obskure Stellen der Kapitel oder Suren des Korans in der Regel der mekkanischen Periode zugeschrieben, die auch sehr tolerant sind im Gegensatz zu denjenigen, die angeblich aus Medina stammen, die viel härtere und gewalttätigere Kapitel haben, und nicht „islamisch“ seien, sondern auf der Grundlage christlicher Lieder in syrischer Sprache basieren, biblische Texte, die für den liturgischen Gebrauch angepasst wurden:

Von seiner Herkunft her, ist der Koran ein syro-aramäisches liturgisches Buch mit Hymnen und Auszügen aus Schriften, die im heiligen christlichen Gottesdienst hätten benutzt werden können … Seine soziopolitischen Bereiche, die sich nicht speziell auf den ursprünglichen Koran bezogen, wurden später in Medina hinzugefügt. In seinen Anfängen war der Koran nicht als Grundlage einer neuen Religion gedacht. Er setzte den Glauben an die Schrift voraus, und funktionierte damit nur als Einfall in die arabische Gesellschaft.

Während viele philosophische und wissenschaftliche Arbeiten (aber kaum eine literarische oder historische) ins Arabische übersetzt wurden, haben die Muslime die Originale nicht aufbewahrt, da sie diese nun als überflüssig ansahen. Das machte das Phänomen der „Renaissancen“ unmöglich – das heißt, eine Rückkehr zu den ursprünglichen Texten, um sie neu zu interpretieren und zu studieren mit frischem und unvoreingenommenem Blick. Muslime selbst haben so gut wie nie Griechisch gelernt. Hier noch einmal ein Zitat aus The Legend of the Middle Ages, Seite 168:

Wer Griechisch konnte, war zweisprachig erzogen worden, weil sie Söhne eines arabischen Vaters und einer griechischen Mutter waren. Kein Muslim scheint jemals eine Fremdsprache aus theoretischen Gründen gelernt zu haben, zum Beispiel aus wirtschaftlichen Gründen. Die einzige Ausnahme ist vielleicht Farabi. Einer seiner Biographen erzählt, dass er jahrelang in ‚Griechenland’ gewesen sein soll, um dort zu studieren. Diese Information ist umso interessanter, weil das Wort, das verwendet wird, nicht ‚Rum’ ist, die Bezeichnung für Konstantinopel, sondern „Yunan“, das nur Griechenland bedeuten kann. Man könnte sich fragen, wohin, in welches Zentrum der Lehre, in Griechenland in jener Zeit ein Student aus der muslimischen Welt möglicherweise gegangen sein könnte. Farabi scheint keinen Beweis für eine sehr tiefe Kenntnis der griechischen Sprache gezeigt zu haben. Er hat zwar ein paar Worte dieser Sprache zitiert. Aber die etymologischen Erklärungen, die er einigen Titeln der platonischen Dialoge gibt, sind reine Phantasie. Die einzige wirkliche Ausnahme ist Biruni. Aber er ist eine Ausnahme, der die Regel bestätigt: die Sprache, die er lernte, war nicht Griechisch, sondern Sanskrit. Biruni hatte die Sprache gelernt bis zu dem Punkt, von dem aus er aus dem Arabischen übersetzen konnte.

Die islamische Zivilisation, in scharfem Gegensatz zur Europäischen, benutzte nie ihr Wissen über das Fremde als ein Instrument, das es erlauben würde, durch Vergleich und Distanzierung in der Beziehung zu sich selbst, sich selbst zu verstehen, indem man sich seines nicht offensichtlichen Charakters seiner kulturellen Praktiken bewusst wird. Eine sehr seltene Ausnahme von dieser Regel war im elften Jahrhundert der persische Universalgelehrte al-Biruni. Wie Brague in seinem Buch Eccentric Culture Seite 112-113 feststellt:

„Es kann sein, dass die Geographen ein Loblied auf Indien und China gesungen haben, um eine dezente Kritik an der islamischen Kultur ihrer Zeit zu üben, die oft in letzter Instanz durch eine Bestätigung der religiösen Überlegenheit der letzteren kompensiert wurde. Die Beispiele, die man von einer solchen Vision, ‚gespiegelt’ in einem Spiegel finden konnte, sind außergewöhnlich und stammen von den Rändern oder von ketzerischen Denkern. Der Kontakt zu den brahmanischen hinduistischen Denkern, deren Religion sehr gut ohne Prophezeiungen auskommt (die die islamische Religion im Gegensatz dazu als notwendig erklärt, für das Glück der Menschen und für eine gute gesellschaftliche Ordnung), stellte ein Problem für die muslimischen Denker dar; der reale oder fiktive Dialog mit den Brahmanen war dazu in der Lage als Maske zu dienen, für eine Kritik an der islamischen Religion von einem freien Denker wie Ibn al-Rawandi. Die unbestreitbar einzige Ausnahme ist ohne Zweifel die erstaunliche Arbeit von Al-Biruni über Indien. Dieser Universalgelehrte (973-1048), Astronom, Geograph, Historiker, Mineraloge, Pharmakologe usw., hatte sich die Mühe gemacht, genügend Sanskrit zu lernen, um in beiden Richtungen zwischen dieser Sprache und Arabisch hin und her übersetzen zu können (auch für ihn eine angelernte Sprache) . Er präsentierte ein Tableau der hinduistischen Gesellschaft und Überzeugungen in perfekter Unparteilichkeit.“

Griechische Übersetzungen beeinflussten die Gelehrten des Nahen Ostens in hohem Maße. Al-Kindi (gest. ca. AD 873), gemeinhin als „Philosoph der Araber“ bekannt, lebte in Bagdad und stand mehreren abbasidischen Kalifen sehr nahe. Al-Kindi schrieb bedeutende Arbeiten über die Optik und bemerkenswerte mathematische Beiträge zur Kryptographie. Al-Farabi (ca. 875-950), „vielleicht der größte“ der muslimischen Philosophen, nach Brague, kam von Zentralasien aus nach Bagdad und betonte die menschliche Vernunft und war ursprünglicher als viele seiner Nachfolger. Der Schriftsteller De Lacy O’Leary schrieb in seinem Werk How Greek Science Passed to the Arabs:

Es ist bezeichnend, dass fast alle großen Wissenschaftler und Philosophen der Araber als Aristoteliker eingestuft wurden, die auf ihre geistige Herkunft von al-Kindi und al-Farabi zurückgeführt werden können.

