Hurra, die Proteste beginnen!

Das ging diesmal schnell! Die von den Medien herbeigeflehten Proteste gegen die Schweiz haben in der islamischen Welt begonnen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, wer vollmundig das Wort „Toleranz“ mit sich führt, von dem er nie zuvor jemals gehört hat, zum Beispiel der türkische Kulturminister oder Yahya Mudschahid, ein Sprecher der islamischen Hilfsorganisation Jamaat-ud-Dawa, der eine Nähe zur Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba nachgesagt wird. Wir haben aber auch wirklich nichts unversucht gelassen, die islamische Welt zum Tanz zu bitten.

SpOn schreibt erleichtert (selbst schuld, Ihr Schweizer):

Demonstrationen in Pakistan, ein wütender türkischer Kulturminister: In der islamischen Welt wird der Schweizer Minarett-Stopp kritisiert. Politiker erwarten massive Proteste, ein Imam in Genf ruft zur Besonnenheit auf – und die Uno schaltet sich ein. Sie will das Verbot auf Rechtmäßigkeit prüfen.

Erst am späten Montagnachmittag versammelten sich die ersten wütenden Menschen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, um gegen das Schweizer Minarett-Verbot zu demonstrieren. Die islamische Welt feierte an diesem Wochenende und noch am Montag das Fest Eid ul-Adha, so dass sich die Nachricht nur langsam verbreitete: Die Schweizer haben in einer Volksabstimmung entschieden, dass keine Minarette mehr in ihrem Land gebaut werden dürfen.

Die Nachricht dürfte am Dienstag Schlagzeilen in allen Zeitungen in islamischen Ländern machen. „Diese Entwicklung spiegelt eine extreme Islam-Phobie unter den Menschen im Westen wider“, erklärte Khurshid Ahmed von der erzkonservativen Partei Jamaat-e-Islami, die im pakistanischen Parlament vertreten ist. Die Entscheidung der Schweizer sei eine „sehr eindeutige und unerträgliche Diskriminierung von Muslimen“. „Sie stellt eine ernsthafte Verletzung von Menschenrechten und internationalen Regeln dar“, sagte er. Bei dem Referendum handele es sich „um einen Versuch, Muslime zu provozieren und Islam und den Westen aufeinander prallen zu lassen“.

Yahya Mudschahid, ein Sprecher der islamischen Hilfsorganisation Jamaat-ud-Dawa, der eine Nähe zur Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba nachgesagt wird, nannte die Schweizer Entscheidung einen „Schlag gegen die interreligiöse Harmonie“. „Diese Entscheidung verletzt die Prinzipien der gegenseitigen Verständigung und der religiösen Toleranz.“ Der Westen rühme sich immer, „Meister der religiösen Toleranz und der interreligiösen Harmonie“ zu sein, aber das Ergebnis der Schweizer Volksabstimmung offenbare die Vorurteile gegen Muslime.

Auch der türkische Kulturminister Ertugrul Günay kritisierte das Schweizer Minarett-Verbot als Zeichen religiöser Intoleranz. Die Volksabstimmung über den Neubau von Minaretten in der Schweiz sei „unzeitgemäß und uneuropäisch“, sagte Günay. „Die Schweiz ist ein Land, das zwar in Europa liegt, das aber Europa nicht verinnerlicht hat.“ Günay sagte, er rechne mit Protestaktionen in der islamischen Welt, die auch wirtschaftliche Formen annehmen könnten.

Und immer wieder verweist SpOn darauf, wie sehr Moslemführer bemüht sind, die Proteste angesichts der Schweizer Ungeheuerlichkeit friedlich zu halten.
»Anschlag auf SVP-Parteisekretariat