Islam: Erfunden oder empfangen?

Islam: Erfunden oder empfangen?Wer das Alte Testament gelesen hat, kennt die Geschichte. Immer wieder fallen die Kinder Israels von ihrem Gott ab und wenden sich fremden Gottheiten zu. Doch zum Schluss siegt Jahwe und zwar in doppelter Hinsicht: Erstens sind die Juden ihm endlich treu, fallen nicht mehr vom Glauben ab, und zweitens hat er damit die anderen Götter endgültig besiegt. Sie sind verschwunden und er ist nicht etwa der „Größte unter ihnen“, sondern der Einzige.

Es kann mit einigem Recht angenommen werden, dass Muhammad, der Gründer des Islam, die Idee des Monotheismus von Juden, die in Mekka lebten, übernommen hat. Er kannte das heilige Buch der Juden, wenigstens auszugsweise (wenn auch nicht unbedingt aufgrund eigener Lektüre, da er nach der Überlieferung des Lesens und Schreibens nicht mächtig war) und baute kleine Teile davon, meist verkürzt und häufig verfälscht, in seine Offenbarungen ein. Aber nicht alles. So fehlt dem Koran zum Beispiel eine ausführliche Schöpfungsgeschichte.

Falsches Abschreiben aus der Bibel…

Ein zweites Beispiel betrifft den Traum des Joseph. Sure 12 enthält die Geschichte von Joseph, ist ergo eine Nacherzählung von 1. Moses, 39-50. Doch in diese Nacherzählung schleichen sich Fehler ein. Laut Koran berichtet Joseph zuerst seinem Vater von seinem Traum, doch nach 1. Moses 37,9 hatte Joseph diesen Traum bereits seinen Brüdern mitgeteilt, als er ihn dem Vater erzählte. Aber dieser Bibelvers war Muhammad wohl unbekannt. Im Koran deutet der Vater den Traum, in der Bibel ist es Jakob. Die Aufforderung, den Joseph in einen Brunnen zu werfen, geht im Koran von „einem der Brüder“ aus, in der Bibel ist er konkret benannt – es ist Ruben.

Da Muhammad seine neue Lehre in Mekka öffentlich verkündete, konnte es nicht ausbleiben, dass zuhörenden Juden seine Widersprüche auffielen und sie ihn daraufhin ansprachen. Jemand, der ein inkonsistentes Gedankengebäude schafft und aufgrund der inhärenten Widersprüche kritisiert wird, kann seine Ideen revidieren oder seinen Kritikern mit Aggressionen antworten. Muhammad wählte die zweite Variante. Er hatte möglicherweise keine andere Wahl, weil er seinen Anhängern erzählt hatte, seine Darstellungen kämen direkt von „Gott“, müssten also „wahr“ sein. Die einzige Erklärungsmöglichkeit war diese: Auch die Juden waren einst im Besitze der göttlichen Offenbarung gewesen, hatten diese aber nachträglich und absichtsvoll verfälscht.

… führt zu Hass auf Juden und Christen

Diese Einstellung kommt zum Ausdruck in der Eröffnungssure, die von jedem praktizierenden Muslim 16-mal am Tag gesprochen wird, mit den Worten:

… auf dass du uns führest den rechten Weg, den Weg derer, die deiner Gnade sich freuen, und nicht den Weg derer, über welche du zürnest [das sind die Juden, wegen ihrer „Fälschung“], und nicht den der Irrenden [das sind die Christen].

Die aggressiven Züge des Muhammad finden wir bei vielen heutigen Anhängern des Islam wieder: Oft wird auf die geringste Kritik am Islam mit überschäumender Aggressivität geantwortet, bis hin zur Morddrohung und zum ausgeführten Mord. Aktuell die Morddrohungen gegen die Autorin Seyran Ates wegen ihres neuen Buches.