Der Versuch, den Islam mit der griechischen Philosophie in Einklang zu bringen dauerte mehrere Jahrhunderte lang und war letztlich aufgrund des religiösen Widerstandes erfolglos . Sind Sie ein Autor? Lernen Sie Author Central kennen. Aus verschiedenen Gründen, wurden al-Kindi und al-Farabi nicht oft ins Lateinische übersetzt.

Rémi Brague stellt fest, dass „in der oft romantisierten Stadt Córdoba, in die die Familie des jüdischen Philosophen Maimonides verbannt war, auch Averroes verbannt wurde, und viele Christen den Märtyrertod erlitten.“ Ibn Ruschd oder Averroes (1126-1198) wurde in Cordoba, Spanien (Andalusien) geboren. Er befand sich mit seiner freisinnigen Denkart in Schwierigkeiten und wird heute häufig als ein Leuchtfeuer der „Toleranz“ gefeiert, doch er war auch ein orthodoxer Jurist der Scharia und arbeitete als islamischer Richter in Sevilla. Er billigte ohne zu zögern, die Tötung von Ketzern in einem Werk, das ganz philosophischer Natur war. Dennoch erinnert man sich an ihn wegen seiner Versuche, die aristotelische Philosophie und den Islam in Einklang zu bringen. Er hatte einen großen Einfluss auf die lateinischen Wissenschaftler, wurde in der islamischen Welt, in der die Philosophie immer mehr den Rückzug antrat, aber praktisch vergessen. Der sehr einflussreiche al-Ghazali argumentierte, dass ein großer Teil der griechischen Philosophie ein Affront gegen den Islam wäre. Praktisch alle Freidenker innerhalb der islamischen Welt standen im Widerspruch zur islamischen Orthodoxie und wurden häufig deswegen schikaniert.

Die europäischen Christen eroberten Toledo in Spanien und Sizilien von den Muslimen in den Jahren 1085 und 1091 dementsprechend wieder zurück. Der große italienische (lombardische) Übersetzer Gerhard von Cremona (ca. 1114-1187) war der bei weitem produktivste Übersetzer aus dem Arabischen ins Lateinische von wissenschaftlichen und naturphilosophischen Werken. Er lebte jahrelang in Toledo, wurde unterstützt von einem Team aus lokalen jüdischen Dolmetschern und lateinischen Schreibern. David C. Lindberg argumentiert, dass Alhazens Buch vom Sehen das wahrscheinlich im späten zwölften Jahrhundert von Gerard oder jemandem aus seiner Schule übersetzt wurde, es wurde im dreizehnten Jahrhundert in Europa bekannt. Viele Werke wurden ursprünglich aus dem Arabischen von Gerard und seinen Mitarbeitern übersetzt, unter ihnen Ptolemäus große astronomische Arbeit, den Almagest, der später direkt von byzantinischen Handschriften aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt wurde. Offenbar musste Alhazens Arbeit aus dem Arabischen übersetzt werden, da es zunächst in dieser Sprache geschrieben worden war.

Das Grundprinzip des Astrolabiums, einem funktionierenden Modell des Himmels, war eine Entdeckung der alten Griechen. Stereografische Projektion, ein Weg unter mehreren eine Kugel auf eine flache Oberfläche zu kartographieren, wurde wohl dem großen mathematischen Astronomen Hipparchos im zweiten Jahrhundert v. Chr. zugeschrieben und war sicher im Gebrauch im ersten Jahrhundert v. Chr., als Vitruv, der römische Schriftsteller über Architektur und Ingenieurwesen, es erwähnte. Die erste Abhandlung über ein Astrolabium im modernen Sinn wurde wahrscheinlich von Theon von Alexandria geschrieben (ca. AD 335-405). Er war ein Lehrer der Mathematik und schrieb Kommentare zu den Werken des Ptolemäus, einschließlich des Almagest, und schrieb eine einflussreiche Ausgabe mit zusätzlichen Kommentaren zu Euklids Elemente. Der Schriftsteller James E. Morrison ist der Autor des Buches The Astrolabe Morrison schreibt:

Die ältesten Astrolabien die in Europa verwendet wurden, waren aus dem muslimischen Spanien importiert worden, mit eingravierten lateinischen Wörtern neben dem ursprünglichen Arabisch. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der europäische Gebrauch der arabischen Bezeichnungen der Sterne beeinflusst wurde, von diesen eingeführten Astrolabien. Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts gab es mindestens ein halbes Dutzend kompetenter Abhandlungen über Astrolabien in Latein, und nur ein Jahrhundert später gab es Hunderte. Europäische Hersteller erweiterten die Plattengravuren um astrologische Informationen hinzuzufügen und passten die Zeitmessung den verschiedenen Variationen aus dieser Zeit an. Merkmale, die sich auf islamische Gebete bezogen, wurden nicht auf europäischen Instrumenten verwendet. Das Astrolabium war in Europa im späten Mittelalter und während der Renaissance weit verbreitet …. Die Fertigung der Astrolabien war in Augsburg und Nürnberg in Deutschland im fünfzehnten Jahrhundert und in einigen Produktionsstätten in Frankreich konzentriert. Im sechzehnten Jahrhundert kamen die besten Instrumente aus Leuven in Belgien. Bis zur Mitte des siebzehnten Jahrhunderts wurden Astrolabien in ganz Europa hergestellt.“

