Buchrezension: „Antimuslimischer Rassismus“

Der Titel ist schon ein Widerspruch in sich. Es gibt keine Rasse, zu der alle Moslems gehören, genauso wenig wie es eine christliche oder buddhistische Rasse gibt. Ergo kann die Ablehnung von Moslems kein Rassismus sein. Moslems haben alle dieselbe Religion, den Islam, der von Kritikern allerdings weniger als Religion, sondern vielmehr als eine als Religion getarnte faschistische Ideologie mit Weltherrschaftsanspruch wahrgenommen wird. Was ist rassistisch an der Ablehnung einer faschistischen Ideologie?

Es handelt sich bei diesem Buch um eine Sammlung von Aufsätzen, herausgegeben von Jürgen Micksch, dem Vorsitzenden des Interkulturellen Rates in Deutschland. Dieser interkulturelle Rat versteht sich als Verein, der für die Entwicklung und Umsetzung einer interkulturellen Politik eintritt. Er initiiert und fördert Dialogstrukturen, Foren und führt Veranstaltungen durch.

Im Interkulturellen Rat arbeiten Menschen unterschiedlicher Herkunft und Nationalität sowie verschiedener gesellschaftlicher Gruppen wie Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Religionsgemeinschaften, Migranten- und Menschenrechtsorganisationen, Kommunen und staatlicher Stellen, Massenmedien und Wissenschaft zusammen.

Im Abrahamischen Forum des Rates erörtern Vertreter des Zentralrats der Juden in Deutschland, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) und des Nationalen Geistigen Rats der Baha’i (NGR) interreligiöse Fragestellungen sowie die Arbeit abrahamischer und anderer interreligiöser Teams. Sie sind in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit tätig.

Das klingt alles sehr nett und multi-kulti, aber in Wirklichkeit handelt es sich beim interkulturellen Rat um ein islamisches U-Boot. Man will hier in Deutschland und natürlich auch im Rest von Europa den Islam salonfähig machen, und das alles unter dem Deckmantel der abrahamitischen Einheit. Die aber in der Realität nicht existiert, da Abraham soviel mit dem Islam zu tun hatte, wie Kasche mit Schinkennudeln. Sämtliche wichtigen biblischen Personen von Adam über Abraham und Moses bis hin zu Jesus in der christlichen Bibel sind vom selbsternannten Propheten und seinen Helfern instrumentalisiert worden.

Die verschiedenen Autoren dieses Buches sind sich einig: Islamfeindlichkeit sei grundsätzlich böse, und sie machen sich so ihre Gedanken, wie man dem entgegenwirken könne. Die Einführung stammt von Jürgen Micksch selbst. Er reitet sehr auf der Rassismus –Thematik herum, allerdings unter völlig falschen Voraussetzungen. Er setzt ganz einfach voraus, dass eine antimuslimische Einstellung rassistisch sei und daher sind die Folgerungen dementsprechend irrational.

Die weiteren Autoren:

Peter Altmaier, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, sieht in der Stärkung des gesellschaftlichen Miteinanders und des gesellschaftlichen Zusammenhalts die zentrale Aufgabe der deutschen Islamkonferenz.

Roberto Ciulli, Intendant des Theaters an der Ruhr, geht es um das Ziel der Überwindung von phrasenhaften Vorstellungen und Argumenten gegenüber dem Islam.

Kathrin Klausing, ihres Zeichens Kopftuchträgerin und Islamwissenschaftlerin aus Hannover, befasst sich kritisch mit den Begriffen „Islamophobie“ und „Islamfeindlichkeit“. Sie schlug den Begriff „antimuslimischer Rassismus“ vor.

Aiman A. Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, befasst sich mit der Rolle der Medien bei der Islamfeindlichkeit. Er beschwert sich über negative Berichterstattung, lobt aber die Islamkonferenz.

Dieter Oberndörfer, emeritierter Professor für Politikwissenschaft und Soziologie an der Uni Freiburg im Breisgau, sieht in der sozialen und politischen Integration der Muslime einen Test für den demokratischen Verfassungsstaat.

Birgit Rommelspacher, Professorin für Psychologie an der Alice Salomon Hochschule in Berlin, analysiert die Konflikte um den Bau von Moscheen.

Irene Runge, Vorsitzende des jüdischen Kulturvereins Berlin, behauptet, dass gemeinsames Kochen eine emotionale Kraft gegen irrationalen Rechtsextremismus sei. Dass die Juden die ersten Opfer des Faschismus und Weltherrschaftsanspruchs des selbsternannten Propheten waren, und dass Mohammedaner des weiteren Juden korangemäß immer als Affen und Schweine titulieren, ist ihr offensichtlich nicht bewusst.

Canan Topçu, Redakteurin der Frankfurter Rundschau, tut sich schwer mit der Islamfeindlichkeit, da sie selbst „pessimistisch eingestellt ist“. Sie ist das einzige Highlight in diesem Machwerk, ihr Beitrag trägt den Titel „Mir graut vor total verhüllten Frauen“. Wenigstens eine mehr oder weniger kritische Stimme.

Nicola Towfigh, Generalsekretärin des Nationalen Geistigen Rates der Bahá’i in Deutschland, hebt hervor, dass die Menschheitsfamilie eine Einheit in Vielfalt bilde. Nun, dass die Bahá’i in ihrer Heimat Iran aufs Fürchterlichste verfolgt werden, scheint diese Dame nicht zu kratzen. Sie bevorzugt trotz aller Unterdrückung den Kuschelkurs.