Entwicklung von Allah

Nach den Auffassungen westlicher Religionswissenschaftler geht Allah auf den Mondgott Sin zurück, einer der heidnischen Hauptgötter, die in Mekka von den Arabern verehrt wurden. Diese Gottheit hatte drei Töchter, Lat, Uzza und Manat, denen ebenfalls große Verehrung zuteil wurde. In einer der Offenbarungen erklärt Muhammad: „Das sind die erhobenen Kraniche. Ihre Fürbitte ist Allah genehm.“ Nachdem Muhammad Lat, Uzza und Manat somit zu Nebengöttinnen erhoben hatte, bemerkte er den Widerspruch zu seiner monotheistischen Lehre, empfing eine neue Offenbarung und widerrief die beiden „satanischen“ Verse. Er korrigierte: „Allah ist der Letzte und der Erste“. Diese Auffassung kommt zum Ausdruck in der Shahada, dem muslimischen Glaubensbekenntnis: „Es gibt keinen Gott außer Allah und Muhammad ist sein Prophet“.

Doch einige Zweifel blieben bestehen. Im ständigen gebrauchten Ausruf „Allahu akbar!“ – auf deutsch: „Allah ist größer!“ steckt noch der Widerstreit der Gottheiten. Es gab deren viele, aber „Allah“ war größer als die anderen. Purer Monotheismus hat das nicht nötig – er sagt einfach: „Gott ist.“

Verhältnis von Allah und Muhammad wandelt sich

Interessant ist das Verhältnis von Muhammad und Allah. In der ältesten Sure ist Allah absolut, Muhammad unterwirft sich bedingungslos. Allah spricht:

Lies, im Namen deines Herrn, der alles erschaffen! (Sure 96).

Und Muhammad liest, kann plötzlich lesen, obwohl er Analphabet gewesen sein soll. Auch andere frühe mekkanische Suren belegen, dass Allah im Islam (noch) die Nummer Eins ist:

Bei dem Sterne, der da untergeht, Muhammad spricht nicht nach eigenem Willen, sondern nur Offenbarung ist’s, die ihm offenbart worden ist. Der Mächtige und Starke hat es ihn gelehrt. (Sure 53)

Muhammad gibt nur weiter, was er (über den Erzengel) von Allah erfahren hat. Nicht Muhammad spricht, sondern es ist (noch) Allah, der spricht.

Später wird Muhammad wichtiger, tritt stärker in den Vordergrund. In einer der älteren medinischen Suren heißt es bezeichnenderweise schon:

O ihr Gläubigen, greift in keiner Sache Allah und seinem Gesandten vor. Erhebt nicht eure Stimme über die Stimme des Propheten. (Sure 49)

Allah und Muhammad treten hier schon als Team auf, quasi gleichberechtigt. Ebenso in Sure 9:

Eine Befreiung wird von Allah und seinem Gesandten denjenigen Götzendienern erklärt, mit welchen ihr in ein Bündnis getreten seid.

Zum Schluss gibt Muhammad den Ton an

Nachdem beide sich praktisch auf ‚gleicher Augenhöhe‘ befinden, setzt Muhammad zum Endspurt an, wobei es keine Rolle spielt, dass seine rechtsbildenden Anweisungen erst nach seinem Tode schriftlich fixiert und zu Papier gebracht wurden. Die Rede ist von den Hadithen, Geschichten über Handlungen und Sprüche des ‚Propheten‘, die in der islamischen Welt kursierten und erst lange nach seinem Tod schriftlich festgehalten wurden. In den Hadithen entscheidet Muhammad ganz autonom, ohne Anweisung von Allah und ohne Rücksprache mit diesem.

Dschabir Ibn ‚Abdullah Al-Ansaryy berichtete: „Ein Mann von Aslam kam zum Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, und erzählte ihm, dass er Unzucht begangen hatte, und leistete dafür viermal die Zeugenaußage gegen sich selbst. Darauf veranlasste der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, seine Bestrafung durch Steinigung. Dieser Mann war verheiratet.“ (Kapitel: 79, Nummer: 15)

Damit war die Steinigung als Strafe für Ehebruch festgelegt (und wird heute noch in vielen islamischen Ländern praktiziert), obwohl „Allah“ in einer „Offenbarung“ Muhammad angewiesen hatte, Züchtigung durch Auspeitschen sei die angemessene Strafe (Sure 24, Das Licht).

Endlich war Muhammad wichtiger als Allah. Er hatte seine Marionette endgültig abgelegt.

Keine andere Religion ist dermaßen ‚konstruiert‘ wie der Islam.

(Gastbeitrag von Rumpelstilzchen)