Die älteste noch erhaltene, mäßig anspruchsvolle wissenschaftliche Arbeit in englischer Sprache ist eine Abhandlung über das Astrolabium, die der englische Dichter und Philosoph Geoffrey Chaucer (ca. 1343-1400) für seinen Sohn geschrieben hat. Seine Die Canterbury-Erzählungen sind gespickt mit astronomischen Bezügen. Man sollte vielleicht anzumerken, dass das Astrolabium, obwohl es ein sehr beliebtes Gerät war, kein Präzisionsinstrument war, auch nicht nach mittelalterlichen Normen. Seine Popularität verdankt es der Tatsache, dass ungefähre Lösungen für astronomische Probleme, schon mit einem Blick auf das Instrument gefunden werden konnten. Die Erfindung der Pendeluhr und spezialisierterer und nützlicherer wissenschaftlicher Geräte, wie das Teleskop aus dem siebzehnten Jahrhundert, traten an die Stelle des Astrolabiums, gemessen an seiner Bedeutung.

Dennoch hat seine mittelalterliche Wiedereinführung über die islamische Welt ein paar Spuren hinterlassen. Nicht wenige Sterne tragen Namen, die in modernen europäischen Sprachen benutzt werden, zum Beispiel Aldebaran oder Algol, lassen sich auf das Arabische oder arabisierte Versionen von älteren griechischen Namen zurückführen. Heutige Astronomen identifizieren Sterne oft mit Hilfe der Bayer-Bezeichnungen, die der deutsche Astronom Johann Bayer (1572-16259) in seinem Himmelsatlas Uranometria von 1603 eingeführt hat. In diesem System wird jeder Stern von einem griechischen Buchstaben und dem lateinischen Namen der Konstellation, in der er entdeckt wurde, benannt. Es ist wahr, dass es Übersetzungen aus dem Arabischen gab, und dass diese einen gewissen Einfluss in Europa hatten, so dass man Spuren in Sternennamen und Beschriftungen einiger mathematischer und chemischer Begriffe finden kann. Doch heutzutage wird viel zu viel Wert auf die Übersetzungen selbst gelegt und zu wenig darauf, wie das Wissen das in diesen Texten enthalten war, tatsächlich genutzt wird. Nach der Übersetzungsbewegung ist es frappierend zu beobachten, wie schnell die Europäer die wissenschaftlichen Leistungen, die im mittelalterlichen Nahen Osten erreicht wurden, weit übertrafen, und zwar weitgehend mit dem gleichen Material.

Außerdem ist es einfach nicht wahr, dass diese Übersetzungen das klassische Erbe „retteten“. Dieses überlebte weitgehend intakt unter den byzantinischen, orthodoxen Christen. Als die westlichen, lateinischen Christen das griechisch-römische Erbe wiederherstellen wollten, übersetzten sie auch Griechische historische Werke und Literatur, neben der Philosophie, Medizin und Astronomie und kopierten Werke der römischen Schriftsteller und Dichter in lateinischer Sprache, die von den Muslimen völlig ignoriert worden waren.

Es ist leicht nachzuverfolgen, wie arabische Übersetzungen von griechischen Texten aus byzantinischen Handschriften, die fast immer von nicht-Muslimen gemacht wurden, ihren Weg vom islamischen Osten bis nach Sizilien und Süditalien oder auf die iberische Halbinsel im islamischen Westen machten, wo einige von ihnen von Juden und Christen ins Lateinische übersetzt wurden, zum Beispiel in der mehrsprachigen Stadt Toledo in Spanien. Es ist wahr, dass einige antike griechische Texte, im Westen über das Arabische wieder eingeführt wurden, manchmal auf dem Weg über das Syrische oder Hebräische, aber diese basierten in der Regel am Ende auf byzantinischen Originalen. Diese permanente Wiederherstellung des griechisch-römischen Lernens und der Literatur wurde durchgeführt als eine direkte Übertragung von den griechischen, orthodoxen Christen zu den westlichen, lateinischen Christen.

Der berühmteste Übersetzer aus dem Griechischen ins Lateinische war der flämische Gelehrte Wilhelm von Moerbeke (ca. 1215-ca. 1286), ein Zeitgenosse des führenden deutschen Gelehrten Albertus Magnus. Er sprach Griechisch fließend und machte sehr genaue Übersetzungen von byzantinischen Originalen, die heute immer noch hoch im Kurs stehen, und verbesserte frühere Übersetzungen von den Werken des Aristoteles und vielen von Archimedes, Heron von Alexandria und anderen. Wie sein italienischer Freund der große Theologe der Heilige Thomas von Aquin (ca. 1225-1274), war Wilhelm von Moerbeke ein Mönch des Dominikaner-Ordens und hatte persönliche Kontakte auf höchster Ebene des Vatikans, darunter mit mehreren Päpsten.