Friedrich Weber, Landesbischof in Braunschweig und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, knüpft an das Toleranz-Verständnis von Lessings Ringparabel an. Das übliche Toleranzgerede, dem jede Substanz fehlt.

Torsten Jäger, Geschäftsführer des Interkulturellen Rates in Deutschland, beschreibt das von ihm geleitete Clearingprojekt „Zusammenleben mit Muslimen“. Sein Anliegen besteht darin, das Islambild nachhaltig zu verändern. Er will den geneigten Leser auf den totalen Schmusekurs einschwören.

Jäger zitiert auch einige Kommentare auf blue-wonder.org aus den Jahren 2008 / 2009 und beschwert sich darüber, dass PI und andere Internetblogs verharmlosend als „islamkritisch“ bezeichnet werden, wohingegen er sie natürlich für übel verhetzend hält. Er unterscheidet zwischen der gefühlten und der realen Wirklichkeit der Muslime in Deutschland: „Schon heute ist unter den Muslimen in Deutschland das Gefühl verbreitet, von der Mehrheitsgesellschaft zu Unrecht abgelehnt und mit Misstrauen beäugt zu werden. Bei einigen fördert und begünstigt dies die Abwendung von der nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft und die Ausprägung abgeschotteter Strukturen.“ Der Verfasser dieser Zeilen neigt ganz offenbar dazu, den Wagen vor das Pferd zu spannen.

Es folgt eine detaillierte Beschreibung des Clearingprojekts, das sich als „Anlaufstelle für Muslime, die sich in ihren Rechten verletzt oder von Diskriminierung betroffen sehen und für Nicht-Muslime, die kritische Anfragen an das konkrete Verhalten von Muslimen haben“, versteht. Welche Anfragen als kritisch einzustufen und welche als beleidigend zu verstehen sind, bestimmt selbstverständlich der Leiter des Projekts.

Folgende Themenbereiche werden behandelt: Moscheen und Moscheebauten, Schulfragen, z.B. Teilnahme an Schulausflügen und koedukativem Sportunterricht, Kopftuch, Benachteiligung beim Zugang zu privaten Dienstleistungen, z.B. Wohnungsvermietung und Mitgliedschaften in Sport- oder Fitnessclubs, Probleme in Beziehungen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen sowie Diskriminierung anderer Minderheiten durch Muslime.

Am Schluss klopft man sich natürlich noch auf die Schulter, denn „das Clearingprojekt hat sich in vielen Einzelfällen als tauglich und hilfreich erwiesen, wenn es darum geht, konkrete Konflikte zu lösen.“

Im Anhang 1 berichtet der interkulturelle Rat über „Das Islambild verändern – Positionen zur Überwindung von Islamfeindlichkeit“. Es wird u.a. auch auf „die Lücken in Lehr- und Bildungsplänen“ hingewiesen, denn „die Einflüsse des Islam in den Bereichen Mathematik, Medizin, Architektur, Philosophie, Malerei, Literatur oder Musik finden in der schulischen und außerschulischen Bildung keine angemessene Würdigung.“ Nun ja, was nicht vorhanden ist, kann man auch nicht angemessen würdigen. Erinnert stark an das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Ansonsten natürlich noch die Warnung vor einseitiger Berichterstattung über Terrorismus und Gewalt sowie „die vorschnelle Ableitung menschenrechtswidriger Praktiken aus der Religion“. Zwangsverheiratung, Ehrenmorde und weibliche Genitalverstümmelung haben ganz offensichtlich nichts mit dem Islam zu tun. Die kommen irgendwie aus dem kulturellen Nirwana.

Anhang 2 beinhaltet zwei Anmerkungen zur Broschüre „Das Islambild verändern.“ Vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken und einem Lehrer.

Anhang 3 preist „Moscheen als Orte der Spiritualität und Integration.“ Man sieht, es kommt immer auf die Definition an. Wenn man unter „Spiritualität“ den Aufruf zum Hass auf die Ungläubigen versteht, dann liegt man mit diesem Begriff mit Sicherheit richtig.

Anhang 4 ist ein Highlight der ganz besonderen Art. „Scharia als Glaubensweg von Muslimen“. Da wird allen Ernstes behauptet: „Für die meisten Muslime ist die Einführung der Scharia kein Thema. Es ist für sie befremdlich, dass manche Nichtmuslime sagen, Muslime wollten die Scharia hier einführen.“ Wenn dem so ist, warum wird dann besonders hervorgehoben, dass die Scharia mit dem Grundgesetz vereinbar ist, besser sein soll? Wenn man sie nicht einführen will, dann braucht man sie auch nicht zu verteidigen bzw. anzubieten. Ein wenig widersprüchlich ist das schon. Aber Islam und rationales Denken, da sind schon immer zwei antagonistische Welten aufeinandergeprallt.

In Anhang 5 wird noch einmal ganz kurz bekräftigt: „Islamfeindlichkeit ist die gegenwärtig am meisten verbreitete Form von Rassismus“.

Fazit: Es ist erstaunlich, welche Anstrengungen immer wieder unternommen werden, um die Realität so zu verbiegen, dass am Ende das Mohammedanertum mal wieder als Opfer der Zustände hingestellt werden kann. Und nicht als Verursacher, wie es in der Wirklichkeit eben ist. Aber angesichts dieses vermeintlichen Unrechts, das den Moslems in Europa und Deutschland anscheinend angetan werde, können interessierte Kreise natürlich eine Menge Fördergelder für sogenannte „interkulturelle“ Projekte einfordern…

(Text: Epistemology / PI-Gruppe München)