Teils Dank der Bemühungen Wilhelm von Moerbekes, hatten Westeuropäer in den 70er Jahren des 13. Jahrhunderts Zugang zu griechischen Werken, die niemals ins Arabische übersetzt worden waren, zum Beispiel die Politik des Aristoteles. Davon profitierten Thomas von Aquin und seine große theologische Arbeit die Summa Theologica. Der in Spanien geborene jüdische Rabbiner und Philosophe Moses Maimonides (1135-1204), berühmt für sein Der Führer der Unschlüssigen, versuchte die aristotelische Philosophie mit der biblischen Schrift in Einklang zu bringen. Thomas von Aquin war sich seiner Arbeit sehr wohl bewusst, so wie die muslimischen aristotelischen Kommentatoren wie Avicenna und Averroes, aber er beurteilte Averroes und seiner Verwendung des Aristoteles kritisch.

Die Zahlen in der Renaissance hatten in Italien und Westeuropa einen kompletteren Körper des griechischen Denkens, als es einer der großen muslimischen Philosophen je hatte. Die Übersetzungsbewegung, die im späten elften Jahrhundert begann, setzte sich auch in der Renaissance fort und in gipfelte in seiner endgültigen und wohl wichtigste Phase in der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts und am Anfang des sechzehnten mit der Einführung des Buchdrucks fort. Diese Erfindung erhöhte die Auflagen der Bücher gewaltig, wie auch die Genauigkeit ihrer Kopien.

Es war eine große Stunde des historischen Glücks, dass der Buchdruck in Europa in genau der gleichen Zeit eingeführt wurde, als das letzte Überbleibsel des römischen Reiches den muslimischen Türken zufiel. Die Texte, die in Konstantinopel tausend Jahre lang erhalten wurden, konnten nun endgültig gerettet werden. Elizabeth L. Eisenstein sagt in ihrem monumentalen Werk The Printing Press as an Agent of Change:

Die klassischen Editionen, Wörterbücher, Grammatiken und Nachschlagwerke, die von Druckereien erstellt wurden, machten eine beispiellose Beherrschung des alexandrinischen Lernens möglich, während gleichzeitig die Grundlage für eine neue Art permanenter griechischer Auferstehung im Westen erreicht wurde. … Wir neigen heute dazu, es als selbstverständlich zu betrachten, dass das Studium des Griechischen weiter florierte, auch nachdem die wichtigsten griechischen Handschriftenzentren in fremde Hände geraten waren und wir somit nicht zu schätzen wissen, wie bemerkenswert es war herauszufinden, dass Homer und Platon nicht wieder begraben wurden, sondern, im Gegenteil, für immer ausgegraben wurden. Sicherlich wären osmanische Fortschritte vor dem Aufkommen des Buchdrucks katastrophal gewesen. Texte und Wissenschaftler, die in den umliegenden Regionen verstreut gewesen waren, hätten das Studium des Griechischen verlängert, aber nur temporär.

Muslime und Christen behandelten die griechische Philosophie auf eine sehr unterschiedliche Weise, teils weil Judentum, Islam und Christentum in einer sehr unterschiedlichen Weise monotheistisch sind. Brague weist darauf hin, dass es grundlegende Unterschiede zwischen ihnen gibt. Es ist ein Missverständnis, dass es „drei Religionen des Buches“ gibt, weil der Sinn des Buches in jeder Religion sehr unterschiedlich ist.

Nach Rémi Brague,

ist im Judentum der Tenakh eine schriftliche Geschichte des Bundes zwischen Gott und den Menschen in Israel, fast eine Art Vertrag. Im Christentum ist das Neue Testament die Geschichte einer Person, Jesus, das fleischgewordene Wort Gottes. Im Islam wurde der Koran „erschaffen“ und er stieg aus dem Himmel herab in perfekter Form. Nur im Islam wurde das Buch selbst von Gott offenbart. Im Judentum wird Gott durch die Geschichte des jüdischen Volkes offenbart. Im Christentum wird Gott als die Liebe in der Person Jesu offenbart. Judentum und Christentum sind gar keine Religionen des Buches, sondern Religionen mit einem Buch. Der dritte Irrtum ist, von den „drei abrahamitischen Religionen“ zu sprechen. Die Christen beziehen sich in der Regel auf Abraham als eine Person, die diese drei Religionen verbindet, und die von ihnen geteilt werden. Im Judentum ist er der ‚Gründervater’.Aber im Koran steht geschrieben: ‚Abraham war weder Jude noch Christ.’ …. Nach dem Islam, erhielten die ersten Propheten die gleiche Offenbarung wie Mohammed, aber die Botschaft wurde in der Folge vergessen (III, 67). Oder sie wurde manipuliert, mit böser Absicht. So sind nach dem Koran, die Thora und das Evangelium Fälschungen.

In der islamischen Welt, blieb Falsafa eine private Angelegenheit, eine inoffizielle Sache für Einzelpersonen in ziemlich beschränkter Anzahl. Die Philosophie war in der islamischen Welt immer marginal gewesen und war dort nie institutionalisiert worden, wie es in den europäischen mittelalterlichen Universitäten der Fall gewesen war.

Nach Rémi Brague, ist die Theologie als solche eine christliche Spezialität. Er behauptet sogar, „Theologie‘ als eine rationale Auseinandersetzung mit dem Göttlichen (nach Anselms Programm) gibt es nur im Christentum.“

Bei Brague heißt es:

Die großen Philosophen des Islam waren Amateure und sie verfolgten die Philosophie in ihrer Freizeit: Farabi war Musiker, Avicenna Arzt und Wesir, Averroes Richter. Avicenna philosophierte in der Nacht, umgeben von seinen Jüngern, nach einem normalen Werktag. Und er verweigerte auch kein Glas Wein, um sich ein bisschen zu beleben und sich auf den Beinen zu halten. Ähnlich war es bei den Juden, Maimonides war Arzt und ein rabbinischer Ricter, Gersonides war Astronom (und Astrologe), und so weiter. Die großen jüdischen oder muslimischen Philosophen erreichten die gleichen Gipfel wie die großen christlichen Scholastiker, aber sie wurden isoliert und hatten wenig Einfluss auf die Gesellschaft. Im mittelalterlichen Europa wurde die Philosophie an einer Universität gelehrt und es war ein lebenslanges Streben … Man kann ein perfekter kompetenter Rabbi oder Imam sein, ohne jemals Philosophie studiert zu haben.. Im Gegensatz dazu ist ein philosophischer Hintergrund ein notwendiger Teil der Grundausstattung von christlichen Theologen. Es war sogar obligatorisch, seit dem Laterankonzil von 1215.

Nachfrage geht in der Regel dem Vorhandensein eines Produkts auf dem Markt voraus und es ist die Nahcfrage, die erklärt werden muss. Brague stellt fest,

dass Übersetzungen gemacht werden, weil jemand der Auffassung ist, dass ein bestimmter Text Informationen enthält, die die Menschen brauchen. Die wirkliche geistige Revolution in Europa begann, lange vor der Welle von Übersetzungen in Toledo und anderswo.

Dies wurde von dem US amerikanischen Juristen Harold J. Berman in seinem wichtigen Buch aus dem Jahr1983 Law and Revolution nachgewiesen. Die Bemühungen der katholischen Kirche ein neues Gesetzessystem zu erschaffen, benötigte raffinierte Werkzeuge, was bedeutete, dass der Westen Aristoteles und die anderen griechischen Arbeiten über die Logik und Philosophie aussuchten. Die „päpstliche Revolution“ ab dem elften Jahrhundert war ein Versuch, die alten griechischen Methoden der Logik anzuwenden, auf die Reste des römischen Rechts, die bis in die Spätantike und die Reformen des aktiven oströmischen Kaisers Justinian dem Großen zurückgehen. Justinians Überarbeitung des bestehenden römischen Rechts Corpus Juris Civilis, wurde in den 30er Jahren des 6. Jahrhunderts n. Chr. in Lateinisch zusammengestellt und beeinflusste später das mittelalterliche Kirchenrecht. Indem sie das römische Recht und die griechische Logik nutzten, schufen mittelalterliche westliche Wissenschaftler durch ihre intellektuellen Anstrengungen eine neue Synthese, die es vorher in der Antike nicht gegeben hatte. Herausragend unter ihnen war im zwölften Jahrhundert der italienische Jurist Gratian, ein Mönch, der in Bologna lehrte. Sein großes Werk, das gemeinhin als das Dekretum bekannt wurde, erschien um 1140 als eine Synthese des Kirchenrechts. Harold J. Berman schreibt in seinem Buch Recht und Revolution. Die Bildung der westlichen Rechtstradition. Seite 225-226:

Alle Menschen in der westlichen Christenheit lebten unter den beiden Rechtssystemen, dem kanonischen Recht und einem oder mehreren säkularen Rechtsordnungen. Der Pluralismus der Rechtsordnungen innerhalb eines gemeinsamen Rechtsrahmens war ein wesentliches Element der Struktur des einzelnen Systems. Da keines der nebeneinander existierenden Rechtssysteme einen Alleinvertretungsanspruch für sich geltend machte oder omnikompetent sein wollte, musste jedes von ihnen verfassungsmäßige Normen für das Auffinden und die Begrenzung von Souveränität entwickeln, für die Zuteilung von staatlichen Befugnissen innerhalb dieser Souveränität, und für die Bestimmung der grundlegenden Rechte und Pflichten der Mitglieder …. Wie die Entwicklung des englischen königlichen Gesetzes zur gleichen Zeit, systematisierte das kanonische Recht eher mehr auf der Grundlage des Verfahrens als auf materiellen Regelungen. Doch nach Gratian war das kanonische Recht, anders als das englische königliche Gesetz auch eine Universitätsdisziplin; die Professoren haben die Regeln und Grundsätze und Theorien der Fälle in die Klassenräume gebracht und sie sammelten, analysierten und harmonisierten sie in ihren Abhandlungen.

Mit dem Pontifikat des dynamischen und selbstbewussten Gregor VII. (1073-1085), trat die römisch-katholische Kirche in den Investiturstreit ein, einem langwierigen und weitgehend erfolgreichen Konflikt mit den europäischen Monarchen über die Kontrolle von Ernennungen, Investituren der kirchlichen Beamten. Edward Grant, erklärt dies in seinem Buch God and Reason in the Middle Ages, Seite 23-24:

Gregor VII. begann einen Prozess, der im Jahr 1122 im Wormser Konkordat gipfelte (während der Herrschaft des französischen Papstes Calixtus II [1119-1124]), wobei der Heilige Römische Kaiser vereinbarte, die geistliche Investitur aufzugeben und freie kirchliche Wahlen zuzulassen. Der Prozess, der durch den Investiturstreit manifestiert wurde, bekam den passenden Namen [I]päpstliche Revolution[/I]. Seine unmittelbarste Folge war, dass sie die Geistlichen von der Herrschaft der weltlichen Behörden befreit wurden: den Kaisern, Königen und Feudalherren. Mit der Kontrolle über seinen eigenen Klerus, wurde das Papsttum zu einem fantastischen, zentralisierten, bürokratischen Kraftpaket, einer Institution, in der die Alphabetisierung, ein hervorragendes Instrument im Mittelalter, konzentriert war. Die päpstliche Revolution hatte große politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Folgen. Im Hinblick auf die kulturellen und geistigen Folgen kann es „als treibende Kraft bei der Schaffung der ersten europäischen Universitäten angesehen werden, bei der Entstehung der Theologie und der Rechtswissenschaft und Philosophie als systematische Disziplinen, bei der Schaffung von neuen literarischen und künstlerischen Stilen, und bei der Entwicklung eines neuen Bewusstseins. „… das Papsttum wurde stärker und gewaltiger. Es erreichte den Höhepunkt seiner Macht mehr als ein Jahrhundert später in dem Pontifikat von Innozenz III (1198-1216), der vielleicht mächtigste aller mittelalterlichen Päpste.“

Die Macht der säkularen Staaten wuchs auch, aber die Trennung zwischen Kirche und Staat dauerte an, weil die päpstliche Revolution eine faktische Parität zwischen ihnen festgeschrieben hatte. Es war die interne Dynamik Europas während des Hochmittelalters, die die Renaissance des klassischen Lernens vorantrieb. Aus The Legend of the Middle Ages von Rémi Brague, Seite 180:

Der europäischen geistigen Renaissance gingen die Übersetzungen aus dem Arabischen voraus. Letztere waren nicht die Ursache, sondern die Auswirkung jener Renaissance. Wie alle historischen Ereignisse gab es wirtschaftliche Aspekte (Länder, die erst kürzlich kultiviert worden waren, neue landwirtschaftliche Techniken) und soziale Aspekte (der Aufstieg von freien Städten). Auf dem Niveau des intellektuellen Lebens kann man es als aus einer Bewegung die im elften Jahrhundert entstand, verstehen, wahrscheinlich beginnend mit der Gregorianischen Reform der Kirche. … Dieser Konflikt bezeugt, dass es zu einer Umorientierung des Christentums kam, hin zu einer Transformation der weltlichen Welt, die bis zu diesem Zeitpunkt mehr oder weniger mit ihren eigenen Instrumenten arbeitete, und einer Kirche, die in einer apocalyptischen Einstellung Zuflucht nahm, die besagte, dass die Welt im Begriff sei zu enden und es daher wenig Bedürfnis gäbe, sie umzugestalten. Die Anstrengung der Kirche, eine autonome Einheit zu werden, indem man ein Gesetz errichtet, das exklusiv sein würde – Kirchenrecht -, weckte ein intensives Bedürfnis nach intellektuellen Werkzeugen. Raffiniertere Konzepte wurden verlangt, als diejenigen, die zurzeit verfügbar waren. Folglich gab es eine Nachfrage nach den logischen Arbeiten von Aristoteles, die aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt worden waren, entweder vom Arabischen oder direkt vom Griechen aus, und so wurde das Aristotelische Erbe wurde wieder erlangt.“

Rémi Brague ist ein sehr fähiger Gelehrter und ich kann seine Arbeiten denjenigen empfehlen, die ein ernsthaftes Interesse am Studium dieser Themen haben. Ich werde schließen, indem ich einige andere Bücher hinzufüge, die man darüber hinaus lesen könnte. Über den Islam empfehle ich im Wesentlichen alles was von Robert Spencer geschrieben wurde. Die Bücher von Bat Ye’or sind Grundlagen und wichtig. Das Buch The Legacy of Jihad von Andrew Bostom, ist für alle diejenigen dringend erforderlich, die sich für den Islam interessieren. Es ist das beste und das kompletteste Buch, das zurzeit zu diesem Thema in Englisch, vielleicht sogar in jeder anderen Sprache verfügbar ist. Die Bücher von Ibn Warraq sind ausgezeichnet, beginnend mit Defending the West. Understanding Muhammad von dem iranischen Ex-Moslem Ali Sina ist des Lesens wert, genauso wie Defeating Jihad von Serge Trifkovic und A God who hates von Wafa Sultan. Für europäische Leser könnte ich mein eigenes Buch Defeating Eurabia hinzufügen, dessen Erscheinen Eurabia bis heute vereitelt hat. Das Buch von Paul Belien über die EU, A Thrown in Brussels ist auch sehr zu empfehlen.

Bei Büchern über die Geschichte der Wissenschaft empfehle ich alles, was Edward Grant geschrieben hat. The Beginnings of Western Science von David C. Lindberg, ist, obwohl ein bisschen mehr politisch korrekt ist, gut, wenn es um die Wissenschaft in der islamischen Welt geht. The Rise of Early Modern Science: Islam, China and the West von Toby E. Huff werde ich auch sehr empfehlen. Huffs Arbeiten sind stets sorgfältig erforscht und sollten als erforderliche Lektüre für diejenigen betrachtet werden, die sich für dieses Thema interessieren. Diese Bücher sind für ein gebildetes Durchschnittspublikum leicht zu lesen.

Bücher, die ausgezeichnet, noch spezialisierter und ein bisschen schwieriger sind, sind von Victor J. Katz The history of mathematics und The History and Practice of Ancient Astronomy von James Evans, über die Geschichte der vorteleskopischen Astronomie bis hin zu und einschließlich von Kepler, zu empfehlen. Das Buch von Evans ist ein äußerst gut erforschtes Werk und fast zu stark auf die europäische und mittelöstliche Astronomie konzentriert, aber es enthält eigentlich nichts von der chinesischen oder Mayaastronomie. Für eine globalere Perspektive empfiehlt sich Cosmos: An Illustrated History of Astronomy and Cosmology von John North, das gut und nicht zu schwierig zu lesen ist.

(Übersetzung: Liz / die-gruene-pest.com, Originaltext: Brusselsjournal)

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24 KOMMENTARE

  1. Dieser Beitrag hat Stil und Würde. Aus diesem
    Anlass werde ich mich Tatsachen über unsere
    orientalischen Mitmenschen zurückhalten.
    Schwierig zu lesen aber nachhaltig.

  2. Danke. Dies ist mal wieder einer der wichtigen Grundlagenartikel, die viel zu schade sind, um aufgrund der vielen neueren Beiträge übermorgen wieder in der Versenkung zu verschwinden. Verlinkt doch mal alle wichtigen Grundlagenartikel an prominenter Stelle, so dass man sie auch als Neuling gut finden kann.

  3. Hier sind oft so hochinteressante Texte, sowohl in den redaktionellen Beiträgen als auch in manchen Kommentaren.

    Vielen, vielen Dank an die entsprechenden Schreiber!

    Ihr seid eine echte Bereicherung. 😀

  4. Zitat.

    Nur wenige Muslime beherrschten einige nicht-muslimische Sprachen, das Wissen darüber wurde als unnötig oder gar verdächtig angesehen.

    Dieser Satz ist der Beste des Artikels.

    Lernen deshalb muslimische Einwanderer nicht die Landessprache des Gastgebers?

    Und kann man diese Entschuldigung auch als Angehöriger einer anderen Bevölkerungsgruppen geltend machen.

    Zum Beispiel als Bildungsresistenter, oder fortbildungsunwilliger Bürger. (Sozialhilfeempfänger)

    Bildungsverweigerung aus Angst vor dem Verdacht, als Intellektueller, oder workaholic gebrandmarkt zu werden?

  5. Der oben erwähnte unter dem Pseudonym „Christoph Luxenberg“ schreibende Wissenschaftler „zittert inzwischen um sein Leben“, wie mir ein Heidelberger Professor, der ihn persönlich kennt, sagte.
    Islam ist Frieden.
    Mohammed ist ein Prophet.
    Die Erde ist eine Scheibe.

  6. http://faithfreedom.org/oped/RobertSpencer50323.htm

    Apologize for the Crusades? Never!

    By Robert Spencer

    „As part of its effort to portray the West as the guilty party in today’s global jihad, Al-Azhar (the most respected Sunni Muslim authority in the world), has asked the Vatican for an apology for the Crusades.

    Sheikh Fawzi Zafzaf, President of the Interfaith Dialogue Committee of Al-Azhar, explained that “Al-Azhar is only asking for a similar treatment” following Vatican apologies to other groups.

    According to the Vatican ambassador to Egypt , the Holy See is thinking it over …“

  7. „Der Autor Ibn Warraq schätzt, dass bis zu 20 Prozent des Korans selbst gebildeten Arabern unverständlich sei, weil Teile davon ursprünglich in einer anderen, verwandten Sprache geschrieben waren“

    Nur als Randbemerkung:

    Das trifft auf das Neue Testament erst recht zu – hier liegen ja nur verschiedene, teilweise widersprüchliche Texte vor, die in der Koiné (einer Art übergeordneten, auf altgriechischen Varietäten beruhenden Verkehrssprache im östlichen Mittelmeerraum) abgefaßt wurden. Von den Originaltexten, die ja logischerweise auf Aramäisch verfaßt sein müßten, liegt absolut überhaupt nichts vor.

    Daher auch meine Skepsis gegenüber Leuten, die auf eine „wörtliche“ Interpretation des NT Wert legen – wie soll das möglich sein, wenn überhaupt kein Originaltext vorliegt?

  8. Hervorragender Bericht.

    Er sollte von jedem Multi-Kulti Dhimmi gelesen werde. Der Islam=keine Entwicklung!

  9. #5 BeforeDawn (22. Nov 2009 14:29)

    Herzlichen Dank, BeforeDawn, für die beiden Fjordman-Übersichten!

    PI, genau so was meine ich, eine Übersicht über wichtige Grundlangenartikel, z.B. als eigenständige Kategorie, aber eben auch für Neulinge schnell auffindbar.

  10. #1 Feuersturm, #2 Natanaele, #3 Confluctor:

    Dem kann man nur zustimmen. Es ist wichtig, dass PI aufklärerisch wirkt, differenzierend, verantwortungsbewusst, faktengenau. Das ist gescheiter, fruchtbarer und überzeugender als pauschalisierende Kurzschüsse aus rostigen rechtslastigen Flinten.

    Letztlich dokumentiert Fjordman die jahrhundertlange Vorgeschichte der Aufklärung, der Bemühungen um Wissen und Objektivität, aber auch um liberale Toleranz im Meinungsstreit. Dass alle drei monotheistischen Religionen diesbezüglich unter erheblichen Defiziten litten, mit unsäglichen Blutspuren und Verbrechen, lässt sich nicht wegdiskutieren. Und das grösste Problem des 21. Jahrhunderts liegt im verheerenden Umstand, dass der Islam die einzige Religion – Ideologie – ist, die eine geistige Entwicklung und Aufklärung, wie sie die anderen monotheistischen Theorien glücklicherweise erleben mussten, per definitionem ausschliesst.

  11. OT: der CDU Minister für die internen Angelegenheit (Innenminister) Thomas de Maziére heißt das Islam in Deutschland willkommen, aber nicht das Islamismus…

  12. #12 magdalena (22. Nov 2009 15:13)

    Und ich habe gehört, der neue deutsche Innenminister soll sehr gebildet sein
    ——————————————
    Das war der muslimische Terrorist von Fort Hood auch, ebenso die lieben Bereicherer, die 9/11 inszeniert haben! 🙂

  13. Eine der größten Lügen der Weltgeschichte ist die Mär der von MohammedanerInnen entwickelten Zahlen!

    Nein, die MohammedanerInnen waren es nicht!

    Die Symbole 0,1,2,3,4,5,6,7,8 und 9 wurden von Indern entwickelt und von den mohammedanisch-faschistischen ErobererInnen übernommen, als diese am Hindukusch (Hindus-Abschlachten) einen Holocaust an den indigenen Indern durchführten.

    Selbst das mohammedanophile Wikipedia gibt zu, dass die MohammedanerInnen das Dezimalsystem von den Indern übernommen haben!

    Nicht ohne Grund reden wir von „Computer-Indern“, aber niemals von „Computer-AraberInnen“ oder gar „Computer-TürkInnen“!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Indische_Ziffern

    Die indischen Ziffern (in Europa auch arabische Ziffern oder indisch-arabische Ziffern) sind eine Zahlschrift, in der Zahlen positionell auf der Grundlage eines Dezimalsystems mit neun aus der altindischen Brahmi-Schrift herzuleitenden Zahlzeichen und einem eigenen, oft als Kreis oder Punkt geschriebenen Zeichen für die Null dargestellt werden.

    Als indische Ziffern im engeren Sinn bezeichnet man in heutiger deutscher Fachsprache zunächst nur die in Indien selbst entstandenen und gebrauchten Ausprägungen dieser Zahlschrift, in einem weiteren Sinn auch deren Adaptionen in anderen Schriftkulturen, soweit sie auf direktes indisches Vorbild zurückgehen. Hierzu zählen auch die im frühen Mittelalter nach indischen Vorbild entstandenen arabischen oder indisch-arabischen (auch indo-arabisch oder hindu-arabisch genannten) Ziffern, die ihrerseits seit dem 12. Jahrhundert (mit Vorläufern seit dem 10. Jahrhundert) von der lateinischen und griechischen Schriftkultur Europas adaptiert wurden und sich von Westeuropa aus in ihrer seit dem Spätmittelalter vereinheitlichten Schreibform durch den Buchdruck als heute weltweit vorherrschender oder neben lokal dominierenden anderen Zahlschriften zumindest weithin voraussetzbarer Standard etablierten.

    Ein generischer Oberbegriff, der sowohl das im engeren Sinn indische als auch alle übrigen daraus direkt oder indirekt abgeleiteten und dem Typ nach wesentlich gleichartigen Ziffernsysteme bezeichnet, ist in der deutschen Fachsprache nicht allgemein etabliert, am ehesten kommt hierfür aber der Begriff „indisch-arabische“ Ziffern infrage, sofern er in additiver Bedeutung (indisch und arabisch) und nicht in kontrastiver Bedeutung (arabisch adaptiert und vermittelt) als Gegenbegriff zu „indisch“ gemeint ist. In der deutschen Allgemeinsprache sind die Begriffe „indische“ und „indisch-arabische Ziffern“ weitgehend unbekannt, dort ist nur „arabische Ziffern“ für das heute gebräuchliche Ziffernsystem etabliert, und dieser Begriff wird dann auch in fachsprachlichen Kontexten oft in erweiterter Bedeutung unter Vernachlässigung der genuin indischen und der nicht arabisch geprägten Varianten als generischer Oberbegriff gebraucht.

  14. #Stephanie (22. Nov 2009 14:30)

    An die Katholiken hier: Lest den oben verlinkten Artikel und macht Druck in euren katholischen Gemeinden, damit der Vatikan sich nur dann entschuldigt, wenn die Moslems dies auch tun!

    Sonst kippt die Waage irgendwann ganz.

  15. #8 Prach (22. Nov 2009 14:44)

    Das trifft auf das Neue Testament erst recht zu – hier liegen ja nur verschiedene, teilweise widersprüchliche Texte vor, die in der Koiné (einer Art übergeordneten, auf altgriechischen Varietäten beruhenden Verkehrssprache im östlichen Mittelmeerraum) abgefaßt wurden. Von den Originaltexten, die ja logischerweise auf Aramäisch verfaßt sein müßten, liegt absolut überhaupt nichts vor.

    Die Diskussion ist ja nicht unbekannt, sie wird u. a. in diversen messianisch-jüdischen oder diesen nahestehenden Kreisen geführt, rechnet sich aber die Dinge häufig „dem eigenen Wunsche entsprechend schön“. Eine aramäische „Urschrift“ wird, wenn überhaupt, meistens nur bei Matthäus für möglich gehalten; die Schreiber waren des Koiné-Griechischen, der damaligen Verkehrssprache, ja durchaus mächtig, so daß sie auch die (mit großer Wahrscheinlichkeit auf Aramäisch gehaltenen) Reden Jesu ins Griechische übertragen konnten und es für eine aramäische „Urfassung“ demnach m. E. keinerlei Ursache gegeben haben dürfte.

    Johannes 19. 19 – 20, in welchem erwähnt wird, daß die Inschrift an dem Kreuz, die Jesus als den König der Juden bezeichnet, in Hebräisch, Griechisch und Latein verfaßt worden war, weist im Grunde schon auf die damalige „Universalität“ dieser Sprache hin.

  16. Danke für den Beitrag.
    Ein ganz hervorragender Text, der mit vielen Irrtümern aufräumt; habe den schon oft verlinkt oder verschickt.
    Schön, daß der jetzt noch ein klein bisschen bekannter wird.

  17. Nach einer Empfehlung islamischer Juristen, sollten Muslime nicht zu lange in den Ländern der Nicht-Muslime bleiben

    ,

    Frage: Und warum sind die dann in Deutschland und Europa?

    Antwort: Damit der islamische Satan sie holen kann wegen Ungehorsam, weil sie schon viel zu lange hier sind. :mrgreen:

  18. #22 DDeutschland

    Ja, und? Bist du wirklich der Meinung, dass diese Hetzseite soviel Aufmerksamkeit verdient? Sollen wir uns jetzt um jeden arbeitslosen Antifaler kümmern?

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